Ella "plaudert" nicht nur gern, sie schnurrt auch was das Zeug hält. Foto: Conny Engl
Lieblingsplatzerl. Schnurren bis die Transportbox vibriert. Foto: Conny Engl
Und das neue Lieblingsplatzerl – kuschelige Höhle im nigelnagelneuen Kratzbaum. Foto: Conny Engl
Sogar eine einfache neue Fußmatte (als Napf-Unterlage) bringt meine Katzen zum Schnurren. Foto: Conny Engl

Endlich ist sie wieder da! Die Zeit der heißen Schaumbäder, der Kräutertees, der Teelichter und Kerzen – die mich in meiner Wohnung mehr zuhause fühlen lassen. Und das Schönste daran: Die „Kälte“ treibt meine Katzen wieder mehr und öfter in meine Arme. Bei Ella und Carlos führt das zu einem täglichen Schnurr-Marathon, der auf mich wiederum eine wunderbar beruhigende Wirkung hat – da können Baldrian & Co. baden gehen. Nun haben die häufigen Schnurr-Konzerte, die mir meine beiden Miezen zurzeit geben, ein paar Fragen aufkommen lassen ... Wie erzeugen Katzen eigentlich diese Geräusche? Was bedeuten sie und stimmt es wirklich, dass die Laute und die damit verbundenen Vibrationen Knochenbrüche heilen können? Hier die Ergebnisse meiner Recherche:

Wie machen die das?

Bei der Frage nach dem „Wie“ sind sich die Katzenforscher bis heute nicht so ganz einig. Fakt ist, dass bereits Katzenjunge schnurren. Das Talent ist also offensichtlich angeboren. Nun gibt es mehrere Hypothesen, wie Katzen die Laute und Vibrationen erzeugen. Erstens: Für das Schnurren sind die „falschen Stimmbänder“ – zwei Hautfalten, die hinter den eigentlichen Stimmbändern liegen – verantwortlich. Zweite Theorie: Die Töne entstehen durch Reibung der Atemluft am Zungenbein. Drittens: Die Ursache liegt im Auftreten von Blutwallungen in der hinteren Hohlvene der Katze, die das Blut aus dem Körper zum Herzen leitet. Fragwürdig, da dann auch Menschen oder Hunde schnurren könnten ... Die vierte und derzeit als am plausibelsten geltende These besagt, dass Schnurren durch schnelles Zucken der Kehlkopfmuskeln und des Zwerchfells verursacht wird. Übrigens: Die Frequenz des Schnurrens ist nicht abhängig von der Größe der Katze, sondern von der Rasse. Hauskatzen liegen meist bei um die 26 Hertz.

Warum machen die das?

Aus eigener Erfahrung kann ich natürlich sagen, dass Ella und Carlos schnurren, wenn sie sich zu mir kuscheln und entspannt von mir streicheln lassen – sich richtig wohlfühlen. Katzen schnurren aber auch beispielsweise nach dem Fressen oder Spielen – also aus Zufriedenheit. Carlos brummt witzigerweise am intensivsten, wenn er sich im Badezimmer aufhalten darf, während ich ein heißes Bad nehme.

Katzenmütter weisen mit Schnurren dem noch blinden und tauben Nachwuchs den Weg zur Nahrungsquelle und schnurren ihren Kitten beruhigend zu, um ihnen zu „sagen“: „Keine Angst, Mama ist ja da.“ Wie eingangs schon erwähnt, geben auch Katzenjunge bereits solche Laute von sich. Damit geben sie ihrer Mutter zu verstehen: „Mir geht’s gut, alles in Ordnung!“ Katzen schnurren also auch, um zu beruhigen – ob nun die Kleinen, die Mama, den Menschen oder: sich selbst! Das heißt: Katzen schnurren nicht nur dann, wenn sie sich gerade rundum wohlfühlen. Sondern auch, wenn sie unter Stress stehen, aufgeregt sind, Schmerzen haben ... – ebenso in Extremsituationen wie während des Gebärens oder wenn sie im Sterben liegen.

Katzen als Knochenheiler?

Kaum zu glauben, doch Erkenntnissen aus Medizin und Verhaltensforschung zufolge unterstützen die rhythmischen Vibrationen während des Schnurrens die Körperheilung einer Katze. Die freigesetzten Schwingungen regen die Muskulatur an, stimulieren das Knochenwachstum, erhöhen die Regenerationsfähigkeit und verbessern die Stabilität der Knochen. Ein wahrer „Knochenjob“. Und jetzt festhalten! Von einer „Schnurr-Kur“ profitieren sogar wir Menschen. Ärzte stellten bei Patienten – nach einer mehrwöchigen Behandlung mit Brummtönen im Frequenzbereich des Katzenschnurrens – einen stabileren Knochenbau fest. Der vibrierende Sound senkt außerdem unseren Blutdruck, lindert Schlafstörungen, beugt Muskelschwund vor und sorgt dafür, dass das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird. Also, wer noch keine Katze besitzt – worauf warten Sie noch?

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Der neue zwei Meter hohe Kratzbaum mit allem, was das Katzenherz begehrt, dient als Bühne für die schönsten Schnurr-Konzerte. Da freut sich auch die Katzenmama. Foto: Conny Engl

 

Weekend-Redakteurin Conny Engl ist seit einigen Monaten Katzenmama. Ella und Carlos heißen ihre beiden Mitbewohner, wobei sie scherzhaft einräumt, dass mittlerweile eher sie die Mitbewohnerin ist als umgekehrt. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vieles mehr rund um das Thema Katzenhaltung.

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