Tu es nicht!  Foto: helenaak/iStock/Thinkstock

Nach diesem Kuchengelage war das Verdauungsschnäpschen und die obligatorische Zigarette dazu natürlich wirklich nötig – dennoch fühlen wir uns nun so schuldig, dass wir nervös und beschämt an unseren Fingernägeln knabbern. Verdammt, dabei wollte man sich das doch auch noch abgewöhnen … Aber jetzt ist eh schon wurscht, da kann man sich gleich auch noch das letzte Stück vom Kuchen einverleiben, schließlich braucht man nun was zum Trost …

So gehen sie dahin, die guten Vorsätze. Kurzzeitig hatte man zwar einen süßen Glücksmoment, langfristig geht man sich mit seiner Inkonsequenz aber gehörig selbst auf die Nerven und wünscht sich, man hätte einfach weniger Wünsche – oder der Wunsch nach einem gesunden Lebensstil würde wenigstens den Wunsch nach Nikotin und Zucker überdecken. Ist am Anfang einer Umstellung nur leider selten der Fall. Doch nun aufzugeben wäre der falsche Weg! Denn bleibt man eine gewisse Zeit lang hartnäckig am Ball, wird man immer seltener von den ungesunden Gelüsten geplagt, bis man schließlich ganz entspannt – ohne abgeknabberte Fingernägel oder hastig inhalierte Zigarette – ein! Stück Torte genießen kann.

Tu es nicht

Eine Traumvorstellung für viele Menschen. Doch wie schafft man es, auf dem steinigen Weg dorthin nicht zu straucheln und alte Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen? Die Psychologin Amantha Imber hat dafür eine simple Strategie parat: Sie rät allen Motivierten, die jedoch bei Bäckereien, Raucherlokalen und eiskalten Bierkrügerln schwach werden, sich folgende drei Worte zu sagen: "Tu es nicht!"

neinein.jpg
Selbstkontrolle ist Trumpf Foto: Melpomenem/iStock/Thinkstock

Kontrolle

Gewohnheiten verlaufen meist unbewusst und rund 45 Prozent unserer täglichen Handlungen laufen auf Autopilot. Sie zu verändern ist also alles andere als einfach, wie soll man bitteschön etwas kontrollieren, über das man normalerweise gar nicht nachdenkt? Amantha Imber zufolge verleihen die drei magischen Worte "Tu es nicht" uns aber genau die Selbstkontrolle zurück, die wir benötigen, um die Sucht zu besiegen.

Mit sich selbst reden – aber richtig

Ob wir eine schlechte Gewohnheit loswerden oder nicht, hängt also im großen Maße davon ab, wie wir mit uns selbst reden. Und neben dem "Tu es nicht", das wir uns von nun an immer vorsagen werden, wenn vom Raucherbalkon verführerische Duftschwaden an unsere Nase gelangen und unseren Willen herausfordern, gibt es noch einen zweiten Trick. Denn wir sollen uns auch nichts verbieten! Wie bitte? Nichts verbieten? Also kann man den Kaffee jetzt doch mit Kuchen und Zigarette genießen, schließlich arbeitet man ja eh so hart … Nein! Hier geht es nämlich um eine grammatikalische Spitzfindigkeit! Anstelle von Gedanken wie: "Ich darf keine köstlichen Schoko-Brownies mit extra viel Erdnüssen essen", sollte man sich denken: "Ich esse keine köstlichen Schoko-Brownies mit extra viel Erdnüssen." So einfach ist das. Denn was verboten ist, wird noch viel verlockender. Der Ist-Zustand hingegen, einfach keine Brownies zu essen, ist doch eigentlich sehr entspannend und erfreulich, nicht?

eisboden.jpg
Oh nein: Was wir nicht mehr haben können, wollen wir noch mehr Foto: Sayan_Moongklang/iStock/Thinkstock

Verdoppelte Chancen

Die Psychologin Imber ist von diesen beiden einfachen Tricks überzeugt und prophezeit: Die Erfolgschancen, eine lästige Angewohnheit endgültig loszuwerden, verdoppeln sich! Bei so motivierenden Aussichten wünscht man sich ja fast schon einen Berg an schlechten Gewohnheiten, um ihnen nach und nach den Gar auszumachen!

Mehr zum Thema: