Die erste Liebe... Foto: oneinchpunch/iStock/Thinkstock

Wenn der Sprössling ständig am Telefon hängt, plötzlich Interessen entwickelt, die er vorher nie hatte oder die Schulleistungen rapide abfallen, steckt er einerseits mitten in der Pubertät und entwickelt wahrscheinlich zum ersten Mal Interesse am anderen Geschlecht. Doch wie bemerken Eltern wann es so weit ist?

Erste Anzeichen des Verliebtseins

Mütter und Väter bemerken oft schnell, dass sich das Kind verändert und verliebt ist. Je nachdem wie offen der Teenager ist, kann es sein, dass er es sogar selbst verrät, oder häufig von dieser einen Person erzählt. Häufig haben Jugendliche auch das Gefühl von ihren Eltern ausgefragt zu werden und verschließen sich zunehmends. Das liegt daran, dass sie ihre Gefühle erst kennenlernen und sortieren müssen. In diesem Fall sollten Eltern jedenfalls die eingeforderte Privatsphäre des Kindes respektieren. Wenn sich Hobbys und Einstellungen verändern, das Kind neue Leidenschaften entwickelt, das Telefon ständig besetzt ist und die Rechnung ins Unermessliche steigt, oder das Kind nur noch mit Freunden unterwegs ist, könnte das ebenfalls an einer besonderen Person liegen.

Passendes Alter?

Prinzipiell gilt, dass es keinen richtigen Zeitpunkt und auch kein passendes Alter gibt um sich zu verlieben. Jeder Mensch ist anders und manche Kinder empfinden bereits im Volksschulalter eine erste Verliebtheit. Diese Schwärmerei hat keinen sexuellen Hintergrund und drückt sich im Wunsch nach Nähe und gemeinsamen Interessen aus. Mit dem Einsetzen der Pubertät spielen die Hormone verrückt und das erste Verliebtsein fühlt sich sehr intensiv an. Obwohl sich die Jugendlichen auch nach körperlicher Zärtlichkeit sehnen, bringt die erste Verliebheit viel Platz für Romantik und Sexualität entwickelt sich meist erst zu einem späteren Zeitpunkt der Beziehung.

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Die erste Liebe ist sehr intensiv Foto: alessandroguerriero/iStock/Thinkstock

Welche Regeln und Verbote?

Wenn Kinder das erste Mal verliebt sind, sollten sie bereits aufgeklärt sein . Generell sollte das Thema Verhütung noch einmal in aller Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit besprochen werden. Außerdem müssen Eltern auch darauf achten, dass die Jugendlichen schulischen Verpflichtungen weiterhin nachkommen, indem ernsthafte Konsequenzen aufgezeigt werden. Am besten Eltern und Kinder setzen sich gemeinsam an einen Tisch und stellen Regeln auf, die verbindlich eingehalten werden müssen. Auf diese Weise wird dem Teenager ein Mitspracherecht eingeräumt und gleichzeitig klar gemacht, dass es gewisse Grenzen gibt, die akzeptiert werden müssen.

Fünf Do's and Dont's für Eltern:

Neue Situation akzeptieren: Die Wahl des Freundes oder der Freundin ist die Entscheidung des Kindes. Auch die Beziehung einzugehen und erste Erfahrungen in Sachen Liebe und Sexualität zu sammeln, bleibt dem Teenager überlassen. Eltern können hier nicht eingreifen oder für das Kind entscheiden. Umso eher die neue Situation von den Eltern akzeptiert wird, desto leichter und angenehmer ist der Umgang und die Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichem.

Vertrauen: Eltern haben das Kind erzogen und ihm die wichtigsten Regeln, Umgangsformen und sozialen Kompetenzen beigebracht. Mütter und Väter können sich darauf verlassen und vertrauen, dass das Kind den Unterschied zwischen gut und böse kennt. Somit kann es die richtigen Entscheidungen treffen oder aus einer falschen Entscheidung lernen.

Umgang mit Sexualität: Was dieses Thema betrifft, sollten Eltern einen diskreten und vorsichtigen Umgang pflegen. Eltern sollten ihren Teenager aber wissen lassen, dass sie mit Sorgen oder Fragen zur Sexualität immer zu ihren Eltern kommen können und diese immer für sie da sind. Das Thema Verhütung sollte wie bereits erwähnt noch einmal detailliert besprochen werden. Auch gemeinsame und beratende Arztbesuche können hilfreich sein.

Raum geben: Wenn Teenager das erste Mal verliebt sind, ziehen sie sich häufig zurück und wollen erst einmal selbst mit ihren neuen Gefühlen umgehen lernen. Dieses Verhalten ist komplett normal und sollte von Eltern akzeptiert werden. Wenn Mütter und Väter zu viel Druck ausüben, führt das meist zu Ablehnung und einem noch verschlosseneren Kind.

Eigene Erfahrungen zurückhalten: Prinzipiell können Eltern ihren Kindern von den eigenen Erfahrungen erzählen, allerdings muss dafür der richtige Zeitpunkt gefunden werden, ansonsten haben Teenager schnell das Gefühl belehrt zu werden. Außerdem müssen sich Eltern immer wieder in Erinnerung rufen, dass Kinder eigene Erfahrungen machen müssen und sie nicht  vor Liebeskummer oder Trennungsschmerz bewahrt werden können.

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Offene Gespräche tun Teenagern gut Foto: Ryan McVay/Photodisc/Thinkstock

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