Gianni Versace wenige Monate vor seinem Tod 1997 Foto: Pierre Verdy/AFP/picturedesk.com

Gianni Versace: Mordfall neu aufgerollt

Es war ein gewöhnlicher Morgen, als Gianni Versace am 15. Juli 1997 seine Villa in Miami Beach, Florida, verlassen wollte, um Zeitungen zu kaufen. Sein langjähriger Lebensgefährte Antonio D´Amico, ein ehemaliges Model, saß gerade beim Frühstück. als er zwei kurz hintereinander abgegebene Schüsse hörte. Versace starb in einer Blutlache auf den weißen Stufen seines Jauses. Erschossen wurde er von einem Serienmörder, der auch als Callboy für überwiegend reiche Kunden arbeitete. Der 27-jährige Andrew Cunanan war besessen von Prominenten und in vier Mordfällen verdächtigt. Zum Zeitpunkt des Mordes gehörte er zu Amerikas zehn meistgesuchten Verbrechern, in der amerikanischen "Vanity Fair" sollte damals sogar ein Artikel über den mysteriösen Schönling und Gigolo erscheinen. Nach seinem Tod musste Giannis kleine, partywütige Schwester Donatella über Nacht in die riesigen Fußstapfen treten und führt seitdem das Modeimperium weiter. Jetzt, 20 Jahre später, sollt die TV-Serie "American Crime Story" den Mordfall erneut detailliert auf. In den Hauptrollen werden die exotische Penélope Cruz als platinblonde Donatella und der rassige Edgar Ramírez als Gianni zu sehen sein. 

Reeva Steenkamp: Mord als Medienspektakel

Der Paralympic-Sprinter Oscar Pistorius war ein Weltstar. Doch die Mordnacht am Valentinstag 2013 zerstörte nicht nur das Leben seiner Freundin, Model Reeva Steenkampf, sondern auch sein eigenes. Pistorius hatte ausgesagt, dass er seine blonde Lebensgefährtin Reeva für einen Einbrecher gehalten habe, als er sie durch eine geschlossene Tür erschoss. Doch das Gericht glaubte ihm nicht und wies ihm "kriminelle Absichten" nach. Jetzt sitzt er wegen Mordes für sechs Jahre im Gefängnis. Pistorius´ Fall wurde medienwirksam vor den Augen der ganzen Welt ausgetragen. Nach 43 Prozesstagen, zahllosen Live-Übertragungen und öffentlichen Erniedrigungen ist der 30-Jährige ein Schatten seiner selbst. Jetzt soll "der schnellste Mann ohne Beine" versucht haben, sich im Gefängnis die Pulsadern aufzuschneiden. Offiziell ist die Rede davon, dass sich der Spitzensportler bei einem Sturz aus dem Bett verletzt habe. Dass er psychisch labil sei, hatten seine Anwälte vor Gericht immer hervorgehoben. Sollte der Verurteilte wirklich versucht haben, sich das Leben zu nehmen, wäre das ein Schock, wenn auch keine allzu große Überraschung. 

Maurizio Gucci: Die Mörderin ist reich

Patrizia Reggiani habe es nicht ertragen, von Exmann Maurizio Gucci verlassen worden zu sein und engagierte daraufhin einen Auftragskiller, um ihn töten zu lassen - so das Gericht. Sie selbst beteuerte stets ihre Unschuld und sprach von einer Verschwörung. Am 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio in Mailands Innenstadt erschossen worden. Laut Anklage war es ein "eiskalt geplantes Verbrechen" aus Geldgier, Neid und Hass. Der für den Mord zu 26 Jahren Haft verurteilten Italienerin wurden drei Jahre bedingte Haft erlassen. Nach 17 Jahren Gefängnis und drei Jahren Sozialdienst hat sie ihre Strafe abgebüßt. Ein Mailänder Berufungsgericht entschied, dass Reggiani zukünftig eine Million Euro pro Jahr als Pension erhalten soll. Das Geld war ihr von ihrem Exmann nach der Scheidung 1993 vertraglich zugesichert worden. Weitere 24 Mio. Euro soll die 68-Jährige für die Zeit kassieren, die sie im Gefängnis verbrachte und somit keine Rente beziehen konnte. Reggianis Töchter Alessandra und Allegra, die Gucci-Erbinnen weigern sich jedoch bisher, die Zahlungen an die Mutter zu leisten.

Rudolph Moshammer: Tod einer Kunstfigur

Hundedame Daisy, Schminke, Kitsch und Eleganz - genauso liebte die Öffentlichkeit, Presse und Münchner Schickeria Rudolph Moshammer. Viele kannten ihn, doch offenbar niemand wirklich. So opulent wie seine Mode, schuf Moshammer auch von sich selbst sein eigenes Bild. Wie stark nicht nur "Mosi" an seiner Kunstfigur festhielt, wurde nach seinem Tod klar. Dass viel Schein an ihm haftet, wussten die Menschen, doch groß war der Schock, als bekannt wurde, unter welchen Umständen er am 14. Jänner 2005 starb. Moshammer wurde von einem auf der Straße aufgegabelten Mann, der seinen Körper für Geld verkaufte, brutal erdrosselt. Sein Chauffeur Andreas Kapkan haben ihn wiederholt gewarnt, als sich Moshammer bei nächtlichen Fahrten durch München auf der Suche nach anonymen Sex der Gefahr aussetzte. Der Täter Herisch Ali Abdullah hatte Geldsorgen, sah Moshammers Aufforderung als "Wink des Himmels" und folgte ihm in dessen Villa. Dort kam es zu sexuellen Handlungen, anschließend erwürgt er den Modedesigner mit einem Kabel, um ihn danach auszurauben. Abdullah wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. 

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