Ätherische Öle geben einer Massage den zusätzlichen Erholungs-Kick Foto: karelnoppe/iStock/Thinkstock

Der Körper dankt es, wenn er unterstützt wird. Lavendeltee aus Blüten, Kraut und Wurzeln hilft beim Einschlafen. Eukalyptusblätter sind gut für die Lunge. Ein Dampfbad mit Eukalyptusöl wiederum hilft bei Erkältungen, dass man wieder durchatmen kann und sich wohlfühlt. Auch als Gewürz können die natürlichen Öle eingesetzt werden. Salbei hilft zum Beispiel dabei, die Verdauung anzuregen. Ein Bad mit Wacholder ist bei Gelenkschmerzen hilfreich. Wer sich mit Blasen an den Füßen herumärgert, kann sich mit Salben, die Arnicaextrakt enthalten, Linderung verschaffen. Sie haben es beim Sport ein wenig übertrieben, und die Muskeln schmerzen? Eine Massage mit Pfefferminzöl macht Sie schnell wieder fit. Trockener Haut können Sie mit Rosenwasser oder -öl effektiv den Kampf ansagen. Jeder, der schon einmal eine Kehlkopfentzündung hatte, kann bestätigen, dass das kein Vergnügen ist. Ein Dampfbad mit Thymian kann hier helfen.

Anwendung

Ätherische Öle sind in ihrer Anwendung sehr einfach.

Als Lotion o​der Badezusatz

Sie können wenige Tropfen in Ihre normale Lotion mixen. Oder etwas Öl ins Badewasser geben. Das ist vor allem bei Erkältungen wohltuend und macht die Atemwege wieder frei.

Als Massageöl

Sie wollen sich eine Massage gönnen und dabei Ihrem Körper zusätzlich etwas Gutes tun? Verwenden Sie ein neutrales Massageöl und werten Sie es mit wenigen Tropfen eines natürlichen ätherischen Öls auf. Sie können dadurch die Wirkung der Massage ganz individuell auf Ihre momentanen Bedürfnisse abstimmen.

Als Tee

Da ätherische Öle aus Pflanzen gewonnen werden, und deren ursprünglichste Anwendung in der Naturheilkunde in Teeform besteht, können Sie die Wirkung der Öle auch als solchen genießen. Am unkompliziertesten funktioniert das, indem Sie ein oder zwei Teelöffel der entsprechenden Pflanze (je nach Art der Pflanze, ob darin viel oder wenig ätherisches Öl enthalten ist) mit einer Tasse heißem Wasser übergießen. Die Mischung lassen Sie ungefähr fünf Minuten abgedeckt ziehen. Das hat den Zweck, die ätherischen Öle daran zu hindern, sich zu verflüchtigen. Danach können Sie Ihren Tee abseien und langsam trinken.

Als Gewürz

Die Natur schützt die empfindlichen ätherischen Öle gut. Wenn man aber weiß, wie man an sie herankommt, kann man von ihrer positiven Wirkung profitieren. Bei manchen Gewürzen wie Piment, Kümmel und Nelken reicht es schon, die Schale aufzubrechen. Diese Gewürze braucht man kurz vor ihrem Einsatz nur zu mahlen oder zu zerstoßen, und das ätherische Öl wird freigesetzt. Einige Gewürze sind ein wenig schwieriger in der Handhabung: Koriander, Senf und Schwarzkümmel benötigen etwas Wärme, damit sich ihr Aroma freisetzt.

Gewuerz
Auch Gewürze enthalten ätherische Öle Foto: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Thinkstock

Herstellung

Ätherische Öle sind hoch konzentrierte Essenzen. Für die Gewinnung von einem Liter ätherischem Öl benötigt man 3.000 – 5.000 Kilogramm Rosenblütenblätter, 120 Kilogramm Lavendelblüten oder 50 Kilogramm Eukalyptusblätter. Das mag abschreckend klingen, aber gerade weil die Öle sehr stark konzentriert sind, sind sie dadurch extrem ergiebig.

Vor der Anwendung von ätherischen Ölen sollten Sie sich unbedingt über den genauen Nutzen und die Gefahren informieren! Das oftmals unverdünnt angewendete Teebaumöl zum Beispiel kann bei unsorgfältiger Handhabung sehr aggressiv wirken. Aus gutem Grund werden ätherische Öle grundsätzlich nur tropfenweise verwendet. Steht auf einem Fläschchen für die Anwendung eine Rezeptur-Angabe mit Milliliter, ist dies garantiert ein "Übertragungsfehler" oder ein Hinweis, dass es sich nicht um ein rein natürliches Öl handelt. Ein Tropfen Minzöl würde beispielsweise 25 Tassen Tee ergeben!

Kampfansage an Bakterien

Ätherische Öle sind wahre Wunderwaffen gegen Bakterien. Da sie bis zu 500 unterschiedliche Bestandteile haben, fällt es Bakterien extrem schwer, sich an das Wirkprofil der Öle anzupassen. Im Vergleich dazu überlisten Bakterien synthetische Öle sehr viel leichter, da diese nur elf Bestandteile vorzuweisen haben.

Welches Öl wofür?

Ätherische Öle sind oft eine gute  alternative Behandlungsmethode, trotzdem sind sie kein Ersatz für einen Besuch beim Arzt! Sie sind lediglich eine gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Hier finden Sie einige der bekannteren Heilpflanzen und die ihnen nachgesagte Wirkung:

  • Entzündungshemmend: Kamille
  • Beruhigend: Kamille, Baldrian
  • Bakterienhemmend: Lavendel, Teebaumöl
  • Blutdrucksteigernd: Rosmarin, Eukalyptus
  • Blutdrucksenkend: Zitrone
  • Durchblutungsfördernd: Rosmarin, schwarzer Pfeffer
  • Schleimlösend: Eukalyptus
  • Krampflösend: Kümmel, Fenchel, Anis
  • Konzentrationssteigernd: Lemongrasöl
  • Wachmacher: Zirbelkieferöl
  • Nervenstärkend: Lavendel

Mehr zum Thema: