Im Frühling wird es einem leicht ums Herz Foto: _chupacabra_/iStock/Thinkstock

1. Frühjahrsmüdigkeit

Man ist sooo müde, am liebsten würde man sofort einschlafen. Ab März bis April fühlen sich viele Menschen wie gerädert. Anstelle von Elan und neuen Schwung fühlt man sich einfach nur schlapp. Die Frühjahrsmüdigkeit gibt es leider wirklich. Grund dafür ist eine Umstellung unseres Stoffwechsels. Im Winter produziert der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin, im Frühling wird durch das längere und stärkere Tageslicht hingegen die Serotoninproduktion angekurbelt. Bis sich der Körper an diesen Wechsel gewöhnt hat, fordert ihn die Umstellung. Auch der Blutdruck kann durch die steigenden Temperaturen sinken – wer von vornherein einen niederen Blutdruck hat, bekommt diesen Temperaturwechsel besonders zu spüren. Unterschätzen sollte man auch das Aprilwetter nicht: Mal heiß, mal kalt, mal schön, mal zum unter der Decke verkriechen – der ständige Temperaturwechsel kann bei wetterfühligen Menschen zu Beschwerden führen und uns allgemein müder machen.

2. Frühlingsgefühle

Mit den ersten Knospen erblüht auch die Liebe? Viele Menschen sind davon überzeugt, dass man im Frühling besonders schnell verliebt wird. Aber produziert unser Körper wirklich mehr Sexualhormone? Eigentlich nicht wirklich: Der Testosteronspiegel beim Mann steigt zwar im Frühling an, erreicht seinen Höhepunkt aber erst im Sommer. Frauen sind in ihren Sexualhormonen weniger von der Jahreszeit beeinflusst als Männer, bei ihnen dominiert mehr der persönliche Zyklus. Wieso haben wir aber dennoch das Gefühl, im Frühling besonders viele verliebte Paare zu sehen und auch selbst verschenken wir gerne das ein oder andere Lächeln? Das Glückshormon Serotonin ist dafür verantwortlich. Es ist kein Liebeshormon an sich, aber es schenkt uns gute Laune. Und wer gut gelaunt ist, ist auch kontaktfreudiger und findet so vielleicht wirklich im Frühling die große Liebe.

Eine große Rolle bei der Liebe spielt auch unsere Erwartungshaltung: Dadurch, dass wir überzeugt sind, dass es Frühlingsgefühle gibt, erwarten wir automatisch auch bei uns selbst amouröse Regungen zu entdecken. Und die ganzen verliebten Pärchen, die im Winter eben einfach zu Hause auf der Couch waren, fallen einem so umso mehr auf.

Im Frühling kommt es aber auch zu mehr Trennung: Durch die gute Laune und die Aufbruchsstimmung, die vorherrscht, überdenken viele ihre Beziehung neu und finden nun den Mut, einen großen Schritt zu tun und die Beziehung zu beenden.

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Es ist Frühling: Da kann man schon mal das ein oder andere Lächeln riskieren Foto: wernerimages/iStock/Thinkstock

3. Im Frühling steigt bei allen die Laune

Leider nein. Im Frühling ist der Serotoninspeicher durch den langen Winter bei allen ungefähr gleich leer. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnt er langsam wieder zu steigen und bei den meisten wird die Laune so wirklich besser. Wer aber an einer Depression leidet, tut sich nicht so leicht, einfach befreit draufloszulächeln und die Sonne zu genießen. Diese Menschen erleben im Frühling keinen Hochschwung, im Gegenteil: Durch ihre breit dahingrinsenden Mitmenschen fühlen sie sich noch depressiver und verstimmter.

4. Im Frühling braucht man sich noch nicht einzucremen

Schwerer Fehler. Klar, es ist verlockend, die ersten warmen Tage zu genießen, die Augen zu schließen und jeden einzelnen Sonnenstrahl auszukosten. Eincremen tut sich zu dieser Jahreszeit meist niemand. Am nächsten Tag folgt dann das böse Erwachen: Auch ohne Urlaub am Strand hat man einen feurig roten Sonnenbrand auf der Nase. Denn nur weil die Temperatur noch nicht so hoch wie im Sommer ist, hat die Sonne dennoch eine intensive Wirkung. Unsere Haut ist nach dem langen Winter besonders empfindlich und Messungen zeigen, dass die schützenden Ozonwerte im Frühling besonders niedrig ausfallen. Deswegen sollte man seine Haut ruhig auch schon im März mit Sonnencreme einschmieren – eigentlich toll, so kann man schon diesen tollen Duft nach Urlaub genießen. 

5. Frühjahrsputz

Muss man im Frühling jetzt wirklich zum Putzkübel greifen? Statistisch gesehen kaufen wir wirklich zu dieser Zeit am meisten Putzmittel. Wie dreckig die Fenster sind, fällt eben erst auf, wenn die Sonne gnadenlos durch die Fenster scheint. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man ja gleich noch den Boden wischen und das Bad entkalken. Der Frühling ist aber auch psychologisch gesehen eine gute Zeit für ein großes Reinemachen. So wie sich viele Paare im Frühling trennen, kann man auch dem eigenen Leben einen neuen Dreh geben: Ob neuer Job oder neue Frisur, im Frühling fallen neue Ideen auf fruchtbaren Boden.