Vor allem in den Bergen ist es wichtig, sich auch im Herbst und Winter gut gegen die Sonne zu schützen. Denn die UV-Strahlung ist hier höher als im Tal und kann mitunter zu einem gefährlichen Hitzschlag führen Foto: fotolia.de/© stuny

Feucht-warmes Klima ist für die Haut optimal: Denn diese kann bei dieser Witterung viel Wasser aufnehmen und bleibt durch die Talgproduktion schön geschmeidig. Sinken die Temperaturen allerdings, nimmt auch der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft ab, und das Wasser in der Haut kann leichter verdunsten. Hinzu kommt die Heizungsluft im Winter, welche der Luft im Haus zusätzlich Feuchtigkeit entzieht. Die Folge ist, dass die Hornschicht austrocknet und spröde wird, und die Talgproduktion abnimmt. Bei weniger als acht Grad Celsius produzieren die Talgdrüsen sogar gar keinen Talg mehr! Mit nur ganz wenig Wasser und Fett wird der Hydrolipidfilm (Säureschutzmantel), welcher die ganze Hautoberfläche bedeckt, immer dünner, und die Haut dadurch rau und spröde. Außerdem beginnt sie zu jucken oder rötet sich sogar. Diese Alarmzeichen sind schließlich Indizien dafür, dass Bakterien in das Immunsystem eingedrungen sind. Wird nichts unternommen, kann sich schlimmstenfalls ein Ekzem entwickeln.

Trockene, spröde und unausgeglichene Haut im Winter reagiert auch empfindlicher auf UV-Strahlen, selbst wenn sie nicht so stark wie im Sommer sind. Alle Hautstellen, die nicht durch Kleidung geschützt sind, brauchen daher auch in der kalten Zeit besondere Pflege. Wer dies unterlässt, riskiert zwar nicht unbedingt einen Sonnenbrand, aber frühzeitig Altersflecken im Gesicht und an den Händen. Denn sie entstehen durch eine vermehrte Bildung von sogenannten freien Radikalen infolge von jahrelanger Sonneneinstrahlung. Jene hochaggressiven Sauerstoffteilchen sind wie Gift für alle lebenden Zellen. Sie schädigen Proteine, greifen Fettmoleküle in den Zellen an und verursachen Brüche in den DNA-Strängen des Erbguts.

Tagescremes mit UV-Schutz

Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren und den unschönen Flecken auf der Haut vorzubeugen, empfiehlt es sich, sich auch im Herbst und Winter regelmäßig einzucremen. Natürlich muss dafür nicht täglich eine extrem starke Sonnencreme benutzt werden. Die bessere Alternative sind (getönte) Tagescremes und insbesondere Gesichtscremes mit UVA- wie auch UVB-Filter. Ersterer schützt vor frühzeitiger Alterung der Haut und vor der Bildung von Falten; letzterer vor Sonnenbrand und Hautkrebs.

Wie auch bei herkömmlichem Sonnenschutz muss bei Tagescremes auf den Lichtschutzfaktor (LSF) geachtet werden. Meistens beträgt dieser bei Tagescremes einen Wert von 15 oder sogar mehr. Von einem niedrigeren LSF ist abzuraten. Abzuwägen ist, ob man die Tagescreme immer aufträgt oder nur bei Bedarf verwendet. Gerade wer am Meer oder in Gebirgsnähe wohnt, sollte vermehrt auf Sonnenschutz achten. Doch auch durch ein Bürofenster können den ganzen Tag lang UV-Strahlen dringen. Im Zweifelsfall ist es daher besser zu cremen. Vor einer verminderten Aufnahme von Vitamin D durch die Cremes muss man übrigens keine Angst haben. Dies konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Sehdefizite in der kalten Jahreszeit

Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass bereits wenige Minuten UV-Strahlung ausreichen, um dauerhafte Sehdefizite zu hinterlassen. Netzhautschäden oder Grauer Star können die Folge sein. Besondere Gefahr hierfür besteht bei helläugigen Menschen sowie Kindern und Erwachsenen ab 40 Jahren. Gerade für sie ist eine Sonnenbrille mit guten Gläsern und einer speziellen Beschichtung unverzichtbar. Es gibt Sonnenbrillen speziell für Brillenträger, sodass auch im normalen Alltag oder bei Aktivitäten im Freien die Augen geschützt sind; desweiteren Sonnenbrillen mit UV-Schutz, dafür helleren Gläsern, damit auch bei wenig Sonne noch genug gesehen werden kann.

Aber ist man denn der schädlichen UV-Strahlung wirklich immer und überall ausgesetzt? Die Antwort lautet: Jein. Wer sich in geschlossenen Räumen aufhält, bekommt meistens sehr wenig UV-Strahlung ab. Doch im Freien dringt ein Großteil der Sonnenstrahlen selbst durch den bewölkten Himmel und erreicht die Haut auch im absoluten Schatten. Im Herbst und Winter werden die UV-Strahlen durch Wasserpartikel in der Luft außerdem oft verstärkt. In dünner Bergluft ist die Belastung besonders intensiv: Pro 1.000 Höhenmeter steigt sie um 15 Prozent. Treffen UV-Strahlen dann zu lange auf das ungeschützte Auge, bekommt die Hornhaut einen Sonnenbrand.

Jedes Auge ist verschieden

Wie bereits erwähnt, sind helle Augen besonders anfällig für UV-Strahlen. Sie erkranken deutlich schneller an Netzhautschäden (auch Makuladegeneration genannt) als dunkle. Das liegt daran, dass eine Iris, die weniger Pigmente aufweist, die Strahlen, die ins hintere Auge vordringen und dort Schäden anrichten, schlechter abhalten kann. Regelmäßige Sehtests helfen, das eigene Risiko besser einschätzen zu können. Neben hellen Augen sind auch Kinderaugen, die ebenfalls weniger Pigmente aufweisen sowie Augen ab einem Lebensalter von 40 Jahren gefährdeter. Denn ab diesem Alter sinkt die Konzentration der schützenden gelben Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin. Die Augen werden dann blend-empfindlicher und benötigen mehr Schutz als in früheren Lebensjahren.

UV Schutz Kinder
Kinder sollten auch an halbwegs sonnigen Tagen im Herbst und Winter ihre Augen schützen, denn sie sind anfälliger für einen Sonnenbrand auf der Netzhaut als die Erwachsener Foto: fotolia.de/© nagaets

Herbst und Winter blenden

Gerade im Herbst und Winter wird man oft geblendet. Zwar knallt die Sonne nicht so direkt und stark vom Himmel wie im Sommer, sie steht allerdings oft tiefer. Außerdem fordern Nässe und vereiste Straßen, die die Sonne stark reflektieren, die Augen noch einmal mehr. Die Reflexionen der spiegelnden Oberflächen sollten daher am besten gefiltert werden. Mit polarisierenden Gläsern bei Sonnenbrillen, welche die Lichtwellen blockieren, gelingt dies beispielsweise sehr gut. Ebenfalls lohnen sich entspiegelte Glasrückseiten, die verhindern, dass Reflexionen vom Glas ins Auge gelangen. Diese können bis zu 50 Prozent der gesamten Strahlenbelastung ausmachen.

Sonnenschutz auf der Piste

An sonnigen Wintertagen sind optimale Sichtverhältnisse auf der Piste garantiert. Sonnenschutz ist dabei besonders wichtig. Gerade im Hochgebirge ist die Gefahr, sich schwere Sonnenbrände zuzuziehen, besonders hoch, denn die Luft und damit auch die atmosphärische Schutzschicht zwischen Sonne und Haut in den Bergen werden mit zunehmender Höhe dünner. An klaren Tagen und bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit ist die Intensität der UV-Strahlung schon bei etwa 2.000 Meter Höhe um vieles höher als im Tal. Hinzu kommt, dass der weiße Schnee die Sonnenstrahlen nicht nur optisch reflektiert, sondern auch deren Wirkung um ein Vielfaches verstärkt. Da es aber kalt ist, spürt man die Sonnenstrahlen nicht unbedingt und riskiert schwere Sonnenbrände. Auch wenn SOS-Maßnahmen nach der Sonne besser als nichts sind - Vorsorge ist unerlässlich.

Andere Cremes als im Sommer

Niemals sollte ohne Sonnencreme ins Skigebiet gestartet werden. Auch an bewölkten Tagen nicht. Nebel kann die UV-Strahlung übrigens sogar noch verstärken. Die gleichen Cremes wie im Sommer sollte man allerdings nicht verwenden, denn diese sind in den meisten Fällen reich an Wasser und niedrig an Fett und bieten daher im Herbst und Winter keinen ausreichenden Schutz. Denn bei Kälte gefriert das Wasser, wodurch die Cremes für Hautirritationen sorgen oder zu geplatzten Äderchen führen können. Am besten trägt man sie auf das ganze Gesicht, die Ohren und den Mund auf. Für die Lippen empfiehlt sich ein spezieller, extrem fettender Schutzstift mit eventuell noch höherem Schutzfaktor als ihn die Creme aufweist.

Die Augen schonen

Eine gute Skibrille mit UV-Schutz, die auch vor seitlicher Einstrahlung schützt, ist unabdingbar. Bei Pausen vor der Skihütte eignen sich am besten zum Outfit passende Sonnenbrillen: Besonders gut übrigens Pilotenbrillen, deren Kultstatus nicht nur an heißen Tagen zum Tragen kommt. Abzuraten ist, zu Zwecken der Coolness der Brille das Design über den UV-Schutz zu stellen. Denn abgedunkelte Gläser ohne UV-Schutz schaden dem Auge sogar mehr als dass sie es schützen. Das liegt daran, dass die Öffnung der Pupille sich bei Helligkeit verengt und wie eine Art Blende für weniger UV-Einstrahlung sorgt; dunkle Gläser wiederum sorgen für eine weitere Öffnung der Pupillen und damit ein leichteres Eindringen der gefährlichen UV-Strahlen ins Auge.

UV Schutz Herbst Winter
Eine Mütze sowie eine Skibrille mit UV-Schutz sind schon einmal gute Voraussetzungen für die gesunde Abfahrt – fehlt nur noch ein Helm Foto: fotolia.de/© Syda Productions

Die richtige Kopfbedeckung

Zuletzt gilt: Niemals ohne Kopfbedeckung Ski oder Snowboard fahren! Gerade im Frühling, aber auch an warmen Wintertagen mit starker Sonneneinstrahlung können Sportler einen Sonnenstich erleiden. Dieser isolierte Hitzschlag am Kopf verursacht eine Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes sowie eine Entzündungsreaktion. Letztere kann in besonders schweren Fällen zu einem Hirnödem übergehen.