Je älter wir werden, desto mehr Ähnlichkeiten fallen uns auf Foto: Vasyl Dolmatov/iStock/Thinkstock

Kaum auf der Welt, wird man von der Oma schon als „Gaaanz wie die Mama“ etikettiert. Ob man im Alter von einigen Wochen Rückschlüsse auf sein Äußeres ziehen sollte, ist fraglich, doch wie sieht es mit dem Verhalten aus? Entwachsen wir den Kinderschuhen und treten in die Fußstapfen unserer Eltern? Dann könnte man dem – meist nicht gerade positiv hervorgebrachten Vorwurf – „Du klingst schon wie deine Mutter“ nicht mehr viel entgegensetzen. Dafür aber ganz praktisch den Genen die Schuld geben.

Lieg’s an den Genen?

In der Tat haben die Gene einiges zu sagen. Das Serotonin-Trasporter-Gen beispielsweise kann in einer kurzen oder einer langen Variante vererbt werden. Wer von seinen Eltern die kurze Variante geerbt hat, reagiert emotionaler, im Positiven wie im Negativen. Wer beim Anblick des neuen Paar Schuhe also in wildes Kreischen ausbricht, kann im Grunde also recht wenig dafür (behaupten wir jetzt mal einfach so). Auch wenn die Gene einen Einfluss haben, können sie doch nicht alleine unser Verhalten steuern.

Abgeguckt

Viel mehr noch als die Gene bestimmen unsere Lebensumstände unser Verhalten und die Menschen, die uns als Vorbilder dienen. Wir werden von unseren Eltern gefüttert, durch die Gegend kutschiert, sind als Kind stiller Zuhörer politischer Diskussionen, vertreten in der Pubertät gerne mal absichtlich die entgegengesetzte Meinung, nur um dann als Erwachsene draufzukommen, dass die Eltern vielleicht doch nicht so unrecht hatten. In der Tat konnten Forscher feststellen, dass wir dazu neigen, ganz unbewusst die politischen Ansichten unserer Eltern zu übernehmen, genauso wie deren – hoffentlich nicht zu wilden – Fahrstil.

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Vielleicht versteht man sich im Alter mit seinen Eltern besser Foto: LightFieldStudios/iStock/Thinkstock

Altersähnlichkeit?

Durch das Vorleben eines gewissen Lebensstils und bestimmten Einstellungen übernehmen wir also unbewusst bestimmte Handlungsweisen unserer Eltern, ob wir wollen oder nicht. Doch wieso soll das im Alter plötzlich stärker sein? Der Grund sind die ähnlichen Lebensumstände. Meist fallen uns Ähnlichkeiten zu unseren Eltern genau dann auf, wenn wir selbst gerade mit Themen wie beruflicher Werdegang oder Familienplanung beschäftigt sind. Da wir unsere Eltern ja erst kennen, seit wir selbst die Familienplanung entweder komplettiert oder als Überraschung etwas durcheinandergebracht haben, befanden sie sich da in genau der Lebensphase, in der uns die meisten Ähnlichkeiten mit ihnen auffallen.

Man kann sich ändern

Nicht immer sind die Eigenschaften, die wir von Mama und Papa übernommen haben, in unserem Sinne, manche Eigenschaften hingegen, für die man sich früher vor seinen Schulfreunden in Grund und Boden schämte, findet man plötzlich gar nicht mehr so schlecht. Man entwickelt sich eben stetig weiter. Doch was macht man mit den ungeliebten, nennen wir sie Macken? Kann man die wieder ablegen? Die gute Nachricht: Ja, mit viel Übung, um di alten Routinen zu überschreiben, kann man das – egal in welchem Alter. Und wer weiß, vielleicht kann man seine Eltern ja sogar dazu motivieren, mitzumachen.

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