Wer fleißig übt, hat immer die richtige Antwort parat Foto: SanneBerg/iStock/Thinkstock

Schlagfertigkeit – das ist die Kunst, im richtigen Augenblick genau die geistreiche und intelligente Antwort zu geben, die richtig sitzt. Kennen tun wir das alle – meist aus Filmen. Denn man selbst ist in den wirklich wichtigen Momenten leider meist um eine Antwort verlegen. Wem fällt auf „Du siehst heute aber fertig aus“, auch schon auf die Schnelle "Danke, dass es dir auffällt, ich gebe mir Mühe, mich dem allgemeinen Niveau anzupassen", ein. Aber es gibt ein paar gute Tricks, um demnächst ein wenig schlagfertiger zu werden.

1. Schnelligkeit zählt

Das um und auf bei der Schlagfertigkeit ist das richtige Timing. Einige Minuten Zeit zum Nachdenken? Fehlanzeige. Die Antwort muss wie aus der Pistole geschossen kommen – nur so kann sie treffend sein. Aller Anfang ist schwer, und so sollte man schon einmal mit sich zufrieden sein, wenn man bei einer verbalen Attacke überhaupt den Mund aufbekommt und irgendwas von sich gibt.

2. Spontanität erfordert Planung

Fasst man den Entschluss, künftig keine Attacken mehr unbeantwortet zu lassen, stellt sich die Frage: Was sagt man nun?  Am besten wirkt es natürlich, wenn man eine richtig originelle Antwort findet. Aber bevor man still ist, ist es besser, einige sogenannte Notfallsätze zu verwenden. Als da wären: Schön für Sie, na sieh einer an, ach was, so so. Klingt jetzt mal nicht atemberaubend, ist aber immer noch besser als einfach die Klappe zu halten.

3. Humor ist der rettende Anker

Was wäre das Leben ohne das Lachen? Nehmen Sie sich und die Welt mal einfach nicht zu ernst – so erscheint aller gleich weniger tragisch und ihnen fällt auch noch einfacher eine passende Antwort ein. Sympathisch wirken Sie dabei auch noch. Wenn einem einfach keine witzige Antwort einfallen will, kann man auch einfach mal lauthals drauflos lachen. Das verunsichert den anderen auch schon und man selbst gewinnt ein wenig Zeit.

4. Übertreibungen

Mit Übertreibungen kann man Anschuldigungen auch ins Leere laufen lassen. Je absurder die Übertreibung, desto besser. Bekommen Sie also zu hören: "Hast du Tomaten auf den Augen?", sagen Sie einfach: "Ja und in den Ohren pflanz’ ich Kartoffeln an, ich möchte mich gesünder ernähren."

5. Zeit gewinnen

Bevor man sich wild verhaspelt ist es hilfreich, wenn man etwas Zeit gewinnt. Um etwas Zeit zu gewinnen, kann man dem Angreifer eine Frage stellen. "Wie meinen Sie das genau?", "Können Sie das näher erläutern?", sind dabei Fragen, die nie falsch sind. Auch wirken Anschuldigungen, wenn sie erst umständlich erklärt werden müssen, gar nicht mehr so richtig. Bei einem Witz will man schließlich auch nicht die Pointe erklären müssen.

6. Niemals rechtfertigen

Nie, nie, aber auch wirklich niemals darf man sich rechtfertigen. Das wäre alles andere als schlagfertig. Denn dann würde man ja indirekt dem Angreifer recht geben und eingestehen, dass die Frisur heute wirklich nicht so optimal sitzt. 

7. Ablenkungen

Auch das ist eine gute Methode, um einer Konfrontation geschickt aus dem Weg zu gehen, ohne dumm dazustehen. Bekommt man zu hören: "Na wird’s bald?", kann man entspannt erwidern: "Nein, dauert noch. Und, was machen Sie so heute Abend?"

8. Zitate einbringen

Am besten noch in lateinischer Sprache, das wirkt besonders klug. Aber wer für jede Situation ein passendes Zitat parat hat, ist nie um eine Antwort verlegen und muss sich nicht wie einst Mark Twain eingestehen: "Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt."

9. Gegenfrage

Auch sehr elegant und auch für Anfänger gut geeignet: Die Gegenfrage. Auf "Wie kann man bloß so dumm sein?", kann man wunderbar mit einem: "Keine Ahnung, wie schaffen Sie das?", kontern.

10. Von den Großen lernen

Übung macht den Meister, aber auch meisterliche Aussprüche bekannter Persönlichkeiten können einen dazu motivieren, an seiner eigenen Schlagfertigkeit zu feilen. Ein wahrer Könner auf diesem Gebiet war Winston Churchill. Bei einer Abendgesellschaft musste er sich von einer der anwesenden Damen folgendes anhören:

"Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift geben." Churchill parierte diesen Angriff lässig mit den Worten: "Wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich es nehmen." 

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