Voyeuristische Filmbiografien Foto: Dennis Van Tine / Zuma / Doug Peters / Ian West / PA /picturedesk.com

„Niemand weiß, was ich weiß und was ich gesehen habe. Nur ich kann meine Geschichte erzählen. Jeder andere, der es versucht, ist ein Scharlatan und ein Dummkopf. Sucht nach sofortigem Ansehen ohne dafür etwas zu leisten. Das ist die Krankheit unserer Gesellschaft“. Das schreibt das erzürnte Posting von Madonna persönlich, nachdem sie die weniger erfreulichen Nachrichten über ihre neue Filmbiografie, die ihr früheres, nicht ganz so jugendfreies Leben erzählen wird. „Universal“ hat sich unlängst die Rechte am Drehbuch von Elyse Hollanders gesichert.

Von der Queen zur Princess

Madonnas Entsetzen ist kein Einzelfall, denn die meisten prominenten Verfilmungen stoßen auf Gegenwehr. Neben der "Queen of Pop" war auch die "Princess of Pop", Britney Spears, alles andere als begeistert, als sie von „Britney Ever After“ erfahren hat, in dem besonders eine Szene voyeuristisch behandelt wird: Britneys persönlicher Tiefpunkt, als sie sich den Kopf rasierte. Vor allem aber Britneys Fans waren außer sich vor Wut, da der Sängerin nicht mehr Wertschätzung entgegengebracht würde.

„Amy Whinehouse vernachlässigt“

Diese Geschichte erinnert uns auch stark an die Filmbiografie von Amy Whinehouse, die nach ihrem tragischen Tod erschienen ist. Speziell ihr Vater Mitch war bestürzt über dessen Darstellung als geldgieriger und gleichgültiger Mann – Attribute, die ihm schon zu ihren Lebzeiten vorgeworfen wurden. Für Schaubegierige vermutlich ein Grund mehr, sich den Film anzusehen.

„Whitney Houston bisexuell“

Das bringt uns weiter zur nächsten Stimmlegende, über die zwar keine neue Verfilmung per se gemacht wurde, jedoch eine Dokumentation, die Whitney Houston als bisexuell outet. Sie soll immer eine Schwäche für ihre Langzeitfreundin und Assistentin Robyn Crawford gehabt haben, in der sie Sicherheit und Trost gefunden hat, so der Produzent. Whitneys Familie ist erschüttert über den Film von Nick Broomfield und soll ihm zufolge den Crew-Mitgliedern sogar E-mails geschrieben haben, das Projekt abzulehnen.

Voyeurismus bringt Geld ein

Der Grund, warum derartige Filmbiografien so gut funktionieren, ist, weil wir das Gefühl haben, die Persönlichkeiten schon zu kennen, so aber ihre tiefsten Geheimnisse erfahren zu dürfen. Eine gewisse Sensationssucht legen wir alle an den Tag. Wir dürfen nur nicht vergessen, dass Filmstudios mit Voyeurismus ihr Geld verdienen, ohne Kenntnisse über die tatsächliche Wahrheit zu verfügen. Die kennen vermutlich nicht einmal die engsten Vertrauten der Schlüsselpersonen...

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