Wer Erfolg haben will, sollte sich vorstellen, wie er sein Ziel bereits erreicht hat Foto: Tay Jnr/Photodisc/Thinkstock

Es gibt viele Strategien, sein Leben zu ändern und bestimmte Probleme besser in den Griff zu bekommen. Wer abnehmen will, folgt einem rigiden Diätplan, wer das Rauchen aufgeben möchte, widersteht mit eisernem Willen dem Drang, sich eine anzuzünden. Alles löbliche Vorsätze und jeder entwickelt die ein oder andere Strategie, die ihm dabei hilft, die nötige Selbstkontrolle zu erhalten. Eine Zeit lang kann das auch gut funktionieren, doch irgendwann erreicht man den Punkt, an dem man alle guten Vorsätze über Bord wirft und willenlos zur Schokolade greift oder die nächstgelegene Trafik stürmt. Manchmal reicht der gute Wille eben doch nicht aus. Zum Glück gibt es noch eine andere Kraft in uns, die uns effektiver dabei unterstützt, unsere Ziele zu erreichen.

Sich ans Ziel träumen

Wenn Willenskraft allein nicht ausreicht, was braucht es dann? Vorstellungskraft! Wer sich bildlich vorstellt, wie er sein Ziel bereits erreicht hat, erreicht es auch viel einfacher, als wenn die Gedanken stets negativ sind und man sich einredet, es sowieso nicht zu schaffen. Das eigene Unterbewusstsein wird beeinflusst und wirkt sich positiv auf unsere Handlungsweise aus. Konkret bedeutet das: Sie möchten abnehmen? Stellen Sie sich vor, wie Sie sich mit Ihrem idealen Körpergewicht fühlen, wie Sie aussehen. Tauchen Sie mit ihren Gedanken völlig ein in Ihr neues Ich. Sie spielen Ihrem Gehirn so vor, dass sie Ihr Ziel bereits erreicht haben, was starke Auswirkungen auf das Unterbewusstsein hat. Als Folge davon werden Sie sich automatisch so verhalten, wie Ihr neues, angestrebtes Ich es tun würde. Wenn Sie sich täglich vorstellen, wie leicht und gut Sie sich mit 10 Kilogramm weniger fühlen werden, werden Sie danach eben eher nicht ein riesen Stück Torte verzehren. Genauso beim Rauchen: Sehen Sie sich selbst in Gedanken, wie frei und glücklich Sie ohne die Zigarette sind – dafür lohnt es sich doch, seinen kurzfristigen Gelüsten nicht nachzugeben und tapfer durchzuhalten.

Mehr Motivation durch die richtige Vorstellung

Schlechte Gewohnheiten abzulegen hat häufig mit Verzicht zu tun. Man verbietet sich den Genuss von Süßem, Alkohol oder Nikotin. Und anstatt am Morgen gemütlich länger zu schlafen, quält man sich aus dem Bett, um eine Stunde joggen zu gehen. Dafür braucht es wirklich einen starken Willen. Dazu kommt noch, dass Dinge, die wir uns verbieten, automatisch einen noch stärkeren Reiz erhalten. So kreisen die Gedanken unaufhörlich um diesen sündigen Schokoriegel, der für einen selbst jetzt leider tabu ist. Schnell hat man einen Punkt erreicht, an dem einem alles zuviel wird, die Nerven schwach werden und man einfach in diesen verdammten Riegel beißt, für was soll man sich schon quälen? Passiert das, hat es einfach an der richtigen Motivation gemangelt. Die richtigen Visualisierungen können da helfen. Ein positives Bild von sich selbst zu haben, wie man glücklich und zufrieden ist, auch ohne Schokolade oder Zigarette, wirkt ungemein motivierend und hilft einem dabei, sich so zu verhalten, dass man genau dieses Ziel auch in der Realität erreicht. 

Die Macht des Unterbewussten

Der französische Apotheker Émile Coué entdeckte durch Zufall die Macht des Unterbewussten: Er verkaufte einem Kunden ein völlig wirkungsloses Medikament, beteuerte aber, dass es sicher rasch helfen werde – und siehe da, der Patient erholte sich binnen weniger Tage. Die Kraft der Suggestionen war entdeckt und von nun an verkaufte er all seinen Kunden Medikamente stets mit einem positiven Kommentar. Auch der Placeboeffekt beruht auf der Kraft der Suggestionen.

Coué erkannte, dass negative Gedanken ("das schaffe ich ja nie") auch tatsächlich zu Misserfolgen führen. Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein unsere alltäglichen Handlungen beeinflusst und wir uns so auch selbst sabotieren können. Wir können aber auch den gegenteiligen Weg gehen und mit den richtigen Vorstellungen bewusst unser Unterbewusstsein beeinflussen, sodass dieses uns wiederum genau die Handlungen ausführen lässt, die wir benötigen, um unser Ziel zu erreichen.

Coué war einer der ersten, der der Vorstellungskraft eine größere Macht zusprach als der reinen Willenskraft. Wer sich also in Gedanken sich selbst dabei vorstellt, wie er sein Ziel bereits erreicht hat, programmiert sein Unterbewusstsein neu. Dieses beeinflusst dann unsere alltäglichen Handlungen und hat so entschieden ein Wörtchen dabei mitzureden, ob wir nun zu Zigarette und Schokolade greifen oder doch lieber mit Schwung in die Selleriestange beißen. 

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