Japan hat seinen Besucherin einige Besonderheiten zu bieten Foto: javarman3/iStock/Thinkstock

Andere Länder, andere Sitten: Wer nach Japan fährt, findet dort Besonderheiten, die es sonst wohl nirgendwo auf der Welt gibt. Hier zehn verrückt klingende Dinge, die einem in Japan erwarten.

1. Eulen Café

Auch Eulenfans kommen auf ihre Kosten: In Tokio gibt es ein Eulen Café. Während man einen Kaffee trinkt, kann man Eulen streicheln. Dass die scheuen Tiere eigentlich nachtaktiv sind, interessiert da niemanden. Zur Fütterungszeit bekommen die Tiere Wachteln und auch die Kaffeebesucher dürfen die Tiere füttern. Viele Tierschutzorganisationen gehen bei solchen Cafés auf die Barrikaden und beklagen die Lebensumstände der Tiere als nicht artgerecht.

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Eulen im Café – ob es in Japan auch Elefanten im Porzellanladen gibt?  Foto: Lars Nicolaysen / dpa / picturedesk.com

2. Unterwasserbriefkasten in Susami

Ein Briefkasten, der zehn Meter tief im Meer steht. Wer soll da bitte seine Post aufgeben? Die Idee für den Briefkasten kam dem ehemaligen Postboten der Stadt. Nicht etwa, weil die Nachfrage hoch gewesen wäre, sondern er wollte seiner Stadt etwas Besonderes verleihen und Touristen anziehen. Der Plan ging auf, der Briefkasten steht sogar im Guinness Buch der Rekorde und mittlerweile wurden bereits 38.000 Postkarten darin eingeworfen. Wichtig ist dabei nur, dass man wasserfeste Postkarten und einen Ölstift benutzt, dann verläuft auch nichts. Der Inhaber des Tauchladens von Susami stattet dem Briefkasten täglich einen Besuch ab, sammelt die eingeworfene Post ein und bringt sie ins normale Postamt, von wo aus die Karten dann ohne Atemnot die Reise in die Welt antreten.

3. Rauchen: Draußen verboten, innen erlaubt

Müssen bei uns die Raucher immer öfter vor das Lokal gehen, um eine zu rauchen, läuft es in Japan umgekehrt ab. Während auf der Straße – mit Ausnahme von speziell gekennzeichneten Raucherzonen – striktes Rauchverbot herrscht, ist in den meisten Lokalen der Griff zum Glimmstängel erlaubt. Auch Restaurants sind davon nicht ausgenommen. In Hinblick auf die Olympischen Spiele im Jahr 2020 wollte die Regierung ein Rauchverbot einführen, doch der Aufschrei in der Bevölkerung war groß, das Vorhaben wurde deswegen auf Eis gelegt.   

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In Japan ist Rauchen auf der Straße tabu Foto: antares71/iStock/Thinkstock

4. Geräuschvolle Toilette

Wie peinlich: Da ist man auf einer öffentlichen Toilette und es entwischt einem ein nicht gerade sanft pfeifendes, sondern eher laut tosendes Windchen. Ob die anderen das jetzt alle gehört haben? Am liebsten würde man in seiner Klokabine eingesperrt bleiben, bis alle potenziellen Tonzeugen den Toilettenraum wieder verlassen haben.

In Japan bleibt einem diese Situation erspart, in den öffentlichen Toiletten sind nämlich so genannte "Geräuschprinzessinen" angebracht. Diese spielt permanent das Geräusch der Klospülung ab, um von den körpereigenen Tönen abzulenken.

Wie kamen die Japaner auf diese Idee? Als es die Geräuschprinzessin noch nicht gab, betätigten die Japanerinnen aus Furcht vor eventuellen Geräuschmithörern die ganze Zeit die Spülung. Das Ergebnis: Die Scham nahm ab, der Wasserverbrauch zu. Die Lösung für dieses Dilemma wurde in der Geräuschprinzessin gefunden, mittlerweile kann man seine Sitzung am stillen Örtchen auch mit Vogelgezwitscher genießen, doch der Klassiker bleibt der – sagen wir– beruhigende Sound der Klospülung.

5. Toiletten der Zukunft

Nicht nur in auditiver, auch in olfaktorischer Hinsicht sind japanische Toiletten einzigartig, denn mancher – man muss es einfach sagen, japanische Toiletten verdienen den Namen – Thron ist mit einer eigenen Geruchsabsaugung ausgestattet. Wie praktisch, das peinliche Gerangel, wer zuerst aufs Klo gehen darf, entfällt somit. Die Sitzbrille wird in Japan standardmäßig beheizt und nach erfolgreicher Erledigung des Geschäfts verwandelt sich die Toilette in ein Bidet und reinigt einen mit Wasser – die Stärke des Wasserstrahls kann man per Knopfdruck dosieren. Ein Gebläse föhnt einen danach wieder angenehm trocken. Bei so einem Rundumservice empfiehlt es sich, genügend Lesestoff mit aufs stille Örtchen zu nehmen – die "Herr der Ringe"-Trilogie scheint vom Umfang her angemessen.

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Die Bedienungsanleitung als Klolektüre: Bei diesen Hightech-Toiletten durchaus hilfreich Foto: Alexandra Schuler / dpa / picturedesk.com

6. Schiefe Zähne als Schönheitsideal

Alle Zahnspangenverweigerer aufgepasst: In Japan gelten schiefe Zähne vor allem bei Frauen als Schönheitsideal. Schön schräg. Doch da schiefe Zähne junge Frauen kindlicher wirken lassen, sind die japanischen Männer ganz verrückt darauf. Wer jetzt nicht von Natur aus mit einer Zahnfehlstellung gesegnet ist, kann und sich künstliche Eckzähne über die echten kleben lassen. Kostenpunkt: rund 600 Euro.  

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Schiefe Zähne: In Japan der Hit Foto: Mladen_Kostic/iStock/Thinkstock

7. Pferdeeis

Hierzulande kennt man Pferdeleberkäse, in Japan gibt es Eissorten mit Pferd. Aber auch Wal, Haifischflosse, Austern, Spinat, Knoblauch oder Tomate gibt es. Die Frage ist nur: Isst man das als Dessert, als Vorspeise oder doch anstatt des Hauptgangs?

8. Maid Café

Japaner verkleiden sich gerne. Cosplay nennt sich das und so ist es im Land der aufgehenden Sonne nicht unüblich, sich in eine Mangafigur oder Hello Kitty zu verwandeln. Sehr beliebt (bei Männern) ist auch die Dienstmädchenverkleidung. Wie praktisch, dass es in Japan Maid Cafés gibt, in denen die Kellnerinnen als Dienstmädchen verkleidet sind und die Herren mit "Willkommen zu Hause" begrüßen. Wer hier befiehlt und wer gehorcht ist offensichtlich. Anfassen ist streng tabu, allerdings können sich die Gäste über eine Fußmassage freuen, auch gemeinsame Brettspiele stehen auf dem Programm. So wie es ein Maid Café gibt, gibt es auch ein Butler Café, weibliche Gäste werden dort als Prinzessin angesprochen. 

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"Willkommen zu Hause" im Maid Café Foto: Friso Gentsch / dpa / picturedesk.com

9. Nacktrestaurant

Sie stehen nicht so auf Verkleiden? Na zum Glück gibt's in Japan auch Nacktrestaurants. Gäste können dort so sitzen, wie Gott sie erschuf – ein Feigenblatt ist unnötig. Das erste Nacktrestaurant gab es in London, doch die Japaner haben strengere Einlassregeln: Wer mehr als 15 Kilogramm über dem Durchschnittsgewicht liegt oder tätowiert ist, muss draußen bleiben. Auch das Alter der Gäste ist geregelt, nur wer zwischen 18 und 60 Jahre alt ist, darf hinein. Beim Betreten muss man seine Kleidung ablegen, dafür bekommt man Einweg-Unterwäsche. Auch wenn man hier nicht viel Geld für das passende Outfit ausgeben muss, ist das Ganze doch ein teures Vergnügen: Will man von einem muskulösen Kellner in Tanga bedient werden, kostet der Eintritt rund 660 Euro – Essen nicht inlusive.   

10. Spielhöllen

Spielcasinos sind in Japan verboten, dafür gibt es überall bunte, grell blinkende Spielhöllen. Was man sonst nur vom Sommerurlaub in Jesolo kennt, findet man in Japan an jeder Straßenecke. Am beliebtesten ist dabei das Spiel "Pachinko". Die Spieler schießen dabei Metallkugeln auf das Spielfeld, je nachdem, in welches Loch die Kugel fällt, gibt es einen bestimmten Preis (meist aber keinen, auch in Japan sind die Automaten nicht gnädiger). In manchen Hallen stehen hunderte von Pachinko-Apparaten, der Geräuschpegel ist entsprechend hoch. Da das Spielen um Geld in Japan verboten ist, bekommt man beim Pachinko auch immer nur Sachpreise, von Feuerzeug bis Feingoldbarren ist alles mit dabei. Den Gewinn kann man dann ganz praktisch in eigens dafür vorgesehenen Geschäften, die nur wenige Meter von den Spielhallen entfernt sind, verkaufen. 

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In Japan spielt man nur um Sachpreise – und tauscht sie dann ein Foto: Friso Gentsch / dpa / picturedesk.com

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