Filme sind nicht in allen Ländern gleich Foto: LightFieldStudios/iStock/Thinkstock

Was nicht passt, wird passend gemacht: Manche Filmszenen müssen in bestimmten Ländern abgeändert werden, um den dort herrschenden kulturellen Vorlieben zu entsprechen oder von der Zensur überhaupt genehmigt zu werden. Besonders bei Zeichentrick- und Animationsfilmen ist dies üblich, da hier die länderspezifischen Anpassungen keinen großen Aufwand erfordern.

1. Alles steht Kopf

Kinder die Brokkoli lieben? Da muss die Welt wirklich Kopf stehen! In diesem Film mag die kleine Riley in der amerikanischen und europäischen Version partout keinen Brokkoli essen und treibt ihren Vater so zur Verzweiflung. Würde diese Szene so allerdings in Japan gezeigt werden, würde sie bei den meisten Eltern auf Unverständnis stoßen, immerhin finden japanische Kinder Brokkoli kulturell bedingt ganz toll! Um die Szene diesem Umstand entsprechend anzupassen, mag Riley in der japanischen Version eben – genauso trotzig und entschieden – keine grüne Paprika essen. 

Und noch eine länderspezifische Änderung gibt es bei diesem Film: Die Geschichte spielt in Minnesota, ein Land, in dem Eishockey Nationalsport ist. Natürlich schweifen da die Gedanken des Vaters in der amerikanischen Version immer wieder zu Puck und Schläger, in der europäischen Ausgabe träumt er hingegen von spannenden Fußballspielen.

2. Iron Man 3

Ausländische Kinofilme haben es in China nicht leicht, nur rund 20 werden pro Jahr in den Kinos gespielt, die meisten Filme erscheinen nur auf DVD. Um höhere Chancen zu erzielen, auch in den chinesischen Kinosälen gezeigt zu werden, passen viele Filmstudios ihre Filme dem chinesischen Markt an. So auch Iron Man 3. In der chinesischen Version von Iron Man 3 gibt es – international – eine Szene, in der  ein chinesischer Arzt vorkommt, für die chinesischen Zuseher wurde die Szene ausgedehnt und die beliebte chinesische Schauspielerin Fan Bingbing hatte einen Auftritt. Doch dabei blieb es nicht, die in der chinesischen Version zusätzlichen vier Minuten beinhalten vor allem Product Placements. So verdankt Iron Man seine Energie Gu Li Duo, einem Milchdrink und auch Traktoren und Kräne werden beworben.

3. The Simpsons

Oder doch besser Al-Shamshun, wie die Serie in arabischen Ländern heißt? Damit die beliebte gelbe Fernsehfamilie dort aber überhaupt gezeigt werden darf, musste sie entsprechend adaptiert werden. Die Figuren haben andere Namen (aus Homer wurde Omar, aus Bart Badr), Homosexualität gibt es nicht (Smithers darf seinen geliebten Mr. Burns also nicht mehr anhimmeln), Krusty der Clown ist kein Jude und Homer – Verzeihung, Omar – trinkt kein Duff-Bier mehr, sondern ist auf Limonade umgestiegen. Statt Speck gibt's am Morgen übrigens Rindfleischwürstchen. Bei der arabischen Bevölkerung, die die Serie durch Streaming bereits im Original kannte, floppten die Shamshuns.

4. Fluch der Karibik 3

Auch bei diesem Film unterscheidet sich die chinesische Version – allerdings ist sie nicht länger, sondern kürzer! Der vom chinesischen Schauspieler Chow Yun-Fat

verkörperte Pirat Sao Feng diffamiere und dämonisiere das chinesische Volk, ließ China verlauten. So wurden kurzerhand rund die Hälfte seiner Szenen in der chinesischen Version gelöscht, statt 20 Minuten ist Chow Yun-Fat so nur für rund zehn Minuten zu sehen. Auch der Satz "Willkommen in Singapur" wurde ersatzlos gestrichen, immerhin könnte das ja sonst den Eindruck erwecken, Singapur wäre ein gesetzloses Piratenland.

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Eine der entfernten Szenen Foto: NG Collection / Interfoto / picturedesk.com

5. Zoomania

Der Animationsfilm von Pixar passt sich den regionalen Gegebenheiten an und so sind in jedem Land unterschiedliche Tierarten die Stars. Man nehme nur den Nachrichtensprecher als Beispiel: In der chinesischen Version erfahren wir die News von einem Panda, in Brasilien lauscht man einem Jaguar, in Kanada erzählt ein Elch und in Australien berichtet ein Koala von den neuesten Geschehnissen.