Voll im Trend: nachhaltig angebaut und regional Foto: djiledesign/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Wenn man den Prognosen der Genussexperten Glauben schenken darf, so sind die Food-Trends des heurigen Jahres vor allem von ökologischen, nachhaltigen und gesundheitsbewussten Überlegungen geprägt. Genuss soll kein schlechtes Gewissen verursachen und in vernünftigen Bahnen verlaufen. Neben ­einem hervorragenden Geschmackserlebnis stehen daher auch Aspekte wie die Produktionsbedingungen der dafür verantwortlichen Lebensmittel sowie deren umweltfreundliche Verpackung im Mittelpunkt. Die Berücksichtigung von Lebensmittel­unverträglichkeiten gewinnt ebenfalls stetig an Bedeutung.

1. Nachhaltig angebaut

So hat etwa die aktuell omnipräsente Klimawandeldebatte die Nachfrage nach Produkten aus regenerativer Landwirtschaft, deren Arbeitsweise die Biodiversität verbessert, die Bodengesundheit fördert und einen Beitrag zum Klimaschutz leistet, in die Höhe schnellen lassen. Eine Entwicklung, die wiederum das Ende des Soja-Booms einläutet, da die vormals vor allem unter Veganern populäre Pflanze oft in Monokulturen, für die riesige Flächen an Regenwald abgeholzt werden müssen und die den Boden seiner Nährstoffe berauben, kultiviert wird.

2. Der schwarze Kontinent

Geografisch richtet sich der Blick der Feinschmecker 2020 auf Westafrika. In der Küche dieser kulturell vielfältigen Region kommen besonders viele gesunde Zutaten auf den Tisch – darunter auch Superfoods wie Maniok oder Yamswurzel, die reich an pflanzlichen Proteinen und frei von Gluten sind. Das mineral- und ballaststoffreiche Mehl aus der nussig-süßlich schmeckenden Teff-Pflanze und die vor essenziellen Aminosäuren strotzende Foniohirse lassen gesundheitsbewusste Gourmets ebenfalls frohlocken.

3. Neu gedacht

Darüber hinaus erweisen sich Foodies auch heuer wieder besonders kreativ in der Neuinterpretation altbekannter Lebensmittel: So setzt zum Beispiel die wachsende Schar der Low- Carb-Anhänger vermehrt auf kohlehydratarmes Mehl aus Nüssen, Früchten und Gemüse. Zu dem bereits erprobten Mandel- und Kokosmehl wird sich daher das Bananenmehl als perfekte Alternative für Zöliakiegeplagte gesellen. Ferner wird für die Herstellung von Butter und Aufstrichen verstärkt auf Mandeln, Erdnüsse, Kichererbsen oder Wassermelonenkerne zurückgegriffen, was einen ressourcenschonenden Verzicht auf Palmöl ermöglicht. Wer es gerne süß mag, wird mit neuen Sirupvarianten aus Granat­apfel, Süßkartoffeln oder Datteln, die ein maßvolles Süßen der Speisen erlauben, seine Freude haben.

4. Qualitäts-Snacks

In unserem schnelllebigen Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit fällt es uns zudem immer schwerer, die klassischen täglichen drei Mahlzeiten zu uns zu nehmen. Viel zu oft greifen wir daher beispielsweise in der Mittagspause zu ungesundem Fastfood. Dieses Problem dürfte 2020 ebenfalls gelöst werden. Restaurants mit hochwertigen und rasch zubereiteten Gerichten wie Ramen oder Poke Bowls werden ihre Präsenz weiter ausbauen und auch die Auswahl an gesunden Snacks in den Kühlregalen der Supermärkte wird permanent zunehmen.

5. Vertiefter Umweltgedanke

Zu guter Letzt möchten die diesjährigen Food-Trends auch ein ökologisches State­ment setzen. Dafür wird zum einen der Zero-Waste-Gedanke in den Supermärkten von plastikfreien Tragetaschen auf umweltfreundliche Produktverpackungen ausgedehnt und zum anderen unter dem Schlagwort "Urban Food" das Prinzip der Regionalität auf die nächsthöhere Stufe gehoben, indem mittels neuer Technologien mehr Nahrungsmittel in Großstädten angebaut werden.