Schlaflosigkeit führt zu sozialer Isolation Foto: KrisCole/iStock/Thinkstock

Entweder ist man zu spät ins Bett oder man hat sich schlaflos grübelnd Stunde um Stunde in den Laken gewälzt, das Ergebnis ist beide Male dasselbe: Man ist in der Früh müde, gereizt und möchte einfach nur ins Bett. Geht leider nicht, die Arbeit ruft. Und so quält man sich ins Büro und erwartet sehnlichst den Feierabend, in der Hoffnung, heute besser zu schlafen. So ein Tag kann für einen selbst zur Qual werden – doch auch die Mitmenschen und unser Sozialverhalten leiden unter Schlafmangel.

Körperlich ungesund

Schlafmangel ist für den Körper alles andere als erfreulich. Studien zeigen, dass bei zu wenig Schlaf nicht nur die Konzentrationsfähigkeit und die Reaktionsschnelligkeit drastisch nachlassen, sondern dass chronischer Schlafmangel auch das Risiko an Alzheimer zu erkranken erhöht.

Schlafmangel schlägt aufs Gemüt

Wer zu wenig geschlafen hat, ist launischer und leicht reizbar. Das kann jeder, der sich schon einmal übermüdet durch den Tag schleppen musste, bestätigen. Das ist für einen selbst mühsam, doch zu wenig Schlaf hat noch weitere Auswirkungen.

Schlafmangel macht unsozial

Forscher der University of California fanden nun heraus, dass Schlafmangel nicht nur reizbar macht, sondern unser soziales Verhalten negativ beeinflusst. Wer zu wenig geschlafen hat, neigt dazu, sich von anderen Menschen zurückzuziehen. Unausgeschlafen ist man eben lieber für sich. Das führt dazu, dass andere Menschen einen eher als unsympathisch bezeichnen.

Die Wissenschaftler konnten nun nachweisen dass, wer dauerhaft schlecht schläft, meist einsamer ist. Dafür hielten sie Probanden eine Nacht lang wach und mussten am Folgetag beurteilen, ab wann ihnen eine Person zu nahe kam. Das Ergebnis war eindeutig, unausgeschlafene Probanden fühlten sich um bis zu 60 Prozent schneller bedrängt als die Vergleichsgruppe.

Geringere Empathie

Mithilfe der Magnetresonanztomografie konnten die Forscher zeigen, dass Schlafmangel auch Einfluss auf unser Empathievermögen hat, die dafür zuständigen Hirnareale sind bei Schlafmangel weniger aktiv.

Wechselwirkung

Wenig Schlaf führt dazu, dass man andere Menschen eher meidet. Das Umfeld nimmt einen als unsympathisch war und meidet wiederum den Schlaflosen. So gerät man schnell in einen sich selbst verstärkenden Kreislauf. Dazu kommt noch, dass sich soziale Isolation wiederum negativ auf die Schlafqualität auswirkt.

Wer es aber schaffte, eine Nacht lang durchzuschlafen, kann diesem Kreislauf entkommen und wieder offener auf seine Mitmenschen zugehen.