Leidenschaft zum Stricken Foto: shironosov/iStock/Thinkstock

Manche bemerken durch Zufall erst in der Pension ihr handwerkliches Talent, andere wiederum stricken, seitdem sie es von ihren Großmüttern gelernt haben. Für viele ist das kreative und produktive Hobby sogar der Ausweg aus der Isolation, mit dem sie einer ungewöhnlichen Leidenschaft nachgehen können.

Kreativ und produktiv

Eine Gruppe Männer aus Seattle beispielsweise trifft sich jeden Sonntag im Kaladi Brothers Coffee in Capitol Hill und tauscht sich über die neuesten Welt- oder persönlichen Ereignisse aus. Für sie geht es weniger um die Kleidungsstücke, die aus dem Hobby resultieren, sondern viel mehr um die kreative Beschäftigung, die Mühe und Eifer verlangt. Es ist eine Art Meditation, die Konzentration und Einsatz fordert und gleichzeitig eine gewissen Gruppendynamik entstehen lässt.

Gegen den Machismus

Eine ganz andere Motivation hingegen haben diese „Hombres Tejedores“ ("Strickende Männer"). Wer meint, alle Latinos seien Machos, wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt, denn eine Gruppe Chilener trifft sich regelmäßig an öffentlichen Plätzen, um gegen die Ungleichberechtigung der Frau in ihrem Land, gegen den noch vorherrschenden Machismus und für mehr Toleranz zu kämpfen. Stricken wird dort, wie fast überall auf der Welt, als eine weibliche Aktivität angesehen – das wollen sie ändern. Eine wunderbare Idee!