Beim Marathonlauf werden Rekorde aufgestellt Foto: lzf/iStock/Thinkstock

Ambitionierte Hobbyläufer träumen davon, einmal im Leben an einem Marathon teilzunehmen – und ans Ziel zu kommen! Das war auch der Traum von Shiso Kanakuri, der mehr als 50 Jahre unterwegs war. Hier die skurrilsten Rekorde rund um den Marathonlauf.

1. Der längste Lauf

Der Japaner Shiso Kanakuri brauchte sage und schreibe 54 Jahre, um ans Ziel zu gelangen. Wie kann das sein? 1912 fand in Schweden die Olympiade statt und alle Hoffnungen der Japaner lagen auf Kanakuri, der damals 21 Jahre alt war und in seiner Heimat schon Weltrekorde aufgestellt hatte. Doch der Flug, das ungewohnte Essen und die ungewöhnlich warmen Temperaturen forderten ihren Tribut, Kanakuri war körperlich alles andere als fit. Nach 30 Kilometern konnte er nicht mehr und schleppte sich mit letzter Kraft in den Garten einer schwedischen Familie, die ihn mit Wasser versorgte und ihn, fürsorglich gemeint, ein Bett für eine kurze Rast anbot. Kanakuri schlief aber sofort tief und fest ein und wachte erst am nächsten Tag auf – da war das Rennen natürlich längst vorbei und der Läufer galt als vermisst. Sehr peinlich fand der Japaner, und stahl sich klammheimlich, ohne sich bei der Polizei zu melden, die ihn bereits suchte, nach Japan zurück. In Schweden galt er bis 1967 als vermisst, erst das Fernsehen konnte den Fall aufdecken und lud Kanakuri nach Schweden ein, und so beendete er im stolzen Alter von 75 Jahren nach 54 Jahren, 8 Monaten, 6 Tagen und 32 Minuten den längsten Marathonlauf der Geschichte.

2. Der älteste Läufer

Mit seinen 75 Jahren ist Kanakuri bei weitem nicht der älteste Läufer. Diesen Rekord beansprucht der Inder Fauja Singh für sich, der 1911 geboren wurde und mit über 100 Jahren am New York Marathon teilnahm. Er sammelt dabei Spenden für wohltätige Organisationen und lebt strikt vegetarisch! 2013 erklärte er seine aktive Laufkarriere für beendet.

3. Die häufigsten Marathonteilnahmen

Pat Farmer absolvierte für neun Monate lang jeden Tag zwei Marathons. So legte er unglaubliche 21.000 Kilometer zurück und lief durch 14 verschiedene Länder. Dabei sammelte er Geld für karitative Zwecke.

4. Schnellste Marathonläufer

Bei den Männern hält derzeit Wilson Kipsang, ein Kenianer, den Weltrekord. Er lief 2013 der Berlin Marathon in 2 Stunden, 3 Minuten und 23 Minuten. Bei den Frauen stellte die Engöänderin Paula Radcliffe 2003 den Rekord auf, sie lief den London Marathon in 2 Stunden, 15 Minuten und 25 Sekunden.

5. Schnellster Rückwärtsläufer

Wer sagt, dass man beim Laufen immer nach vorne blicken muss? Das dachte sich auch Markus Jürgend und lief 2017 den Hannover Marathon einfach rückwärts zu absolvieren. Er erreichte damit den respektablen 505. Platz und benötigte 3 Stunden, 38 Minuten und 27 Sekunden für die Strecke.

6. Älteste Stadt-Marathon

Bereist seit 1897 findet in Massachusetts alljährlich ein Marathonlauf statt. Im ersten Jahr nahmen 15 Läufer daran teil, die Strecke war damals auch noch "nur" 39 Kilometer lang. 1927 wurde die Strecke dann auf die klassische Marathonlänge von 42,195 Meter ausgebaut, ab 1972 durften dann auch Frauen antreten.

7. Schnellste Läufer im All

Der Astronaut Tim Peake lief 2016 im All, 400 Kilometer über der Erde, auf einem Laufband den London Marathon mit. Er benötigte 3 Stunden und 35 Minuten und hält somit den unangefochtenen All-Rekord. 

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