Wenn der Jagdtrieb durchkommt: das Gras ist Aragons vegetarische Beute Foto: SMc

Es gibt eine Bekannte, die fragt schon an der Sprechanlage: "Ist Aragon in der Küche?" Das bedeutet, dass wir, wenn sie vorbei kommt, Aragon dort einsperren müssen. Mit seiner Wasserschüssel und einem Kauknochen geht es ihm gut. Trotzdem schade, denn er liebt Besuch! Vor Freude bringt er dem Gast dann seine Kuscheldecke, umkreist ihn schwanzwedelnd und wünscht sich kleine Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit.

Leider merkt Aragon selbst nicht, wenn er unerwünscht ist, und wirkt deshalb vielleicht etwas aufdringlich, was zur Folge hat, dass das Ziel seiner Bemühungen noch mehr Distanz wahren will und dabei seinen Eifer Freundschaft zu schließen, noch steigert.

Andere Besucher wiederum ignorieren Aragon, wenn sie hereinkommen einfach und schenken seinem freundlichen Empfang keinerlei Beachtung. Das akzeptiere ich, verstehen kann ich es jedoch nicht wirklich. Die Erklärung einer Freundin war einmal: "Ich mag Katzen lieber."

Wenn ich von mir ausgehe, mag ich Hunde lieber, aber fast jede Katze oder Kaninchen hat bisher eine Chance bekommen und schaffte es meistens, meine Sympathie zu gewinnen, sofern sie kontaktfreudig waren. Oft hat die Einstellung gegenüber Tieren im Allgemeinen und gegenüber Hunden im Besonderen meiner Meinung nach auch mit der Erziehung und Einstellung der eigenen Eltern zu Tieren zu tun.

Ein tolles Erlebnis hatten wir da in der Nähe einer Hundezone. Der Papa des circa Zweijährigen (der kleiner war als Aragon) fragte mich, ob sein Sohn den Hund streicheln darf. Die Familie käme vom Land und fände es gut, wenn ihr Kind von klein auf Kontakt mit Tieren hat. Aragon hat brav "Sitz" gemacht und sich befühlen lassen. Der Bub war ganz aufgeregt und hat den gesamten Wortschatz und die Wohlfühllaute eines Kleinkindes benutzt, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen.

Ein paar Tage später, fast an der gleichen Stelle, begegnete uns eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter im Kindergartenalter. Die Mutter legte ihrer Tochter die Worte in den Mund: "Stimmt's, da hast du Angst?" und fügte noch hinzu "Der Hund trägt ja auch gar keinen Beißkorb!"

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STOP! Hund, bleib wo Du bist! Foto: SMc

Ich kann mich selbst erinnern, dass ich vor einem kleinen rotbraunen Dackel in meiner Kindheit Angst hatte. Der hat mich aber bei jedem Besuch angebellt, in die Beine gezwickt, die Bestechungs-Frankfurter verschlungen und mich danach weiter angekeift. Angeblich mochte er keine Kinder … Und so bemühe ich mich um Toleranz, Zweibeinern UND Vierbeinern gegenüber. Nicht jeder hat die gleiche Affinität zu Hunden wie ich, und nicht jeder Hund ist ein Kuscheltier wie Aragon!

Bis bald!

Liebe Grüße

Eure Silvie mit Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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