Der richtige Song kann uns entspannen und für gute Laune sorgen Foto: Poike/iStock/Thinkstock

Musik hat eine tiefe Wirkung auf uns Menschen und nicht selten rührt sie uns zu Tränen und beschert uns eine Gänsehaut. Wem das häufig passiert, der soll laut einer Studie besonders intelligent und offener für neue Erfahrungen sein sowie mehr Vorstellungskraft besitzen. Musik hat auch eine therapeutische Wirkung: Die Musiktherapie deckt ein breites Spektrum ab, Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen werden genauso behandelt wie Schlaganfall- oder Parkinsonpatienten. Musik bewirkt im Gehirn viele verschiedene Vorgänge, egal, ob man nun selbst musikalisch ist und gerne in die Tasten oder Saiten haut, oder ob man lieber anderen den Vortritt lässt und einfach nur genussvoll zuhört.

Bewusstes Berieseln

Damit Musik aber positiv wirken kann, muss man sie bewusst wahrnehmen und sich Zeit dafür nehmen. Denn berieselt werden wir von Musik ständig, sei es im Supermarkt oder im Lift. Damit Musik uns aber gesund machen kann, müssen wir ihr die nötige Aufmerksamkeit schenken und sie bewusst hören. Welches Genre man dabei bevorzugt, ob Klassik oder Heavy Metal, ist egal. Jede Musik, die man mag und an die Erinnerungen geknüpft sind, aktiviert im Hirn das limbische System, das auch für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist. Wenn man die Zeit findet, ganz in Ruhe seinem Lieblingssong zu lauschen, wird im Gehirn ein wahres Feuerwerk ausgelöst, das sich sowohl auf unsere geistige wie auch körperliche Gesundheit positiv auswirkt.

1. Gute Laune

Musik bewirkt ein Feuerwerk an Emotionen in unserem Gehirn und die Hormone Serotonin, Dopamin und Oxytocin werden vermehrt ausgeschüttet. So kann der richtige Song im passenden Moment Stimmungsaufhellend wirken. Nach einem stressigen Arbeitstag sollte man also auf den richtigen Soundtrack für den Feierabend achten.

2. Besseres Immunsystem

Besonders in der kalten Jahreszeit sollte man ruhig öfter mal intensiv Musik hören. Denn durch die gute Stimmung, die das Feuerwerk an Hormonen hervorruft, bildet der Körper mehr Abwehrstoffe. Mehrere Untersuchungen konnten zeigen, dass Musik das Immunsystem stärkt. Beethovens 5. Sinfonie macht die fiesen kleinen Schnupfenerreger also ganz einfach platt.

3. Entspannung

Nicht jede Musik entspannt uns. Ein schlechter Song im Radio kann sogar richtig nerven. Trifft die Musik jedoch unseren Geschmack, so wird in unserem Gehirn das Ruhenetzwerk aktiviert und wir können uns tief entspannen und den Gedanken freien Lauf lassen.

4. Demenz einfach wegklimpern

Nichts hält das Hirn mehr fit, als das Erlernen eines Instruments. Forscher nennen die Fähigkeit des Gehirns, sich immer wieder zu verändern und neu zu vernetzen,  Neuroplastizität. Erlernt man ein neues Instrument, sieht man auf Hirnscans bereits nach 20 Minuten Üben Auswirkungen auf das Gehirn. Und ein Gehirn, das gefordert und ständig neuen Reizen ausgesetzt wird, kann dabei helfen, Demenz und Alzheimer vorzubeugen.

5. Selbstkontrolle & Konzentration

Wer selbst ein Instrument spielt und dies mühevoll erlernt hat, verfügt über mehr Selbstkontrolle. Denn durch das regelmäßige Üben, das Wiederholen des immer gleichen Taktes, lernt man, dass gut Ding Weile braucht, dass man hartnäckig sein Ziel verfolgen muss und dass man beim Üben eben nicht alle fünf Minuten aufspringen kann, um schnell was anderes zu erledigen. So lernen bereits Kinder, konzentriert und ohne Ablenkung für eine bestimmte Zeit bei einer Tätigkeit zu bleiben. Der Fortschritt, den man so macht, ist dann die größte Belohnung.

6. Emotionale Kompetenz

In Studien konnte gezeigt werden, dass der Genuss von Musik so tief an unseren Emotionen rührt, dass auch unsere emotionale und soziale Kompetenz gesteigert wird. Musikliebhaber können sich besser in andere Menschen hineinversetzen und verhalten sich auch rücksichtsvoller. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass sich Kinder, denen ein aufheiterndes Musikstück vorgespielt wurde,  kooperativer verhalten. Wer aktiv in einer Band spielt oder im Chor singt, erlernt außerdem eine höhere Kompromissfähigkeit. Denn nur durch Absprache mit den anderen Musikern wird ein Song harmonisch.