Der Herzmund bleibt ein Schönheitsideal Foto: Svetography/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Eine dicke Lippe riskieren, das ist mehr als nur salonfähig geworden. Die gefürchtete Schlauchbootlippe ist zwar nach wie vor ein No-go, aber dass "etwas gemacht" wurde, darf man ruhig sehen. Das gilt jedenfalls in besonders trendbewussten Kreisen. Alle anderen wünschen sich einfach ein bisschen mehr Volumen, ohne gleich fillern zu lassen (fillern = Unterspritzung mit Hyaluronsäure).

Nachfrage

Die Kosmetikindustrie hat den Hype erkannt und Produkte entwickelt, die eine aufpolsternde Wirkung versprechen. Meistens handelt es sich um Gloss. Sie nennen sich Plumper, Booster oder Volumizer, ihre Farbintensität ist geringer als die deckender Lippenstifte. Aber wie entsteht der gewünschte Volumeneffekt?

Was drinsteckt

Die Plumper haben einiges gemeinsam: So regen ihre Inhaltsstoffe die Durchblutung an. Bewährt sind etwa Minze, Limette und Stevia, aber auch Capsaicin aus Chili. Kein Wunder, dass es nach dem Auftragen kribbelt! Außerdem wichtig ist die Versorgung mit Feuchtigkeit – trockene Lippen wirken nie so voll wie befeuchtete. Hierfür kommen alle Arten von Ölen zum Einsatz, von Avocado bis Traubenkern. Und wenn es um Befeuchtung geht, darf natürlich die Wunderwaffe schlechthin nicht fehlen: Hyaluron. Es sorgt dank seiner Fähigkeit, viel Wasser zu binden, für den erwünschten Soforteffekt. Der Eindruck, die Lippen seien nach dem Auftragen der Produkte voller, liegt aber auch am glos­sigen und meist pastelligen Glanz: Visagisten raten bei schmalen Lippen von matten und dunklen Tönen ab.

Im Dauerbetrieb

Ob die Booster tatsächlich einen Langzeiteffekt haben? Einige Hersteller versprechen bis zu 30 Prozent mehr Volumen nach vierwöchiger Anwendung. Dafür müsste man aber sehr konsequent sein und den Lippenbooster mehrmals täglich ohne Unterbrechung anwenden.