Foto: Maurício Mascaro/pexels

Da stand man gerade noch voller Vorfreude mit der Kamera auf der Aussichtsplattform und stellt ein paar Stunden später fest, dass die Bilder doch irgendwie alle nicht so ganz scharf geworden sind. Ist ein Foto einmal unscharf oder verwackelt, bleibt es das leider auch – da kann selbst Photoshop nicht mehr viel retten. Die Frage, die sich da stellt: Warum ist das eigentlich so, und was kann man dagegen tun?

#1: Irgendetwas bewegt sich

Einer der häufigsten Gründe, warum ich oft unscharfe Fotos auf meiner Kamera finde, ist, dass sich irgendetwas bewegt hat – und zwar entweder das, was sich vor der Kamera befindet, oder die Kamera selbst. Ein bewegendes Motiv ist dabei immer besonders schwierig abzulichten und still vor die Linse zu bekommen. Wenn es nicht gerade die Freundin oder das Haustier ist, das sich bewegt, hat der Fotograf es meist nicht selbst in der Hand. Was er jedoch sehr wohl in der Hand hat, ist, die Kamera – und dabei geht oft etwas schief! Vor allem, wer ohne Stativ fotografiert, geht grundsätzlich fast immer ein kleines Risiko ein, dass sein Foto unscharf wird. Je ruhiger da die Hand oder eben das Stativ, desto besser.

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Foto: Tobias Gassner-Speckmoser

#2: Falsch fokussiert

Ein weiteres Manko, dass ich oft erst beim Durchklicken der Fotos am PC bemerke: Ich habe nicht richtig fokussiert. Was beim Handy meist automatisch oder mit einem Drücker aufs Display funktioniert, gestaltet sich bei richtigen Kameras schwieriger: Manchmal will der Autofokus des Objektivs einfach nicht scharf stellen, oder man hat auch einfach ein Objektiv, welches gar keinen Autofokus hat. Dann muss man so lange am Objektivring herumtüfteln, bis das Motiv schlussendlich scharf wird. Dabei kann einiges schief gehen. Aber auch beim Handy kommt es vor, dass nicht richtig fokussiert wurde. Meistens befindet sich dann Staub auf der Linse, das Glas ist beschlagen, oder man hat einfach wirklich nicht das fokussiert, was man eigentlich scharf haben wollte.

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Foto: pexels

#3: Es ist zu dunkel

Wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, leidet meistens, zumindest wenn man sich nicht ausreichend darauf vorbereitet hat, auch die Bildschärfe. Das liegt nicht an der Dunkelheit an sich, sondern vielmehr daran, dass sich mit sinkender Helligkeit gleichzeitig die nötige Belichtungszeit erhöht. Je dunkler es also ist, desto länger muss die Kamera Licht auf den Sensor einwirken lassen, um ein richtig belichtetes Bild auszuspucken. Wenn man dann kein Stativ verwendet, verwackelt das Bild umso leichter. Fotografen gehen deshalb fast nie ohne ihr Stativ vor die Haustür – viel zu groß ist das Risiko, dass das natürliche Licht nicht ausreicht und so die Fotos durch Handbewegungen verschwimmen könnten. Zusätzlich dazu funktioniert der Autofokus im Dunkeln um einiges schlechter, wenn er denn überhaupt funktioniert. Hier ist es ähnlich wie beim menschlichen Auge: Wo kein Licht, da können auch keine Konturen oder Kontraste wahrgenommen werden, die Kamera erkennt dann nichts mehr, auf das es fokussieren könnte. Schon ist das Bild unscharf.

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Foto: Pixabay

Die Lösung?

Soweit so gut, doch wie verhindert man nun unscharfe Bilder? Die beste Lösung wäre es, immer ein Stativ dabei zu haben und natürlich richtig zu fokussieren. Doch ganz so einfach ist es in der Realität halt doch nicht: Oft hat man weder Zeit noch Lust oder Platz, um ständig mit einem sperrigen Stativ unterwegs zu sein. Und um ehrlich zu sein, hat natürlich auch nicht jeder so ein Profi-Stativ daheim herumstehen, zumal man für ein gutes ganz schön tief in die Tasche greifen muss. Wer also bei schlechten Lichtverhältnissen kein Stativ zur Hand hat, sollte zumindest darauf achten, dass die Kamera so ruhig wie möglich steht – ein abgestützer Arm kann da schon ausreichen.

 

Tobias Gassner-Speckmoser ist Student und leidenschaftlicher Fotograf. Auf weekend.at präsentiert er seine besten Tipps, damit Bilder noch wirkungsvoller zur Geltung kommen.

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