Perfekt gepflegt: Peelings verfeinern das Hautbild Foto: puhhha/iStock/Thinkstock

Die weniger gute Nachricht zuerst: Peelings können die Haut ganz schön stressen. Dann nämlich, wenn sie mit win­zigen, aber scharfkantigen Partikeln die Haut quasi abschleifen. Da nützt es dann auch nichts, wenn diese Schleifpartikel natürlichen Ursprungs sind, etwa zer­stoßene Marillenkerne. Heute gibt es wesentlich sanftere und gleichzeitig wirkungs­vollere Alternativen.

Aller guten Dinge

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Produktgruppen: mechanische, Enzym- und chemische Peelings. Die mechanischen Peelings haben seit den berüchtigten Marillenkernen von einst einen weiten Weg zurückgelegt. Heute bearbeiten winzige Mikroperlen aus Silikon oder auch Jojobaöl die Haut besonders schonend. Enzym-Peelings nutzen die reinigenden Inhaltsstoffe von Früchten, etwa Papaya. Das Resultat ist eine weiche, zarte Haut. Chemische Peelings werden ganz gern mit den Enzymvarianten verwechselt, da sie mit Fruchtsäuren (nicht jedoch mit Früchten!) arbeiten. Alpha-Hydroxysäuren (AHA), Milch- oder Glykolsäure sind die wichtigsten.

Wow-Effekt

Doch warum überhaupt den Aufwand betreiben? Peelings befreien die Haut von Unreinheiten, entfernen mit den toten Hautschüppchen auch gleich den berüchtigten Grauschleier und bereiten den Körper ­optimal auf das Bräunen vor. Wichtig: Nicht unmittelbar nach einem ­Gesichtspeeling in die Sonne! Und im Urlaub Peelings ganz zu Hause lassen.

Drei Peeling-Methoden im Check

Mit Enzymen: Schleifpartikel? Fehlanzeige! Die Textur ist eher die eines Serums. Wirkungsweise: Fruchtenzyme spalten Eiweißbausteine auf, sodass abgestorbene Hautzellen aufgeweicht und anschließend abgelöst werden. Zurück bleibt intakte, weiche Haut. Warme Kompressen unterstützen den Vorgang. Je nach Empfindlichkeit der Haut und der Konzentration des Produkts kann es bei der Anwendung kribbeln – brennen sollte es aber nicht! Treten Rötungen auf, bei der nächsten Anwendung lieber etwas früher abspülen.

Chemisch: Keine Angst, chemisch bezieht sich nur auf die Wirkungsweise und nicht auf den Geruch oder gar bedenkliche Inhaltsstoffe. Die organischen Säuren, die hier angewendet werden, stammen aus Pflanzen. Der Peelingeffekt entsteht durch die Reaktion der unterschiedlichen pH-Werte von Säure und Haut. Unreine Haut, Akne, Pigment- und Alters­flecken sowie feine Fältchen werden bei regelmäßiger Anwendung gemildert. Frei verkäuflich sind nur unbedenkliche Konzentrationen, stärkere ­„Geschütze“ fährt der Beauty-Doc auf. Die Haut ist nach chemischen Peelings sonnenempfindlich –lieber erst wieder im Herbst anwenden.

Mechanisch: Im Prinzip wird die Haut hier abgerubbelt, vergleichbar mit der Behandlung mit dem Massagehandschuh (Ausnahme: Tonerde, sie wirkt wie Löschpapier). Auftragen, sanft kreisend einmassieren, mit viel Wasser abspülen – fertig. Danach sieht die Haut gesund und rosig aus. Geeignet für jede Haut, außer sehr empfindliche. Für den Körper sind sie auf jeden Fall sinnvoll: Die Haut kann hier durchaus eine „Abreibung“ vertragen. Körperpeelings werden häufig Scrub genannt und duften oft ­erfrischend nach Zitrone oder Minze.