Küssen kann man nicht genug Foto: SanneBerg/iStock/Thinkstock

Am 6. Juli feiern wir den internationalen Tag des Kusses. Ein guter Anlass, einmal genauer hinzusehen und zu schauen, was so ein Kuss eigentlich alles kann, immerhin küssen sich laut Anthropologen 90 Prozent der Weltbevölkerung. Wie man sich küsst, ist Geschmackssache, der längste Kuss dauerte laut Guinnessbuch der Rekorde übrigens 31 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden. Um in den Genuss der zahlreichen Vorteile, die so ein Kuss mit sich bringt, zu kommen, muss man zum Glück nicht so lange schmusen, ein ganz normaler Kuss, der heutzutage im Durchschnitt zwölf Sekunden dauert (in den 80er Jahren waren es noch 5,5 Sekunden) reich völlig aus. 

1. Küssen ist wichtiger als Sex

Alle Kussmuffel aufgepasst: Forscher fanden heraus, dass Paare, die sich häufig küssen, zufriedener mit ihrer Beziehung sind. Bei Paaren, die häufig Sex hatten, sich aber selten küssten, war dieser Effekt nicht feststellbar. Ob man auch einen Streit einfach wegschmusen kann? 

2. Anspruchsvollen Menschen sind Küsse wichtiger

Nicht allen ist ein gelungener erster Kuss bei einem Date wichtig. Ist man mit seinem Single-Leben zufrieden und möchte sich gar nicht fest binden oder hat man an seinen zukünftigen Partner nicht gerade hohe Ansprüche, ist auch ein zu labbriger und missglückter Kuss kein Problem. Ist man hingegen ernsthaft auf der Suche nach einem festen Partner und stellt an diesen hohe Ansprüche, gewinnt das Küssen an Bedeutung. Denn wer möchte schon sein Leben mit jemandem verbringen, mit dem man kusstechnisch nicht auf einer Wellenlänge liegt?

3. Frauen sind Küsse wichtiger

Ein zart gehauchter Kuss in den Nacken, ein beschützender Schmatz auf die Stirn, ein leidenschaftlicher Zungenkuss – Frauen lieben Küsse in all ihren Variationen. Laut Umfragen hat das Küssen bei Frauen einen höheren Stellenwert als bei Männern, und das nicht nur am Anfang einer Beziehung. Das kann man jetzt romantisch betrachten, vielleicht liegt's aber auch einfach daran, dass Frauen anspruchsvoller sind.

4. Küssen entspannt

Ein Kuss löst eine wahre Hormonexplosion aus: Serotonin, Dopamin, Adrenalin (hui, wie aufregend!), Endorphin und natürlich das Kuschelhormon Oxytocin werden ausgeschüttet. Bei der geballten Ladung an Glückshormonen kann das Stress auslösende Cortisol nicht mithalten und macht sich deswegen lieber gleich vom Acker.

5. Küssen nimmt den Schmerz

Na, weh getan? Beim Kochen böse in den Finger geschnitten und die Tränen schießen nicht nur wegen der Zwiebel in die Augen? Dann ist es gut, wenn man nicht alleine ist und man einen Partner um sich hat, der einem ein Alles-wieder-gut-Bussi gibt. Denn durch die Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin beim Küssen wird das Schmerzempfinden gehemmt. Der zweite Vorteil, wenn man nicht alleine kocht? Die restlichen Zwiebeln darf nun natürlich die bessere Hälfte weiterhacken.

6. Küssen lindert Heuschnupfen

Wie wir wissen, stärkt Küssen das Immunsystem! Das ist natürlich im Winter besonders praktisch und man kann diese kalten Monate ruhig getreu dem Motto "Küssen gegen die Rotznase" gestalten. Doch auch im Frühling und Sommer sollte man als gesundheitlich verantwortungsbewusster Mensch öfters mal die Lippen eines anderen suchen, denn ein Kuss hilft auch bei Heuschnupfen. Eine japanische Studie fand heraus, dass sich nach 30 Minuten Küssen weniger Allergen-Antikörper und Histamine im Blut befinden. Ob man mit diesem Wissen seine Aufrisschancen im Park erhöhen kann?

7. Küssen als Workout

Die ganzen gesundheitlichen Vorteile des Küssens gibt es natürlich nicht einfach umsonst, für einen gelungenen Kuss muss der Körper auch einiges leisten! Bei einem Kuss sind 34 verschiedene Gesichtsmuskeln beteiligt, aber auch die Hals- und Rückenmuskulatur bekommt etwas zu tun, schließlich will man sich seinem Partner ja entgegenrecken. Der Energieverbrauch bei einem einzigen Zungenkuss beläuft sich auf stolze 20 Kalorien die Minute. Da kann man den hüftgoldbescherenden Sahneberg der vorhin mit dem Partner geteilten Malakofftorte ganz einfach wieder wegschmusen – Teamwork ist eben alles.

8. Küssen als Face-Lifting

Küssen sorgt nicht nur für die schlanke Linie, sondern zaubert auch ein faltenfreies Gesicht. Durch die Aktivierung sämtlicher Gesichtsmuskeln wird die Haut im Gesicht gestrafft. Und da unser Herz beim Küssen schneller schlägt, wird die Durchblutung verbessert – nach einem aufregenden Kuss hat unser Gesicht eine gesunde, frische Farbe und wirkt straffer. Ob man sich so verjüngt vielleicht nach einem jüngeren Kusspartner umsehen sollte …?

9. Knutschflecken

Manch einen erinnern hartnäckige Knutschflecken vielleicht an seine Jugend, als man ganz plötzlich für einige Tage nur noch mit Rollkragenpullover vor die Eltern trat, damit die auch ja nichts merken … Hatte man nicht zufällig das Glück zu einer Zeit aufzuwachsen, in der Rollkragenpullis der letzte modische Schrei waren, kann man rückblickend über so viel Naivität nur lachend den Kopf schütteln, die Frage, wie so ein hartnäckiger Knutschfleck schneller wieder verschwinden könnte, bleibt allerdings bestehen. Ein Knutschfleck ist im Grunde ein Bluterguss, der durch saugendes Küssen entsteht. Es kommt zu einem Unterdruck und kleine Blutgefäße platzen. Hat man einen besonders wilden Küsser erwischt, rennt man schon man tagelang mit dem Fleck herum und erntet von seinen Mitmenschen ein breites, wissendes Grinsen. Um sich das zu ersparen, könnte man den gerade entstehenden Knutschfleck rasch kühlen – allerdings könnte sich die leidenschaftliche Stimmung da gleich mit abkühlen.

10. Küssen verlängert das Leben

Wer viel küsst, lebt laut Studien um bis zu fünf Jahre länger! Bei den Aussichten nimmt man den ein oder anderen Knutschfleck gerne in Kauf. Wer sich allerdings jung küssen will, muss dafür auch einiges an Zeit investieren. Forscher fanden heraus, dass ein Mensch mit 70 Jahren rund 76 Tage seines Lebens küssend verbracht hat – nach all den Fakten übers Küssen ist man nun aber hoffentlich versucht, 77 Tage daraus zu machen! 

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