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In Österreich wird die Braut am frühen Morgen der Hochzeit gerne mit drei Böllerschüssen geweckt, mit denen böse Geister vertrieben werden sollen. Hat sich das Paar dann getraut, wird die schöne Braut auch gerne mal entführt – eine kleine Auszeit vom Gatten, in der meist das ein oder andere Schnapserl getrunken wird. Der Brautstrauß wird mit viel Zinnober geworfen, die Braut trägt etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues und etwas Geborgtes, jeder Gast darf sich über fünf süße Hochzeitsmandeln freuen und ein alter österreichischer Brauch besagt, dass die Braut mindesten ein Stück ihrer Unterwäsche verkehrt herum tragen soll, um böse Geister zu verwirren. Die meisten dieser Hochzeitsbräuche kennt man und praktiziert sie auch gerne – besonders die Freunde freuen sich meist diebisch über den Brauch, die Wohnung des zukünftigen Paares zu verwüsten. Diese Bräuche haben hierzulande eine lange Tradition, in anderen Ländern feiert man Hochzeiten hingegen ganz anders.

1. Drei Tage lang keine Toilette

Der wohl unangenehmste Hochzeitsbrauch kommt aus Borneo. Beim Volk der Tidong ist es üblich, dass Braut und Bräutigam drei Tage vor der Hochzeit nichts mehr aufs Klo dürfen. Was für eine Herausforderung – genauso wie eine gute Ehe. Wenigstens ist so garantiert, dass keiner der Partner kalte Füße bekommt, da man am Tag der Hochzeit endlich wieder aufs Klo gehen kann. 

2. Klopause und Küsse

Darf man in Borneo drei Tage lang nicht aufs Klo, sollte man es sich in Schweden gut überlegen, ob man als Braut oder Bräutigam wirkliche eine Klopause benötigt. Denn kaum ist einer der beiden kurz am stillen Örtchen, darf die gesammelte Hochzeitsgesellschaft über den Dagebliebenen herfallen und mit Küssen überhäufen.

3. Schwärzen der Braut

Normalerweise ist ein Brautkleid strahlend weiß und rein – in Schottland wird die Braut aber auch schon mal mit faulen Eiern, saurer Milch oder Fischsoße beworfen, angebunden und total verdreckt durch die Straßen geführt. Wer bis jetzt noch nicht mitbekommen hat, das bald eine Hochzeit stattfindet, erfährt es spätestens jetzt. Bis zur Hochzeit hat die Braut dann aber genug Zeit, sich wieder frisch zu machen.

4. Lächeln verboten

Hierzulande strahlen Braut und Bräutigam am großen Tag um die Wette – in Kongo hingegen gilt Lachen während der Zeremonie als verpönt. Schließlich ist heiraten eine ernste Sache und sollte dementsprechend gewürdigt werden. Nach der Trauung darf zum Glück wieder gelacht werden!

5. Strumpfband gegen Geld

In Frankreich tobt der Kampf der Geschlechter. Männer und Frauen versuchen sich  gegenseitig zu überbieten! Während die Männer der Braut Geld bieten, damit sie ihren Rocksaum einen Zentimeter nach oben zieht, bieten die anwesenden Frauen darauf, dass sie den Rock wieder senkt. Das Spiel geht so lange, bis das Strumpfband der Braut zu sehen ist – wer als letztes geboten hat, bekommt dieses dann. 

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In Frankreich dreht sich alles um das Strumpfband Foto: Staras/iStock/Thinkstock

6. Schläge auf die Fußsohlen

In Korea bekommt der Bräutigam Haue: Nach der Zeremonie werden seine Füße gefesselt und seine Fußsohlen entweder mit Fischen oder mit Holzstäben geschlagen. Was der Sinn von diesem Ritual ist? Auch wenn es verwundert, aber der Bräutigam soll so auf die Hochzeit vorbereitet werden.

7. Heul doch

Ob die Frauen in China sich auch auf die Fußsohlen schlagen, um besser weinen zu können? Hoffentlich nicht. Aber in einigen Regionen ist es Brauch, dass die Braut einen Monat vor der Hochzeit täglich eine Stunde lang weint. Nicht vor Trauer, sondern natürlich vor lauter Vorfreude! Nach zehn Tagen unterstützt die Mutter die Tochter, nach weiteren zehn Tagen vergießt dann auch die Großmutter Freudentränen. Man kann nur hoffen, dass die Braut bei der Hochzeit nicht rot verquollene Augen hat.

8. Kidnappende Elfen

In Irland muss man als Braut auf der Hut sein, denn böse Elfen wollen einen entführen. Schützen kann man sich nur dadurch, dass die Füße der Braut beim Hochzeitstanz ja nie den Boden verlassen. Wild herumspringen ist also nicht.

9. Geschlechtertrennung

In Marokko feiert das Brautpaar nicht gemeinsam, sondern getrennt voneinander. Und das auch nicht nur einen Tag lang, sondern die Feierlichkeiten können bis zu einer Woche lang anhalten. Am Abend wird die Braut immer mit viel Gejohle in das gemeinsame Schlafzimmer gebracht, sogenannte Hochzeitsbeauftragte halten sich dabei ebenso im Zimmer auf, um die Entjungferung bezeugen zu können.

10. Kaputte Socken für die Treue

In Dänemark ist es üblich, die rechte Socke des Bräutigams zu zerschneiden. Damit soll garantiert werden, dass der zukünftige Ehemann auch treu ist, denn welche Frau würde schon einen Mann mit löchrigen Socken wollen?