Frauen wollen gemocht werden, Männer bevorzugen klare Ansagen Foto: Anetlanda/iStock/Thinkstock

Frauen reden ständig, Männer üben sich im Schweigen? Dieses Klischee konnte die Wissenschaft in letzter Zeit widerlegen. Aber auch wenn Frauen jetzt nicht unbedingt mehr reden als Männer, so reden sie doch anders. Das kann zu Spannungen führen, besonders wenn Frau einfach nicht versteht, wieso Mann nicht kapiert, dass man genau dieses Wochenende einen romantischen Kurztrip machen möchte. Denn was bitte schön ist an "Könnten wir uns vielleicht mal wieder eine kleine Auszeit gönnen, das würde unserer Beziehung gut tun", nicht verständlich?

Frauen wollen gemocht werden

Kommunizieren Frauen, geht es ihnen immer auch um Harmonie und zwischenmenschliche Beziehungen, egal, um welches Thema es sich handelt. Es betrifft also das Meeting im Büro genauso wie das Beziehungsgespräch zu Hause. Studien konnten zeigen, dass Frauen viel öfters Personalpronomen wie "ich", "wir", "du" oder "sie" verwenden, als Männer. Schon nur bei der Wortwahl zeigt sich also, dass Frauen stets bestrebt sind, im Gespräch eine Beziehung aufzubauen. Das bedeutet, dass man sich als Frau im Job zwar bemüht durchzusetzen, gleichzeitig aber dennoch von allen Beteiligten gemocht werden möchte. Männer kommunizieren da klarer.

Frauen suchen stets nach Bestätigung

Eine Studie zeigte außerdem, dass Frauen, wenn sie eine Aussage treffen, meist auch nach Bestätigung suchen. "Das schmeckt sehr gut", reicht ihnen nicht, nein, sie müssen ihr Gegenüber immer auch fragen: "Findest du nicht aus?" Frauen sagen also nicht einfach nur ihre Meinung, sondern suchen auf einer Beziehungsebene das Wohlwollen und Einverständnis der anderen Menschen.

Männer reden mehr – im Meeting

Männer reden über den Tag verteilt zwar nicht unbedingt weniger, doch ihre Aussagen zu einem Thema sind meist kürzer und klarer formuliert. Sie suchen weniger nach abmildernden Worten wie "vielleicht", "würde" oder "irgendwie", die Frauen gerne benutzen. Allerdings wiederholen Männer in Meetings häufig das Gesagte ihrer Vorredner – irgendwie müssen sie ja auf die täglichen 15.000 Worte kommen und gleichzeitig wollen sie die hierarchische Ordnung herausarbeiten. Durch diese Machtspielchen kommt es dazu, dass bei Sitzungen Männer meist mehr Redezeit beanspruchen als Frauen. Wer hätte das gedacht?

Frauen machen weniger klare Ansagen

Wieso ärgern wir Frauen uns eigentlich so oft darüber, dass unser Partner einfach nicht verstehen will, was wir uns wünschen? Wir sagen ihm doch tagtäglich sogar mehrmals, was wir uns von ihm erwarten. Aber tja, wenn er nicht hören will … Vielleicht sollten wir Frauen aber einmal versuchen, anders zu kommunizieren. Klare Ansagen könnten wahrlich das Geheimnis einer funktionierenden Beziehung sein! Denn Frauen benutzen nicht nur mehr abschwächende Worte, wenn sie ihre Meinung kundtun (vergessen Sie das Wort "vielleicht", Sie wissen schließlich ganz genau, was Sie von einer Sache halten), sondern formulieren ihre Wünsche auch indirekt. Wer also einen romantischen Kurztrip will, der sollte nicht zaghaft fragen "Könnten wir mal wieder auf Urlaub?", sondern sollte es klipp und klar sagen, ganz nach dem Motto: "Schatz, du und ich, wir fahren dieses Wochenende mal raus, das wird uns guttun!"

Über Vorschläge diskutiert man nicht

Denken sich jedenfalls die Männer. Machen Frauen einen Vorschlag, so sind sie gerne bereit, anzuerkennen, dass es nur eine Möglichkeit von vielen ist und dass man darüber diskutieren kann. Sie würden ihre Meinung deswegen auch wieder ändern. Männer eher … weniger. Fällt ihnen ein Vorschlag ein, steht der für sie meist in Stein gemeißelt – wem sollte dazu auch schon was Genialeres einfallen? Verhandeln? Bei Männern Fehlanzeige.

Heikel: Kritik

Passt einem Mann etwas nicht, sagt er es häufig gerade heraus, ohne zu bedenken, dass für eine Frau gerade eine ganze Welt zusammenstürzt. "Wieso hat er das nur gesagt, wie meint er das, ich hab alles falsch gemacht" – mit diesen Gedanken quält sich eine Frau sogleich. Kritik führt bei Frauen häufig zu einem Gefühl, ungeliebt zu sein. Daran haben sie schwer zu nagen. Werden Männer kritisiert, fühlen sie sich hingegen nicht ungeliebt, sondern in ihrem Stolz verletzt. Deswegen: Kritik immer behutsam äußern, da sind nämlich beide Geschlechter zart besaitet.

Reden Frauen über Schuhe und Männer über Sport?

Auch die Themen, über die gesprochen wird, unterscheiden sich bei Mann und Frau. Über Schuhe reden Frauen dabei gar nicht so häufig, sondern andere Menschen und Emotionen stehen im Vordergrund, genauso wie das Thema Gesundheit. Männer reden hingegen häufiger über ihre Arbeit und Hobbys – Fußball könnte also tatsächlich einen Großteil der männlichen Kommunikation ausmachen.