Die "Polarstern" will sich einfrieren lassen Foto: Hinrich Bäsemann / dpa / picturedesk.com

Die "Polarstern" will sich für 350 Tage im Nordpolarmeer einfrieren lassen, um den Eisfluss der Arktis besser verstehen zu können und so die Entwicklung des Klimas erforschen zu können. Nur wenn das Schiff im Eis eingeschlossen ist, kann es durch die Strömung im Winter den 87. Breitengrad erreichen, ansonsten versperrt das Eis den Weg und nicht einmal Eisbrecher können es aufbrechen.

600 Wissenschaftler aus 17 Ländern werden an dem Projekt mitarbeiten. Dies ist somit die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Versorgt wird die Besatzung mittels Helikoptertransporten.

Ein Luxus, den der Polarforscher Fridtjof Nansen 1893 nicht hatte. Die Expedition, die Nansen leitete, ließ sich von 1893 bis 1896 mit dem Schiff "Fram" im Eismeer einfrieren. Seine Ergebnisse über die Eis-Drift waren für die damalige Zeit spektakulär und brachten ihm viele Ehrungen ein. Nansen überlebte die waghalsige Expedition, er starb auf seinem Balkon im Liegestuhl an einem Herzinfarkt. Nicht alle Forscher hatten so viel Glück, viele fanden auf ihren extremen Expeditionen den Tod. Auch einige dieser sieben Wissenschaftler überlebten ihre waghalsigen Expeditionen nicht.

1. Amelia Earhart

Fliegen und Frauenrechte, das waren die beiden Leidenschaften der Amelia Earhart. 1897 in Kansas geboren, flog sie mir 23 Jahren zum ersten Mal in einem Flugzeug mit und wollte danach vor allem eines: selber fliegen. 28 Jobs musste sie annehmen, um die 300 Dollar für den Erwerb einer Fluglizenz zusammenzubringen. Sechs Monate später kaufte sie sich bereits ihr erstes eigenes Flugzeug.

Nachdem ihr Verehrer ihr sechs Heiratsanträge machte, nahm sie laut eigenen Worten widerstrebend an. Kinder? Wollte Earhart nicht, dafür hatte sie schlicht und ergreifend zu wenig Zeit.

1932 überquerte sie schließlich als erste Frau den Atlantik im Alleinflug. Sie startete in Neufundland, das geplante Ziel Paris erreichte sie nicht, da sie aufgrund von Schlechtwetter in Irland notlanden musste. Später berichtete die Presse, sie hätte nur noch einen Tropfen Benzin im Tank gehabt und bei der Landung eine Kuh getötet. Alles erfunden, erklärte Earhart, sie hatte mehr als 400 Liter im Tank und Tiere kamen bei der Landung auch keine zu Schaden.

Earhart war zu ihrer Zeit sehr populär und sie nutzte ihre Bekanntheit, um sich politisch zu engagieren, besonders für Frauenrechte und Pazifismus setzte sie sich ein.

Mit 40 wollte sie als erster Mensch die Erde am Äquator umrunden. 1937 startete sie und schaffte zwei Drittel der Strecke, als in der Nähe der Howlandinseln der Funkkontakt abriss. Eine Suchaktion brachte keinen Erfolg und Amelia Earhart wurde für verschollen und vermutlich tot erklärt. Zu ihren Ehren leuchtet nun auf den Howlandinseln ein Leuchtturm für diese Pionierin der Luftfahrt.

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Auch eine Briefmarke erinnert an diese mutige Frau Foto: rook76/iStock/Thinkstock

2. Jacques-Yves Cousteau

Von luftigen Höhen geht es nun in dunkle Tiefen: Der Franzose Cousteau gilt als absoluter Tauchpionier, der seine Entdeckungen in beeindruckenden Dokumentarfilmen festhielt. Niemand vor ihm war je so tief getaucht und brachte von seinen Expeditionen so beeindruckende Bilder mit.

Seinen ersten Tauchgang hatte Cousteau1936 im Alter von 26 Jahren. Er sagte danach: "Ich war in einem Dschungel, der noch nie von all denen erblickt worden ist, die sich auf der undurchsichtigen Erdoberfläche bewegen."

Besonders technische Geräte faszinierten ihn und er wollte Kameras und Tauchboote stets Weiterentwickeln. Er entwickelte 1946 die Aqua-Lunge, das erste Presslufttauchgerät, einige Jahre später versenkte er eine Art Aquarium im Roten Meer und lebte mehrere Monate mit seinem Sohn unter der Wasseroberfläche. Rauchen und Champagnertrinken? In dem modernen Unterwasserzuhause kein Problem!

Cousteau und seine Methoden waren durchaus umstritten, Meeresbiologen warfen ihm vor, sensationsgierig zu sein und nur auf spektakuläres Bildmaterial aus zu sein, neue Erkenntnisse für die Wissenschaft würde er nicht beitragen. Was man aber nicht bestreiten kann, ist, dass Cousteau durch seine revolutionären technischen Entwicklungen den Grundstein für das moderne Tauchen legte.

3.  Ranulph Fiennes

Ein Mann der Rekorde: Der 1944 geborene Forscher ist der einzige Mensch, der sowohl Nord- als auch Südpol auf dem Landweg erreichte. Doch damit nicht genug, Ranulph Fiennes und sein Begleiter sind die einzigen Menschen, die 2003 an sieben Tagen hintereinander einen Marathon liefen – und das auf sechs verschiedenen Kontinenten wohlgemerkt! Nur vier Monate vor dieser Expedition musste Fiennes sich übrigens einer Bypass-Operation unterziehen.

Bei seinen Expeditionen sammelte der Forscher Spenden für wohltätige Zwecke und wurde mit dem "Officer of the Order of the british Empire" ausgezeichnet.

4. Wilfred Thesiger

Der britische Forscher wurde 1910 in Äthiopien geboren und bereits sein Großvater und seine Eltern waren Forscher und nahmen an Äthiopienexpeditionen teil. Thesiger trat in die Fußstapfen seiner Eltern und wurde später besonders für seine detaillierten Reiseberichte bekannt.

Eines seiner bekanntesten Bücher ist "Arabian Sands", in dem er über seine Reise in die Wüste Rub al-Chali im Jahr 1946 berichtet. Eine wagemutige Expedition, nicht nur wegen der extremen klimatischen Bedingungen. Denn Thesiger war bei der Durchquerung auf die Hilfe der Beduinenstämme angewiesen, die zu dieser Zeit jedoch untereinander verfeindet waren und sich bekriegten. Thesiger gliederte sich so gut er konnte in die Kultur vor Ort ein und wird in den arabischen Ländern auch heute noch sehr verehrt. Mubarak bin London, gesegnete Sohn Londons wird er dort heute noch genannt.

In seinem Buch "Arabian Sands" schrieb Thesiger: "In der Wüste fand ich eine Freiheit, die in der Zivilisation unerreichbar wäre."

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Die Rub al-Chali: Ein Meer aus Sand Foto: VUSLimited/iStock/Thinkstock

5. Mary Kinglsey

Die 1862 geborene Britin Mary Kingsley war Ethnologin und erforschte besonders die Region Westafrika.

Sie war die Tochter eines Arztes und dessen Haushälterin und während ihr Bruder die Schule besuchen dufte, blieb ihr Bildung verwehrt, einzig Deutsch wurde ihr gestattet zu lernen. Doch Mary Kingsley war eine Leseratte und verschlang die ethnologische Bibliothek ihres Vaters regelrecht. Nach dem Tod ihrer Eltern ging Kinsley auf Reisen, eine Ausbildung als Krankenschwester half ihr, sich selbst und ihre Mitreisenden gesundheitlich versorgen zu können.

Sie drang tief in den westafrikanischen Kontinent vor, unter anderem betrieb sie als erste im Kongo Feldstudien. Auch bestieg sie 1894 als erste europäische Frau den Kamerunberg, den höchsten Gipfel Westafrikas. Auf 700 Seiten berichtete sie im Buch "Travels in West Africa" über ihre Erlebnisse. In England erregten ihre Reiseberichte viel Aufsehen, sie veröffentlichte weitere Bücher und hielt Vorlesungen. Sie sprach sich klar gegen die Praktik der Missionierung aus und versuchte den Engländern dafür die Traditionen und Riten der afrikanischen Bevölkerung zu erklären und für mehr Akzeptanz zu sorgen.

Ihr Verhältnis zu der afrikanischen Bevölkerung war jedoch widersprüchlich, auch wenn sie sich klar gegen eine Europäisierung der Afrikaner aussprach, nahm sie eine "weiße" Überlegenheit als gegeben an. Dennoch trug sie viel zum Verständnis der afrikanischen Bevölkerung in England bei.

Ihre dritte Afrikareise führte Kingsley nach Südafrika, wo sie als Krankenschwester arbeitete und mit nur 37 Jahren an Typhus starb. Als allererste Frau wurden ihr bei ihrer Bestattung militärische Ehren zuteil.

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Mary Kingsley verstarb im Alter von 37 in Afrika an Typhus Foto: Science Photo Library / picturedesk.com

6. Scott / Amundsen

Der Wettlauf um den Südpol 1911 zwischen dem Briten Scott und dem Norweger Amundsen ist eine der bekanntesten Expeditionen der Welt. Die beiden Kontrahenten hatten das gleiche Ziel, den Südpol.

1911 erreichte Amundsens Schiff die Antarktis, am 20. Oktober startete die Expedition gen Südpol. Scott begann den Fußmarsch am 1. November. Reiste Amundsen mit Schlitten und wendigen Hunden, verfügte Scott zusätzlich über Motorschlitten und Ponys. Besonders die Pferde stellten sich im Laufe der Reise als Hindernis heraus.

Amundsens Team erreichte den Südpol am 14. Dezember, 14 Tage vor seinem Rivalen Scott. Das Wettrennen hatte Amundsen also gewonnen und er kehrte mit seinen Männern bereits am 26. Jänner wohlbehalten zum Schiff zurück und kehrte in die Heimat zurück.

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Die Route von Scott (rot) und Amundsen (grün) Foto: Sallie Alane Reason/iStock/Thinkstock

Für Robert Scott hingegen nahm die Expedition ein böses Ende. Zwar erreichte er in Begleitung von vier Männern den Südpol, doch die Männer waren erschöpft, litten an Erfrierungen und Hunger. Der 1.300 Kilometer lange Rückweg stellte sich als tödlich heraus. Nach einem Sturz in eine Felsspalte verstarb Evans, ein Mitglied des Teams.

Am 17. März, mehr als vier Monate nach Beginn der Expedition setzte Oates, der völlig erschöpft war und an Erfrierungen litt, seinem Leben ein Ende.

Die restlichen drei Männer wussten zu dem Zeitpunkt bereits, dass sie die Expedition wohl nicht überleben würden, am 19. März schlugen sie das letzte Lager auf und Scott notierte in seinem Tagebuch: "Letzter Eintrag. Um Gottes Willen, kümmert Euch um unsere Leute."

Erst im November entdeckte ein Suchtrupp das letzte Lager der wagemutigen Abenteurer.

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