Frustessen - eine ungesunde Form der Selbsttherapie Foto: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Wir sind traurig, ein Cheeseburger hilft. Wir haben Stress, eine Tafel Schokolade macht es besser. Manchmal haben wir einfach das Bedürfnis, unsere Gefühle mit Süßigkeiten, Fast Food & Co. runterzuschlucken. Zugegeben, nicht die beste Idee. Wir verraten, wie sie emotionales Essen vermeiden.

Woran liegt Frustessen?

Es gibt eine einfache wissenschaftliche Erklärung: das Hormon Cortisol. Es ist eines der wichtigsten Stress-Hormone unseres Körpers, steuert unseren Verteidigungsmechanismus in gefährlichen Situationen und steuert, wie der Körper Kohlenhydrate, Proteine und Fette einsetzt. Sind wir gestresst oder ängstlich, wird das Hormon frei gesetzt und verlangt schnelle Energie - die am besten Junk-Food liefert. Laut Psychologen sind Stress und Langeweile die zwei Hauptgründe für emotionales Essen.

Glücklichmacher

Das ist noch längst nicht alles. Unser Körper belohnt uns für das Frustessen mit einer Portion Dopamin – das Glückshormon. Ein Stimmungshoch tritt ein, das unseren Körper immer wieder ansteuert. Ein böser Teufelskreis.

Auch im Essen selbst gibt es Zusatzstoffe, die uns glücklich machen. Tryptophan, in Schokolade und Käse enthalten, verwendet unser Körper für die Serotonin-Produktion. Kein Wunder, dass wir in stressigen Situationen oder, wenn wir traurig sind, zu Schokolade und Fast Food greifen.

1. Emotionen und Essen trennen

Wird Frustessen zur Gewohnheit und entwickelt sich zu einem Muster, um Gefühle zu verdrängen, kann es langfristig dem Körper, der Gesundheit und der Psyche schaden. Allein, dass einem diese Tatsache bewusst ist, kann bereits helfen, nicht automatisiert bei jedem Problem zu Junk Food zu greifen. Die amerikanische Psychologin Susan Albers etwa vergleicht Frustessen mit einem Pflaster auf einer Wunde - kurzfristige Linderung, aber eben keine angemessene Dauerlösung für das Problem. Auch passende Filme Bücher, die ähnliche Probleme behandeln, können Impulse geben, wie man eine Krise überwinden kann. Zeigen uns jene, dass wir mit unseren Gefühlen, Gedanken und Unsicherheiten nicht alleine sind.

2. Frustessen erfolgreich kontrollieren

Sehr hilfreich kann ein Ernährungsbuch sein. Notieren Sie, welche Nahrungsmittel Sie essen, und aus welchem Grund. Keinen Hunger? Dann sollten Sie bei Langeweile den Gang zum Kühlschrank lieber sein lassen. Lernen Sie, Ihr Verlangen zu steuern. Essen Sie bewusst und achten Sie auf das Sättigungsgefühl. Denn vor lauter emotionaler Ablenkung wird dieses bei Frustessen öfter ausgeblendet. Beenden Sie die Mahlzeit, sobald Sie sich satt fühlen.

Das heißt nicht, sich alle "Glücklichmacher" zu verbieten. Emotionales Essen in den Griff zu bekommen funktioniert am besten, wenn man Schritt für Schritt seinen Alltag gezielter an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Dann wird Essen auch wieder das, was es sein sollte: ein genussvolles Ritual, das seinen festen Platz im Tagesablauf hat.