Für ein gemütliches Schlafzimmer reichen bereits wenige Akzente Foto: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Lange wurde das Schlafzimmer stiefmütterlich behandelt - ist es doch jener Raum, in dem man sich "nur" zum Schlafen aufhält und in den sich Besucher selten verirren. Daher ist auch keine Deko nötig, Pflanzen sind überflüssig, und stylisch muss der Raum wohl auch nicht sein. Achtung, falsch gedacht! Gerade dem Schlafzimmer sollte nämlich sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet werden - schließlich verbringen wir rund ein Drittel des Tages darin, und nicht zuletzt hat der Schlf überlebenswichtige Aufgaben: Er ist essenziell für körperliche und geistige Erholung, Organismus, Gehirn und Stoffwechsel arbeiten auf Sparflamme, und Zellschäden werden laut Wissenschaft repariert (Stichwort "Schönheitsschlaf"). Hier einige Tipps, wie das Schlafzimmer zum trendigen Wohlfühlraum mit Persönlichkeit wird.

1. Größenordnung

Kleine Schlafzimmer vermitteln eine kuschelig-höhlenartige Atmosphäre, große Räume ein Gefühl von luftiger Freiheit - wo es sich besser schläft, bleibt jedem selbst überlassen. Laut Wohnpsychologen gibt es aber doch eine Faustregel hinsichtlich der Größe des Schlafzimmers: Pro Person sollte der Raum nämlich mindestens 7,5 Quadratmeter groß sein - so gewährleistet er ausreichend Sauerstoff für die Nacht.

2. Dekor-Pracht

Wie für alle anderen Räume gilt auch fürs Schlafzimmer: Zu viel Deko und Accessoires machen den Raum kleiner und lassen ihn unaufgeräumt und unruhig wirken - um zur nötigen Ruhe zu komen, sollte man gerade das Schlafzimmer also nicht vollpacken.

Tipp: Nicht fehlen dürfen aber persönliche Dinge wie Fotos oder Erinnerungsstücke. Damit diese aufgeräumt wirken, empfiehlt es sich, sie in harmonisch angeordneten Gruppen anstatt kreuz und quer zu platzieren. Und Achtung: Da unerledigte Aufgaben immer für Unruhe sorgen, hat Arbeit absolut nichts im Schlafzimmer zu suchen! Also raus mit dem Laptop, den Lehrbüchern und den Unterlagen, die noch durchgeackert werden sollten.

Tipp: Pflanzen machen Räume gleich viel wohnlicher. Und bestimmte Pflanzen sind durchaus fürs Schlafzimmer geeignet: Die Grünlilie etwa, das Einblatt oder die Efeutute, den Sauerstoffgehalt konstant zu halten, ausgeatmetes CO2 abzubauen sowie die Luft zu reinigen.

3. Natürlich schlafen

Nicht nur schön anzusehen, sondern auch wichtig fürs Wohlgefühl sind natürliche Materialien wie Vollholz und weiche, natürlich behandelte Textilien. Vollholz ist in puncto Wohlfühlatmosphäre nicht zu toppen: Ihm wird eine positive Wirkung auf Nerven, das Herz-Kreislauf-System, allgemeines Wohlbefinden und das Raumklima nachgesagt. Immer mehr von sich reden machen metallfreie Möbel, die durch findige Stecksysteme zusammengehalten werden - so stören auch keinerlei elektromagnetische Felder den guten Schlaf. Weiche Textilien wie Samtbezüge auf Hockern, leichte Satin-Bettwäsche oder wärmende Wolldecken sorgen für einen hohen Kuschelfaktor und so für höchstes Wohlbefinden.

4. Stilfrage

Romantischer Landhausstil oder puristisch-schlichte Linien, traditionell-rustikaler Style oder doch lieber runde, organische Formen? In welchem Stil das Schlafzimmer eingerichtet wird, hängt ausschließlich vom persönlichen Befinden ab - erlaubt ist, was gefällt. Wenig überraschend ist, dass das Bett das zentrale Möbelstück im Schlafzimmer ist. Daher darf es auch ruhig zmu Eyecatcher werden: So zieht ein "schwebendes" Bett, das dank mittig platzierter Säule ohne klassische Möbelbeine auskommt, alle Blicke auf sich, während ein mit farbigem Stoff bespanntes Bett für bunte Akzente sorgt oder das königlich-hohe Boxspringbett höchsten Kuschelfaktor verspricht.

Tipp: Dank eines gemütlichen Lesestuhls samt zugehöriger Leselampe wird das Schlafzimmer auch untertags zum entspannenden Rückzugsort.

5. Lichtspiele

Gutes, direktes Licht muss grundsätzlich in jedem Raum installiert sein, auch im Schlafzimmer. Ideal für diesen Raum ist aber eine dimmbare Grundbeleuchtung, um die Lichtintensität an die Tageszeit und die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Eine sehr angenehme und kuschelige Atmosphäre schafft indirektes Licht, etwa am unteren Schrankrand, unter dem Bett oder hinter dem Kopfteil montiert - es sorgt für eine dezente Lichtquelle. Und besonders praktisch ist es dann, wenn es mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist - dann weckt zum Beispiel der nächtliche Gang zur Toilette weder den Partner noch macht er einen selbst richtig munter. Übrigens: Viele Menschen schlafen gerne mit geschlossenen Jalousien, um ja nicht vom Morgenlicht gestört zu werden. Tageslicht ist aber wichtig für den Biorhythmus - so wie die Morgensonne langsam den Tag erhellt, weckt sie auch den Schläfer sanft. Daher: lieber blickdichte Vorhänge wählen, die zwar angenehm abdunkeln, aber doch noch das Tageslicht erahnen lassen.