Bei diesen Namen schaut man zweimal hin Foto: Wavebreakmedia Ltd/Wavebreak Media/Thinkstock/weekend.at

So wie es skurrile Nachnamen gibt, gibt es in Deutschland und Österreich auch jede Menge Ortsnamen, bei denen man einen zweiten, irritierten Blick aufs Navi wirft, um sich zu versichern, dass man sich nicht verlesen hat. Teilweise beneidet man die Bewohner solcher Dörfer nicht wirklich, wer möchte schon gerne Unterschaden als seinen Herkunftsort angeben müssen? Die Frage, ob in diesem Fall ein Umzug nach Oberschaden als gesellschaftlicher Aufstieg gilt, muss jeder für sich selbst beantworten … Ob man da nicht doch lieber in Namlos wohnen möchte? Hier einige der skurrilsten Ortsnamen, die der deutschsprachige Raum so zu bieten hat.

1. Arschlockwinkel (Dachsteingebiet)

Nicht am Arsch der Welt, sondern am Fuße des Dachsteinmassivs im Salzkammergut findet man den Arschlockwinkel, ein dank des Namens sicher bekanntes und beliebtes Klettergebiet. Wer jetzt den Namen auf Google Maps eingibt, erhält allerdings keine Ergebnisse, der Name taucht so nur noch in alten Karten auf. Den Ursprung hat dieser Name im 19. Jahrhundert, als Landvermesser das Dachsteingebiet kartografierten. Was auf einer Karte sein soll, braucht natürlich auch einen Namen, also wurden die Einheimischen befragt. Die waren aber bald schon so genervt von den Landvermessern, dass sie aus Spaß lustige Namen erfanden. Ob die Landvermesser beim Erstellen der Karte wohl ahnten, dass sie, im wahrsten Sinne des Wortes, verarscht wurden?

2. Busendorf (Brandenburg)

Sollte der kleine Ort in Brandenburg etwa die perfekte Urlaubsdestination für alle Single-Männer sein? Nichts da, denn der Name Busendorf hat keinen sündigen Hintergrund, im Gegenteil! Früher war hier ein Kloster angesiedelt, in dem die Mönche sich zurückzogen und Buße ableisteten.

3. Türkei (Kärnten)

Zwischen Maria Gail und Gottestal findet man in Kärnten auch die Türkei – Multikulti sozusagen. Der Name erinnert an die Türkeneinfälle 1476.

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Foto: Google Maps

4. Edelschrott (Steiermark)

Ist das die Trash-Gemeinde mit Niveau? Die nicht einmal 2.000 Einwohner wären damit sicher nicht einverstanden! Denn mit Müll hat das alles nichts zu tun. Der Name leitet sich vom slowenischen "jelen", Hirsch, und dem mittelhochdeutschen Wort schrôt, das so viel wie abschneiden bedeutet, ab. Das Wappen der Gemeinde ziert deswegen auch ein Hirschhaupt.

5. Unterstinkenbrunn (Niederösterreich)

Ui, ob's da stinkt? Die sinkende Einwohnerzahl könnte dafür ein Indiz sein – statt 689 leben nun nur mehr 567 Einwohner in Unterstinkenbrunn. Auch wenn in Unterstinkenbrunn, das erstmals 1147 urkundlich erwähnt wurde, die Pest wütete und im Mittelalter sicher zweifelhafte Gerüche durch die Gassen zogen, hat der Name nichts mit schlechten Gerüchen zu tun, sondern die Schreibweise änderte sich im Laufe der Zeit einfach von Stinchenbrunn zu Stinkenbrunn.

6. Großklein (Steiermark)

Ja was jetzt, groß oder klein? Wollte man bei der Ortschaft Kleinklein doppelt sichergehen, dass schon jeder versteht, was gemeint ist, konnte man sich bei Großklein wohl nicht so recht entscheiden … Dabei hat der Name nichts mit der Größe zu tun, denn darauf kommt's ja nicht an. Vielmehr hat der Name slowenische Wurzeln und hat seinen Ursprung im Wort glina, was Lehm bedeutet.

7. Wixhausen (Darmstadt)

Da kann sich wohl niemand das Schmunzeln verkneifen. Ob der Playboy hier eine besonders hohe Absatzrate hat? Damit würde man den Einwohnern unrecht tun, denn der Namen leitet sich von Wickenhausen ab, was soviel wie Siedlung am Weiher bedeutet.

8. Fucking (Oberösterreich)

Der Klassiker unter all den lustigen Ortsnamen darf natürlich nicht fehlen. Die kleine Ortschaft mit gerade einmal 93 Einwohnern ist mittlerweile dank Internet und Social Media weltberühmt, die Ortsschilder werden mittlerweile einbetoniert, um sie vor Diebstahl zu beschützen. Ebenso skurril: Im Rahmen einer PR-Aktion der Seite Pornhub bekamen alle Dorfbewohner einen Gratiszugang zu dem an sonst kostenpflichtigen Angeboten – na einen Vorteil muss es ja haben in Fucking zu leben. Dagegen ist die Namensherkunft relativ unspektakulär: Im 6. Jahrhundert gründete ein Adliger mit Namen Focko die Siedlung, einige Jahrhunderte später lebte ein Adalpert von Vucckingen in der Region. 

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Foto: bizoo_n/iStock/Thinkstock

9. Jenseits (Oberösterreich)

Ja, es gibt sie, die Menschen, die aus dem Jenseits zurückgekehrt sind – vorausgesetzt, sie waren in der kleinen Ortschaft in St. Martin. Wem das zu unheimlich ist, der kann auch nach Diesseits, das gleich nebenan liegt. Aber von was liegen die Ortschaften dies- oder jenseits? Ausgangspunkt für die Namen ist das Schloss in St. Martin. Alles was jenseits des Flusses Antiesen liegt ist so eben Jenseits, der Rest Diesseits. Von nun an geht man also nicht mehr über den Jordan, sondern über den Antiesen.

10. Wundschuh (Steiermark)

Na, wo drückt denn der Schuh? Ist das die Stadt für alle Psychotherapeuten? Oder fühlen sich hier doch eher alle High Heels tragenden Frauen verstanden, schließlich können Blasen etwas Furchtbares sein? Der Name hat tatsächlich etwas mit Schuhen zu tun – und mit Schlangen. Nicht umsonst ist diese auch das Wappentier von Wundschuh. Denn früher war die Gegend hier sehr sumpfig und viele Schlangen siedelten sich an. Um sich vor dem Wundbiss der Tiere zu schützen, trugen manche Menschen dicke Fellschuhe und wurden als Wundschuher bezeichnet.    

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