Foto: Lisa Krempl

Es ist noch gar nicht solange her, da war ich eine zwar stolze, aber völlig überforderte Maturantin, die nicht wusste wohin der Weg gehen sollte. Als ich mich schließlich für das Gap Year und somit auch für den AuPair-Aufenthalt entschied, hatte ich noch keine Ahnung, was alles auf mich zukommen sollte. Eine vage Vorstellung zwar, eine Gastfamilie auf Papier, aber noch keinen Schimmer, wie die Monate sich entwickeln würden. Ein Reinfall? Ein Desaster? Heute kann ich euch sagen: Nein, das wurde es nicht. Eine Herausforderung ja, aber eine Herausforderung, die ich gerne annahm, und auch mehr oder weniger gut meisterte, wie ich finde.

Ich hab nicht nur viele liebe Mädchen aus allen Ecken der Welt kennengelernt und wunderbare Freundschaften geknüpft, sondern habe auch gelernt, selbstständig meinen Weg zu gehen und auf eigenen Füßen zu stehen. Von der englischen Sprache tagtäglich Gebrauch zu machen hat mir große Freude bereitet und mir so manche neue kuriose Wörter in meinen Wortschatz eingebracht. Und auch, wenn ich gestehen muss, dass meine Gastfamilie im Endeffekt nicht ganz das war, was ich mir erhofft hatte, so hatte ich dennoch die Möglichkeit, die Stadt London mit ihren zahlreichen Facetten kennenzulernen und nebenbei sogar noch andere Städte und Regionen Englands zu entdecken. Natürlich war es nicht immer Friede Freude Eierkuchen. Oft wurde ich mit Dingen konfrontiert, auf die ich nicht vorbereitet war. Sei das nun in einer Millionenstadt verloren zu gehen oder in einer Gastfamilie Konflikte zu lösen. Doch im Endeffekt kann ich wirklich behaupten, durch diese Erfahrung positiv bereichert worden zu sein - sowohl sprachlich als auch auf einer sehr persönlichen Ebene.

Alleine im Ausland lernt man nicht nur die neuen Dinge zu schätzen - das Erkunden, Ausprobieren oder Menschen kennenzulernen - sondern auch das Gewohnte, das Normale, das in dieser Zeit einfach nicht vorhanden ist. Man muss sich selbst völlig neu erfinden, sich anpassen, in eine fremde Familienstruktur eingliedern. So habe ich für mich gelernt, meine Heimat, mein Zuhause und meine Familie und Freunde - die Dinge die oft einfach zu alltäglich sind, als das man besonders darüber nachdenkt - noch mehr wertzuschätzen und zu lieben.

Ich kann und möchte jedem Maturanten, Absolventen oder jungem Menschen ein Gap Year im Ausland wirklich ans Herz legen. Das muss man natürlich nicht unbedingt als AuPair verbringen, es gibt ja viele verschiedene Möglichkeiten. Das "Wie" ist eigentlich ziemlich egal. Man lernt einfach so viele Dinge in den unterschiedlichsten Bereichen, von denen man noch sehr lange - ja, ich traue mich sogar zu sagen - ein Leben lang profitiert. Die Erlebnisse und Menschen werden mir immer in Erinnerung bleiben und mich immer wieder stolz und mit einem Lächeln an diese Zeit zurückdenken lassen. Und für das bin ich sehr dankbar. Nun ist meine Zeit als AuPair allerdings zu Ende ,und ich bin sehr glücklich wieder daheim zu sein.

An dieser Stelle möchte ich mich bei euch, meinen LeserInnen, bedanken für das Interesse und die Zeit, die ihr in meine Blogs investiert habt. Es hat mir großen Spaß gemacht, meine Erfahrungen und Erlebnisse zu teilen. Und wer weiß, vielleicht konnte ich den einen oder die andere ja auf den Geschmack bringen, AuPair zu werden oder einfach mal nach London zu reisen.

 

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

Alle Blog-Beiträge von Lisa Krempl

Kommentare 0