Rund fünf große Krisen kommen im Leben auf einen zu Foto: Nastia11/iStock/Thinkstock

Da hilft kein Betteln und kein Flehen, Krisen gehören zum Leben nun mal dazu. Steckt man mittendrin, erscheinen sie einem oft unüberwindbar, doch überwindet man sie, geht man meist gestärkt daraus hervor. Und eines kann man sich sicher sein: Man ist mit seiner Krise nicht allein, denn durch die folgenden emotionalen Täler müssen die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens gehen.

1. Pubertät

Bereits die Kindheit ist von Krisen durchzogen, doch die einschneidenste ist sicherlich die Pubertät. Plötzlich steht die Welt Kopf, Zigaretten schmecken und Mädchen sind gar nicht mehr so uninteressant. Dafür nerven die Eltern einfach nur noch. Und trug man letztes Jahr noch nur schwarze Klamotten, entscheidet man sich in diesem Sommer für neongrüne Fingernägel. Die Frisur wechselt sowieso im Abstand von drei Monaten, genauso wie die Stimmung: Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt ist in diesen aufreibenden Jahren alles mit dabei. Die Pubertät beginnt heutzutage im Alter von etwa zwölf Jahren ein, das Gehirn entwickelt seine volle Fähigkeit zur Planung und Überblicken von komplexen Situationen aber erst mit 20. Eine Krise, die also länger andauert als die meisten denken und in der man aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Hirnentwicklung oft wirklich nicht in der Lage ist, Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren.

2. Quarterlife-Crisis

Kaum ist man den Kinderschuhen entwachsen und hat die Pubertät hinter sich gebracht, droht auch schon die nächste Krise: Zwischen 21 und 29 Jahren trifft sie einen, besonders gerne kommt sie, nachdem man sein Studium beendet hat. Man beginnt, alles in Frage zu stellen. Ist man gut genug? Hat man sich für die richtige Ausbildung entschieden? Wird man einen Job finden, der einem gefällt? Oder ist man der ewige Praktikant? Und wird man Glück in der Liebe finden? All diese Fragen quälen einen und führen dazu, dass man sich einsam, verzweifelt und von den anderen abgeschieden fühlt. Horrormeldungen in den Medien zu Klimawandel, Kriegen und Terror tun ihr übriges dazu und man fühlt sich ganz klein in einer ganz furchtbaren Welt, in der alle etwas leisten, außer man selbst weiß nicht, was man mit sich anfangen soll … Doch es gibt auch etwas positives zu vermerken: Wer die Quarterlife-Crisis durchlebt, wird dafür oftmals von der Midlife-Crisi verschont.

quartercrisis.jpg
Mitte 20 fragt man sich plötzlich nach dem Sinn von alldem Foto: Poike/iStock/Thinkstock

3. Midlife-Crisis

Hat man mit 30 dann doch erkannt, dass das Leben eigentlich schön ist, beginnen sich die meisten Menschen häuslich einzurichten. Familienplanung, Heiraten und eine kuschelige Bleibe für die Familie finden ist nun für viele ein großes Thema. Dafür nimmt man gerne längere Arbeitszeiten in Kauf und setzt autotechnisch auf einen praktischen Van mit integrierten Kindersitzen. Kommt im Alter zwischen 40 und 50 aber die wilde Sehnsucht nach einem roten Sportwagen auf, befindet man sich vermutlich in der Midlife-Crisis. Man grübelt über sein Leben nach, fragt sich, ob man schon die richtigen Entscheidungen getroffen hat oder ob man es hätte besser machen können. Das kann einen für einige Zeit ganz schön aus der Bahn werfen, die meisten Menschen gehen aus dieser Krise aber gestärkt, ruhiger und mit einer bewussteren Lebenseinstellung hervor.

4. Pensionierung

Nach der Midlife-Crisis hat man ja noch einige Jahre zu arbeiten, doch irgendwann ist er da, der letzte Arbeitstag. Selbstständige können es sich freier aussuchen und werden mit diesem Lebensabschnitt vielleicht besser zurechtkommen, doch wer sein Leben lang in einem festen Angestelltenverhältnis gearbeitet hat, erfährt nun auf einmal Leere in seinem Leben. Keine Arbeitskollegen mehr, mit denen man rumblödeln kann, kein Stress, kein Telefon, das ständig läutet. Eigentlich angenehm, aber wer jetzt keine Hobbys oder eine attraktive Freizeitgestaltung findet, fühlt sich nun oft verloren und einsam. Anstatt resignieren, sollte man erkennen, welche Chancen dieses Alter bietet, wie frei man nun ist. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Reise?

pension.jpg
In der Pension sollte man das Beste aus der Zeit machen Foto: oneinchpunch/iStock/Thinkstock

5. Liebeskummer

Ein Schmerz, den jeder kennt – sei es bereits im Sandkasten oder aber erst später bei der ersten großen Liebe: Zurückweisungen und Trennungen schmerzen und können einen in die schwersten Krisen stürzen. Wie soll man nur ohne den anderen weiterleben? Häufig fällt die Liebeskummerkrise mit der Quarterlife-Crisis oder der Midlife-Crisis zusammen und verstärkt diese noch. Laut Psychologen sind Trennungen Extremsituationen, der Verlassene ist einer Situation schutzlos ausgesetzt und leidet nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. An Schlaf ist nicht zu denken, der Kreislauf macht schlapp, viele werden depressiv und wollen sich nur noch zu Hause einigeln. Da muss man eben durch, bekommt man von den anderen zu hören, doch laut Psychologen wird Liebeskummer in unserer Gesellschaft tatsächlich zu wenig ernst genommen! Denn diese Krise kann einen wirklich nachhaltig aus der Bahn werfen. Laut Psychologen haben sich die meisten Menschen aber nach ein bis zwei Jahren davon erholt und sind bereit, wieder eine neue Liebe in ihr Leben zu lassen. Es gibt jedoch schwerwiegende Fälle, die sich auch nach Jahren nicht mehr erholen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn jemand vom Partner erhofft hat, dass er all seine Probleme lösen wird. Entscheidet sich dieser Partner dann, die Beziehung zu beenden, bricht für den Hilfesuchenden eine Welt zusammen, mit teils dramatischen Folgen.

Mehr zum Thema: