Die Haut - Spiegel der Seele Foto: utkamandarinka/iStock/Thinkstock

Der ewige Stress: zum Aus-der-Haut-Fahren! Die neue Kollegin hat ein ziemlich dickes Fell. Ihre Vorgängerin war dagegen sehr dünnhäutig ... Hier sind Fakten, die unter die Haut gehen: 

1. Ist die Haut unser größtes Organ? 

Könnten wir aus unserer Haut fahren und diese dann vor uns ausbreiten, würde sie (je nach Körpergröße und Gewicht) 1,5 bis 2 Quadratmeter Fläche bedecken. Ganz genau lässt sich die Körperfläche mit einer komplizierten Formel berechnen. Das ist z.B. für die Dosierung bestimmter Medikamente notwendig. Auf der Waage würde unsere Haut mit 10 bis 14 Kilogramm zu Buche schlagen. 

2. Warum wissen wir genau, wo wir berührt werden? 

Unsere Körperoberfläche wird in den für Sensorik zuständigen Hirnarealen Punkt für Punkt wie eine Landkarte abgebildet. Allerdings kommen uns Mund und Fingerspitzen vergleichsweise größer vor, weil dort die Anzahl und die Dichte der Tastrezeptoren besonders hoch ist. 

3. Wie spüren wir Kälte und Wärme? 

Die Haut misst die Temperatur unserer Umgebung und übermittelt diese Daten ans Gehirn, damit die innere Körpertemperatur konstant gehalten wird. Kälte wird von Nervenenden in den den oberen Hautschichten registriert, Wärmepunkte liegen tiefer im Gewebe. Bei Überhitzung steuert die Haut mittels Schweißdrüsen entgegen. Wird es kalt, steht uns das (kaum mehr vorhandene) Fell zu Berge: Der Musculus arrector pili richtet das Haar auf, wir haben Gänsehaut. Ab Temperaturen unter fünf und über 45 Grad melden sich unsere Schmerzrezeptoren. 

4. Was wimmelt da unter dem Mikroskop? 

Gesunde Haut ist dicht mit Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen besiedelt. Das klingt erst einmal eklig, ist aber nützlich: Diese Mikroorganismen verteidigen ihr Revier gegen Eindringlinge, z.B. Krankheitserreger. Außerdem wirken sich ihre Stoffwechselprodukte positiv auf die Haut aus. 

5. Warum trocknet Haut aus? 

Viele Menschen neigen schon von Natur aus zu trockener Haut. Dies nimmt mit dem Alter noch zu. Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle: Häufiges Duschen, aber auch trockene Heizungsluft oder eisige Kälte können dazu führen, dass die Haut rau und rissig wird. Der Feuchtigkeits- und Fetthaushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Das liegt weniger daran, dass der Haut zu wenig Feuchtigkeit zur Verfügung steht, denn normalerweise wird die Haut von innen her befeuchtet. Vielmehr verliert die Haut ihre Feuchtigkeit aufgrund einer geschädigten Hautbarriere. So wie Sonne und Wind das Wasser von feuchter Wäsche zum Verdunsten bringen, so führt die Verdunstung zum Austrocknen der Haut. 

6. Wie bleibt die Hautbarriere intakt? 

Bei falscher, intensiver oder häufiger Reinigung kann der Säureschutzmantel der Haut zerstört werden. Ist diese Schutzschicht erst einmal geschädigt, lässt sich der Schaden kaum mehr beheben. Deshalb heißt das oberste Ziel, sie zu erhalten. Dafür sind besonders Pflegeprodukte geeignet, deren physikalische und chemische Zusammensetzung hautidentisch oder hautähnlich ist. Ein Indikator ist der pH-Wert des Produkts. Er sollte, wie jener gesunder Haut, bei 5,5 liegen. Das wird als "pH-neutral" bezeichnet.

7. Wie erneuert sich die Haut? 

Neue Zellen werden in der untersten Zellschicht der Oberhaut gebildet und wandern nach oben. An der Oberfläche angekommen, verhornen sie, schuppen ab und lösen sich schließlich. Auf diese Weise "häuten" wir uns etwa alle 27 Tage bzw. erneuern die Hornschicht der Epidermis.