Wer sein Gewicht halten will, muss genügend trinken Foto: g-stockstudio/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

1. Zu viel Stress

Chronischer Stress regt nachweislich die Gewichtszunahme an: Unter Dauerdruck setzt die Nebennierenrinde Cortisol frei, wodurch der Körper seine Fettreserven verstärkt. Dazu wird unser Heißhunger auf kohlenhydratreiche Speisen angeheizt, der nebenbei seelischen Frust kurzfristig kompensiert - und damit wie eine Belohnung in schweren Zeiten wirkt.

2. Zu wenig Flüssigkeit

Damit unsere Organe ihre Arbeit optimal verrichten können, sind sie auf Flüssigkeit angewiesen. Tückenhaft ist, dass das Durstgefühl nachlässt, je weniger wir trinken. Symptome wie Müdigkeit, mangelnder Antrieb oder Gewichtszunahme infolge von Verdauungsproblemen werden von den Betroffenen nicht immer auf Anhieb mit Wassermangel in Verbindung gebracht. Ein Problem, das sich in der Regel relativ einfach lösen lässt. Kleiner Tipp: Wer vor jeder Mahlzeit zwei Gläser stilles Wasser trinkt, zügelt seinen Appetit und nimmt auch leichter ab.

3. Zu viel (oder falsches) Workout)

Die alte Formel lautet: Solange man sich mehr bewegt als man isst, hat man kein Gewichtsproblem. Aber Untersuchungen zeigen, dass dies nicht uneingeschränkt gilt. Gerade Cardio- oder Lauftraining können aufgrund der Kalorien, die sie verbrauchen, erst recht den Appetit anheizen und Hobby-Sportler dazu verführen, öfter und mehr zu essen und am Ende leichter zuzunehmen. Fitness-Kenner setzen daher bevorzugt auf intensives Intervall-Training, das die Muskelbildung fördert, ohne den Heißhunger zu steigern.

>>> Fett durch zu viel Sport? 5 Tipps, die das verhindern

4. Zu wenig Eiweiß

Proteine fördern den Aufbau unserer Muskulatur und kurbeln die Fettverbrennung an. Nicht zuletzt deshalb sind sie bei Ernährungsumstellungen unverzichbar. Bekommt der Körper zu wenig davon, riskiert man, dass sich die Muskeln zurückbilden, und die Fettreserven um Bauch und Hüfte größer werden. Dies birgt auch weitere gesundheitliche Risiken wie Bluthochdruck oder Diabetes.

>>> Die Top 10 der proteinreichsten Lebensmittel

5. Zu spätes Essen

Immer flexiblere Arbeitszeiten können regelmäßige Mahlzeiten zu festgesetzten Zeiten erschweren. Verständlich, dass man sich abends nur noch auf ein ausgiebiges Essen in den eigenen vier Wänden freut. Wer die kalorienreichsten Lebensmittel jedoch zwischen 15 und 22 Uhr zu sich nimmt, hält sein Gewicht mit zunehmendem Alter deutlich schwerer, vor allem, wenn noch Stress und mangelnde Bewegung dazu kommen. Ein Ausweg: ausgiebig frühstücken, vorkochen und aufgewärmte Portionen zu Mittag - soweit möglich - im Büro verzehren. Hier dürfen es gut und gerne Kohlenhydrate sein, wenn man diese nach 14 Uhr sukzessive zu Gunsten proteinreicherer Mahlzeiten zurückfährt.

6. Zu viel Gesundes

Der Entschluss ist gefasst, mit den Kalorien ist Schluss: Leicht tappt man im anfänglichen Überschwang in die Null Toleranz-Esspolitik, verkneift sich jegliche Süßigkeiten und alles, was nur irgendwie gut schmecken könnte. Ein seelischer Druck, der sich auch zu einer Manie auswachsen kann und wie zum Hohn sogar verhindern kann, dass man abnimmt - oder am Ende sogar bewirkt, dass man zunimmt. Kontraproduktiv, meinen Ernährungswissenschafter, und raten Klienten, bis zu 100 Gramm Süßes am Tag zu sich zu nehmen - am besten am Vormittag oder frühen Nachmittag.

7. Zu viel Energie

Mit zunehmendem Alter nimmt der durchschnittliche tägliche Energiebedarf sukzessive ab. Wer gleich viel Kalorien zu sich nimmt wie in seinen 20ern, bekommt in der Regel spätestens ab 40 die Rechnung präsentiert. Auch hier ist nicht Verzicht oberstes Gebot, sondern Maßhalten. Eine bewährte Methode hat damit nicht nur Musiker Chris Daughtry gefunden: Allein dadurch, dass er über Monate nach 18 Uhr keine Mahlzeiten mehr zu sich nahm, verlor er zehn Kilogramm. Dank proteinreicherer Ernährung und einer Reduktion von Kohlenhydraten wie Nudeln, Reis, Brot oder Kartoffeln speckte Serienstar Michael Weatherly ohne größere Anstrengung rund 20 Kilogramm ab. Ernährungswissenschafter raten obendrein Back-Fans, die Zuckermenge um ein Drittel zu reduzieren - geschmacklich merkt man es kaum, aber kalorientechnisch deutlich! Das gilt auch beim Kochen - wer beim Salz spart und dafür vermehrt mit frischen Kräutern würzt, regt zusätzlich die Verdauung und Fettverbrennung an.

8. Zu viel Obst

Früchte stecken voller Vitamine und Nährstoffe, manche von ihnen aber auch voller versteckter Kalorien. Vor allem abends eingenommen sind diese nicht weniger tückenhaft als Süßigkeiten - etwa Mandarinen, Avocados oder reife Bananen. Auch hier macht's am Ende die Dosis - und die Uhrzeit. 

>>> Essen nach der Uhr: Schlank bleiben ohne Verzicht

9. Zu viel Spontaneität

Sie finden Einkaufszettel überbewertet oder finden nicht die Zeit, einen zu schreiben? Amerikanische Studien konstatieren einen Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und ungeplanten Käufen. Demnach geben rund 33 Prozent der Frauen und rund 17 Prozent der Männer Impulskäufen nach, wenn sie mit der Bankomat- oder Kreditkarte zahlen. Besonders beliebt: Süße oder salzige Snacks, die in der Warteschlange an der Kassa noch rasch in den Einkaufswagen oder den -korb wandern. Spontaneität, die sich zu Hause fortsetzt: Wer täglich erst kurzfristig entscheidet, was er isst, neigt tendenziell eher zu kohlenhdyratreichen, dafür wenig nahrhaftem Essen oder Fertiggerichten - was sich am Ende wieder auf der Waage niederschlägt. Buchstäblich leichter hat es, wer überwiegend bar zahlt und damit nicht riskiert, mehr auszugeben als geplant, vorplant, gezielt einkauft und (vor-) kocht. Hat man dadurch am Ende nicht nur mehr Kontrolle über sein Budget, sondern auch das Gewicht.

10. Zu wenig Schlaf

Unregelmäßige und zu kurze Schlafeinheiten fördern auf Sicht nicht nur den Alterungsprozess der Haut bzw. beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit sowie das Konzentrationsvermögen, sondern bringen auch den Organismus durcheinander. Chronischer Schlafmangel heizt nämlich auch unseren Heißhunger auf Fast Food und Süßes an - und das just zu jenen Zeiten, wenn die Verdauungsorgane eigentlich Erholung benötigen.