Keine Touristen weit und breit: An ein paar Orten dieser Welt ist das noch möglich Foto: whitefacemountain/iStock/Thinkstock

Mehr als 80 Millionen Menschen reisen jährlich nach Frankreich, rund 75 Millionen in die USA und etwa ebensoviele nach Spanien: So viel zu den meistbereisten Ländern der Welt. Am anderen Ende der Skala gibt es jene, die kaum ein Mensch auf dieser Erde als Reiseziel in Erwägung zieht. Darunter die folgenden zehn Inseln.

10. Timor-Leste

Der Inselstaat in Südostasien unweit von Bali und Australien ist der erste Staat, der im 21. Jahrhundert seine politische Unabhängigkeit erreichte. Wanderer und Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Korallenriffe und eine üppige Fauna und Flora prägen die Landschaft. Die noch wenig befestigten Straßen mit dem Geländewagen zu erkunden ist ein wohltuendes Erlebnis für alle, die nicht auf Schritt und Tritt Massen an Touristen begegnen wollen. Mangelnde Infrastruktur sowie hohe Preise dürften Gründe sein, warum die Inselgruppe immer noch als Geheimtipp gilt. Gerade einmal 60.000 Menschen urlauben hier pro Jahr.

Timor-Leste
60.000 Menschen zieht es pro Jahr nach Timor-Leste Foto: urf/iStock/Thinkstock

9. Tonga

Westlich der Datumsgrenze gelegen feiert das "verschlafene Südseeparadies" Jahr für Jahr als erstes Land der Erde Neujahr. Bemerkenswert sind seine herrlichen Strände und seine atemberaubende Landschaft. Die ausgeprägte Gastfreundschaft seiner Menschen brachte Tonga den Beinamen "Freundschaftsinseln" ein. Die derzeit von gerade einmal rund 50.000 Touristen pro Jahr in Anspruch genommen wird.

Tonga
Faszinierende Landschaft, aber wenig bereist: Tonga Foto: benkrut/iStock/Thinkstock

8. Komoren

Zwischen Mosambik und Madagaskar gelegen gilt die ehemalige französische Kolonie im Indischen Ozean touristisch noch als weitestgehend unerschlossen. Party am Strand ist hier keine im Gange, dafür gibt es beschauliche Ruhe im Überfluss. So entdecken die Schönheiten der Komoren bislang rund 37.000 Touristen pro Jahr - darunter überwiegend Franzosen.

Komoren
Rund 37.000 Touristen pro Jahr verzeichnen die Komoren Foto: mtcurado/iStock/Thinkstock

7. Förderierte Staaten von Mikronesien

Viele der rund 35.000 Urlauber, die es jährlich in den Inselstaat im westlichen Pazifik zieht, kommen wegen der atemberaubenden Unterwasserwelt hierher. Ein Paradies für Taucher, aber auch alle, die gerne ferne Kulturen entdecken und auf den Spuren der Geschichte wandeln wollen.

Mikronesien
Mikronesien wird jährlich von rund 35.000 Menschen bereist Foto: shalamov/iStock/Thinkstock

6. Sao Tome und Principe

Vor der Westküste Afrikas liegt die Inselgruppe, die der zweitkleinste Staat Afrikas ist. Wanderer und Badeurlauber zieht es hierher. Dass hier eine der besten Schokoladen der Welt hergestellt wird, hat sich noch nicht zu allen Naschkatzen dieser Welt herumgesprochen. Vor allem Principe - die "Insel des Prinzen" - ist wegen seiner traumhaften Strände eine Reise wert. Das wissen allerdings selbst nur wenige der 33.000 Touristen, die jährlich hier urlauben und sich überwiegend auf San Tome aufhalten.

5. Solomonen

Ethische Konflikte führten Ende der 1990er-Jahre dazu, dass der Tourismus auf der Südseeinsel weitestgehend zum Erliegen kam. Vor allem Taucher und Angler zieht es hierher, wenn auch nicht mehr so viele wie einst. Immerhin aber noch rund 21.000 Reisende im Jahr, bevorzugt aus Australien und Neuseeland.

Salomonen
Rund 20.000 Touristen bereisen jährlich die Salomonen Foto: grace conlan/iStock/Thinkstock

4. Kiribati

Es könnte der erste Staat der Welt sein, der von der Landkarte verschwindet. Denn der Klimawandel macht dem Inselstaat im Pazifik seit Jahren zu schaffen. Aufgrund des stetig steigenden Meeresspiegels könnte die Insel laut Schätzung der Weltbank bereits 2050 nicht mehr bewohnt und spätestens 2070 untergegangen sein. Denn abgesehen von der Vulkaninsel Banaba liegt der überwiegende Teil des Landes gerade einmal zwei Meter über dem Meeresspiegel. Auf die Umsiedlung seiner Bewohner bereitet sich Kiribati bereits vor, verhandelt mit Fidschi, das sich bereit erklärt hat, die Klimaflüchtlinge schrittweise ab 2020 aufzunehmen. Viel Zeit, das Paradies zu sehen, bleibt also nicht mehr. Immerhin rund 5.900 Menschen pro Jahr nutzen die letzte Chance dazu noch.

Kiribati
Geheimtipp: 5.900 Touristen pro Jahr in Kiribati Foto: EvaKaufman/iStock/Thinkstock

3. Marshallinseln

Die Inselgruppe im mittleren Ozeanien zählt zu den kleinsten Staaten der Welt: 53.000 Menschen leben auf gerade einmal 181 Quadratkilometer. Traurige Berühmtheit erlangte das Paradies durch die Atombombentests, die die USA zwischen 1946 und 1958 auf dem Bikini-Atoll und Eniwetok durchführten. Dieser Teil der Region gilt frühestens erst wieder ab 2020 als bewohnbar. Nicht die größte Sorge der Marshallinseln, die seit 2012 unter einer Dürreperiode leiden und gezwungen sind, Trinkwasser zu importieren. Jährlich überzeugen sich dennoch rund 4.600 Touristen von der Schönheit des Landes.

Marshallinseln
Die Marshallinseln verzeichnen rund 4.600 Urlauber im Jahr Foto: Marshall_Islands/iStock/Thinkstock

2. Tuvalu

Die kleinste Volkswirtschaft der Welt liegt im Südwesten des Pazifischen Ozeans - nicht unweit übrigens von den Salomonen oder Kiribati entfernt. Sechs Hotels bieten hier den rund 1.400 Gästen jährlich ausreichend Platz. Wo der künftige der rund 10.600 Einwohner sein wird, ist noch Verhandlungssache. Bereits 4.000 leben in Neuseeland infolge des Klimawandels, der bewirkt, dass der höchste Punkt der Insel nur noch fünf Meter über dem Meeresspiegel liegt. Ob Australien und Neuseeland noch weitere Menschen aufnehmen werden oder diese anderswo im Lauf der kommenden Jahre eine neue Heimat finden, ist zur Stunde noch ungewiss.

Tuvalu
Seltenes Reiseziel: Tuvalu Foto: rustyl3599/iStock/Thinkstock

1. Nauru

Neben Tuvalu gehört der Inselstaat im Pazifik zu den kleinsten Staaten der Welt - sowohl was seine Fläche als auch die Zahl der Einwohner angeht. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 27 Grad Celsius, die Landschaft sieht paradiesisch aus. Da Nauru nur alle zwei bis sieben Tage angeflogen wird, empfiehlt sich ein längerer Aufenthalt. Perfekt für Menschen, die in der "Menge" der Einheimischen untergehen wollen. Denn nur selten befinden sich mehr als zwei Touristen gleichzeitig auf der Insel, wissen die Autoren des Portals www.onceinalifetimejourney.com.

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