Männer fühlen sich von Streitereien schneller gestresst Foto: monkeybusinessimages/iStock/Thinkstock

"Nie machst du mir ein Kompliment", brüllt sie. "Hast du etwa mal wieder deine Tage?", kontert er trocken, mit dem zu erwartenden Ergebnis, dass sie noch wütender wird, da er sie anscheinend überhaupt nicht ernst nimmt und so ein wichtiges Thema mit einem simplen Achselzucken abtut. Auch wenn Männer Frauen mit ihrer manchmal nonchalanten Art an den Rand des Wahnsinns treiben können, sollte man als Frau wissen: Der tut nur so. Denn in Wahrheit sind Männer von Beziehungszwist viel mehr gestresst als Frauen.

Cortisolpegel steigt

Eine amerikanische Studie beauftragte Paare, eine Diskussion zu beginnen. Die Themen waren dabei vorgegeben: Zuerst sollte das Paar über allgemeine Dinge wie Politik, Wetter oder den neusten Netflix-Hit diskutieren, dann mussten drei Beziehungsprobleme angesprochen werden. Die Forscher maßen kurz vor den Diskussionen, gleich darauf und 20 Minuten nach der Debatte den Gehalt des Stresshormons Cortisol im Blut. Und siehe da, die Daten lügen nicht: Wurde über Beziehungsschwierigkeiten gestritten, waren die Cortisolwerte bei Männern stark erhöht und fielen auch lange Zeit nicht ab. Bei Frauen hingegen stieg der Wert nicht nur weniger stark an, sondern befand sich auch bald nach dem Streit wieder auf Normalniveau.

Männern setzt Streit zu

Männern scheinen hitzige Themen in der Beziehung also mehr zuzusetzen, während Frauen nach einem Gespräch eher ein befreiendes Gefühl verspüren, weil sie sich alles von der Seele reden (oder brüllen) konnten. Dabei war es egal, ob die Frau selbst sich eher als streitlustig einschätzte oder als absolut harmoniebedürftig empfand. Denn für Frauen gehören wichtige Themen nun mal auf den Tisch gebracht, während Männer Probleme nicht nur unter ebendiesen fallen lassen möchten, sondern, um ganz sicher zu gehen, am liebsten auch noch unter den Teppich kehren möchten.