Yoga und Pilates haben auch einige Gemeinsamkeiten Foto: Deagreez/iStock/Thinkstock

Herkunft

Ein großer Unterschied zwischen Yoga und Pilates liegt im Ursprung der beiden Sportarten. Yoga hat eine mehrere tausend Jahre alte Geschichte und stammt ursprünglich aus Indien. Es gilt als Wissenschaft vom Leben und spirituelle Lehre.

Pilates hingegen ist eine Erfindung der Neuzeit und wurde von Joseph H. Pilates als Entspannungstechnik entwickelt. Er vertritt den Grundsatz, dass mit dem Ganzkörpertraining tiefliegende, meist schwächere Muskelgruppen angesprochen und trainiert werden sollen.

Grundgedanke

Pilates dient dazu, die Muskulatur zu stärken, zu straffen und auf diesem Weg zu einer besseren Haltung zu gelangen. Durch kontrollierte und bewusste Bewegungsabläufe in den Übungsabfolgen soll so ein gesunder Körper geschaffen werden, und das Körperbewusstsein gesteigert werden. Mit Spiritualität hat Pilates - im Gegensatz zu einigen Yoga-Richtungen - nichts zu tun.

Bei Yoga geht es darum, Körper und Geist zu vereinen und sich so von Giftstoffen zu reinigen. Als Teil der indischen Heilkunst Ayurveda gehört neben der körperlichen Betätigung auch die Meditation zum Yoga.

Atmung

Auch in der Atemtechnik unterscheiden sich die beiden Sportarten. Die richtige Atmung spielt bei Pilates eine wichtige Rolle, hier wird die Brustkorbatmung verwendet - das bedeutet, dass man bis ins Zwerchfell atmet. Es wird ausschließlich durch die Nase ein- und den Mund ausgeatmet. Dabei dient die Atmung hier als individuelle Rhythmus-Vorgabe. Das Einatmen dient der Übungsvorbereitung, und das Ausatmen der Übungsausführung mit Konzentration auf die Körpermitte. Die Abläufe werden mehrmals wiederholt, beim Yoga hingegen geht es darum, die Übungen möglichst lange zu halten, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen.

Beim Yoga nimmt die Atmung einen noch höheren Stellenwert ein und dient vorrangig dazu, den Geist zu entspannen. Hier spielt die Bauchatmung eine zentrale Rolle. Es wird ausschließlich über die Nase geatmet. Deshalb beschäftigen sich auch eigene Übungen ganz gezielt mit der Atmung.

Yoga
Im Yoga gibt es eigene Atemübungen Foto: Zinkevych/iStock/Thinkstock

Ausführung

Bei der Ausführung sind beim Pilates vor allem drei Punkte wichtig: Bewusstsein, genaue Dosierung und Wahrnehmung. Konzentration und Kontrolle, als auch Präzision und Kontraktion, stehen bei jeder Übung im Fokus. Der Erfinder nennt das "Contrology", was so viel heißen soll wie die Lehre über die Kontrolle des Körpers.

In diesem Punkt ist Yoga sehr ähnlich aufgebaut. Es trainiert aber - im Gegensatz zu Pilates - nicht die Kraftfähigkeit und wird deshalb von vielen nicht als klassische "Sportart" angesehen, sondern als Entspannungstechnik eingestuft. Es gibt verschiedene Atemübungen, Körperübungen, Tiefenentspannungsmethoden und Meditationen, die beim Yoga vermittelt werden. Die Lehre konzentriert sich mehr auf das spirituelle Verständnis von Geist und Seele, worauf im Pilates verzichtet wird. Hier merkt man die geschichtlichen und religiösen Einflüsse.

Mit Pilates trainieren Sie die kleinsten tiefsitzenden Muskeln, wie zum Beispiel die tiefen Bauch-, Beckenboden- und Rückenmuskeln. Dadurch werden Haltung, Beweglichkeit und die Wahrnehmung verbessert.

Yoga dient primär dazu, Stress zu bewältigen sowie Verspannungen zu lösen und auf diesem Weg die Gesundheit zu fördern. Dies wird durch eine bessere körperliche Beweglichkeit erreicht.

Gemeinsam unschlagbar

Auch wenn Pilates und Yoga teilweise große Unterschiede aufweisen, haben sie doch auch Gemeinsamkeiten. Denn durch beide Sportarten wird das allgemeine Wohlbefinden gesteigert, sie arbeiten beide mit dem Körper und erzielen eine bessere Flexibilität.

Deshalb lassen sie sich auch wunderbar miteinander verbinden. Die Kombination wird als "Yoga Pilates" bezeichnet und erzielt den maximalen Trainingserfolg. Je nachdem, wie Ihre gesundheitliche Verfassung ist, können Sie sich einzelne Übungen aus Yoga und Pilates aussuchen und diese miteinander kombinieren. Ein erfahrener Trainer ist dabei auf jeden Fall hilfreich, um die effektivsten Übungen für Sie auszuwählen.