So manch skurriles Gesetz kann den Urlaub teuer machen Foto: sebboy12/iStock/Thinkstock

1. Italien

Der Direktor des Nationalparks Cinque Terre an der italienischen Riviera hat die unbelehrbaren Kreuzfahrt-Touristen satt. Dutzende Schiffe steuern jede Woche den Hafen von La Spezia an und bringen Massen an Touristen mit. Diese wollen natürlich die malerischen Wanderwege entlang der ligurischen Küste erkunden. Das Problem dabei: Oft enden diese Ausflüge für die Urlauber im Krankenhaus. Schuld sind nicht die Wege, die durch die fünf berühmten Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore führen. Die Reisenden selbst mit ihren dünnen Stoffschühchen, Schlappen oder gar Flip-Flops tragen vor allem zur hohen Zahl an Unfällen bei. So handelt es sich bei den Wanderwegen zwar um leichte Strecken, aber geeignetes Schuhwerk ist vonnöten. Diesem unsinnigen Treiben soll nun ein Ende gesetzt werden. Patrizio Scarpedelli, der Direktor des Nationalparks, hat die Nase voll und setzte ein "Badelatschen-Verbot" für die Wanderwege im Park durch. Mit drastischen Geldbußen zwischen 50 und 2.500 Euro, sollen leichtsinnige Touristen ab dem Jahr 2020 zur Vernunft gebracht werden.

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Manarola ist eines der fünf Dörfer mit dem Schlappen-Verbot Foto: Travel and Still life photography/iStock/Thinkstock

Italien hat aber noch mehr juristische Besonderheiten zu bieten: In der Stadt Eboli können Küsse im Auto, die außerhalb des eigenen Grundstücks ausgetauscht werden, ebenfalls ziemlich kostspielig werden. Wer dieses Gesetz ignoriert, muss mit einer Strafe von bis zu 500 Euro rechnen. In Eraclea sollte man dem Drang, eine Sandburg zu bauen, widerstehen. Da man mit den Gebilden den Weg versperrt, untersagt das Gesetz sowohl Erwachsenen als auch Kindern das sandige Vergnügen. In Palermo auf Sizilien ist es Männern verboten, sich nackt am Strand zu zeigen. Das Verblüffende an dieser Regelung: Frauen dürfen dies sehr wohl tun.

2. USA

Amerika ist bekannt für seine ungewöhnlichen Ideen und ausgefallenen Produkte. Doch auch über so manches Gesetz kann man sich nur wundern. Wer in Pennsylvania nachts über die Landstraße fährt, braucht viel Geduld. Hier ist es Gesetz, dass alle Autofahrer jede Meile anhalten, eine Leuchtrakete abfeuern und anschließend zehn Minuten warten müssen. Damit soll man anderen Straßennutzern die Gelegenheit geben, die Straße zu räumen. Es geht aber noch schräger: Wer in Pennsylvania mit seinem Auto einer Gruppe von Pferden begegnet, ist dazu verpflichtet, anzuhalten und sein Fahrzeug mit einer Decke (farblich passend zur Landschaft) abzudecken. Sollte sich ein Pferd weigern, das Auto zu passieren, muss der Fahrer seinen Wagen von der Straße entfernen und in den Büschen verstecken. Klingt doch völlig logisch und praktikabel. Man hat ja auch immer Decken, die mit der Landschaft farblich harmonieren, im Auto.

Auch in New York gibt es ein Gesetz, das auf den ersten Blick sehr unsinnig erscheint, beim zweiten Blick aber doch im Vergleich zu anderen Regeln plausibel ist. Es ist strengstens untersagt, in Anwesenheit eines Pferdes einen Schirm zu öffnen oder zu schließen. Damit soll verhindert werden, dass sich das Tier erschrecken könnte, und in den Straßen von New York ein Verkehrschaos entstehen könnte.

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Neben einem Pferd darf in New York kein Schirm auf- oder abgespannt werden Foto: rehmno/iStock/Thinkstock
Wer seinen Urlaub in Virginia Beach verbringen möchte, sollte sich das Fluchen besser verkneifen. Der Strand und seine Umgebung sind per Gesetz eine "fluchbefreite-Zone".

In Illinois sollten Sie immer ein paar Dollar eingesteckt haben. Wer ohne wenigstens einem Dollar angetroffen wird, kann wegen Landstreicherei verhaftet werden.

Falls Sie in Indiana Urlaub machen, und Sie das dringende Bedürfnis überkommt, nachts über eine Autobahn zu spazieren, beachten Sie, dass Sie keine Schlusslichter dabei tragen dürfen.

3. Frankreich

Wer sich mit einem Kuss von seinem Liebsten verabschieden will, ist in Paris gut beraten aufzupassen, wo er das tut. In der Stadt der Liebe ist es nämlich seit dem Jahr 1910 tatsächlich verboten, sich an Bahnhöfen und in Zügen zu küssen. Den Anstoß für dieses skurrile Gesetz gaben Paare, denen der Abschied voneinander zu schwer fiel, was zu zahlreichen Verspätungen der Züge führte. Das Gesetz besteht übrigens heute noch.

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Am Pariser Bahnhof gilt: Umarmen: Ja, Küssen: Nein! Foto: nd3000/iStock/Thinkstock

4. England

Wer in englischen Pubs einer Frau die falsche Frage stellt, muss mit einer dreimonatigen Gefängnisstrafe rechnen. Männern ist es hier verboten, Frauen in Pubs nach Sex zu fragen. In London existiert noch ein richtig ungewöhnliches Gesetz: So ist es illegal, Ehefrauen nach 21 Uhr zu schlagen. Davor ist es anscheinend legitim. Echt jetzt? Haben Sie übrigens schon mal einen Heuballen im Kofferraum eines Londoner Taxis gesehen? Falls nicht, verstößt der Fahrer gegen ein Gesetz! Londoner Taxifahrer sind dazu verpflichtet, einen Heuballen im Kofferraum mitzuführen. Die Regel stammt noch aus der Zeit, als die Taxis von Pferden gezogen wurden - wird zum Glück von der Polizei seit Jahren nicht mehr kontrolliert.

5. Griechenland

Mit all den nackten Heldenstatuen könnte man meinen, dass gerade hier nackte Haut kein Problem darstellt. Wer aber in Griechenland seinen entblößten Hintern während der Fahrt aus dem Auto streckt, wandert sofort ins Gefängnis oder bekommt eine saftige Geldstrafe. Unanständiges Verhalten wird hier absolut nicht toleriert, schon gar nicht, wenn Alkohol im Spiel ist. Die Ausrede "Es war eine dumme Idee im Suff" ist somit passé.

Wenn Sie im Urlaub gerne Ihre High Heels tragen, lassen Sie das in der Akropolis und an anderen historischen Stätten in Griechenland lieber sein. Hier herrscht ein striktes High-Heels-Verbot. Der durchaus verständliche Grund: Die Pfennigabsätze könnten sich in den Boden bohren und so mit der Zeit die jahrhundertealten Geschichtsmonumente zerstören.

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Bei den jahrhunderte alten Geschichtsmonumenten in Griechenland herrscht High-Heels-Verbot Foto: Kisa_Markiza/iStock/Thinkstock

6. Deutschland

Auch hier gibt es so manches skurrile Gesetz. Im Jahr 1896 wurde bestimmt, dass auf einem Fußballfeld keine Bäume gepflanzt werden dürfen. Hat eine gewisse Logik! Wer sich im Sommer gerne ein wenig abkühlen möchte, darf dies in den Abwasserkanälen nur tun, wenn das zuständige Amt ausdrücklich seine Erlaubnis gegeben hat. Wahrscheinlich können die meisten dem Drang, dort zu schwimmen, auch mit Erlaubnis ganz gut widerstehen. In der deutschen Straßenverkehrsordnung findet sich noch ein Glanzstück der Gesetzgebung: Unbekleidet Autofahren ist gesetzlich erlaubt. Wer aber nackt aus seinem Fahrzeug steigt, muss mit einer Strafe von bis zu 40 Euro rechnen.

7. Thailand

Lassen Sie sich in Thailand nicht dabei erwischen, wenn sie auf einem Geldschein stehen. Auf dem thailändischen Baht ist nämlich der König abgebildet und der darf keinesfalls beleidigt werden. Ihre Füße in seinem Gesicht wären eine deutliche Majestätsbeleidigung. Also lieber aufpassen, wo man hintritt!