Geschwisterliebe ist einzigartig Foto: luanateutzi/iStock/Thinkstock

1. Rollenverteilung

Die typischen Rollen unter Geschwistern sind das Große, das Sandwichkind und das Kleine. Kinder suchen ihre Rolle selbst aus und haben damit auch kein Problem. Schwierig wird es für Kinder erst, wenn sie darauf reduziert werden und sich darin begrenzt fühlen. Eltern behandeln Kinder unbewusst nach Alter und Geschwisterreihenfolge. Die Ältesten bekommen häufig die Begründung zu hören, dass sie schon groß genug sind und deshalb den kleineren Geschwistern helfen oder als Vorbild vorangehen sollen. In Maßen ist dieses Rollenverständnis normal, allerdings sollte das Kind nicht überfordert werden. Eltern können den Kindern auch die Vorteile zeigen, das die Rolle des Ältesten mit sich bringt. Sie dürfen beispielsweise länger aufbleiben. Sandwichkinder wird mit der Geburt eines weiteren Kindes die Rolle genommen. Mit dem kleineren Geschwisterchens sind sie nicht mehr die Jüngsten und müssen sich neu orientieren und positionieren. Das sollten Eltern bedenken und dem mittleren Kind besondere Aufmerksamkeit schenken. Später profitieren Sandwichkinder von dieser Situation und sind kontakfreudiger, finden schnell Freunde und haben einen ausgeprägten Sinn für Teamgeist. Die Kleinen sind die Nesthäkchen und werden meist von der gesamten Familie beschützt  und mit Aufmerksamkeit und Zuwendung überhäuft. Wenn es allerdings Auseinandersetzungen mit den älteren Geschwistern gibt, sollten sich Eltern nur dann einmischen, wenn es nicht anders geht. Auch das jüngste Kind muss lernen, Konflikte selbst auszutragen, das stärkt das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

2. Spielkameraden und Verbündete

Sie lieben und sie hassen sich. Niemand kann so intensiv und häufig streiten, wie Brüder und Schwestern und bei niemand anderem ist ein Streit so schnell wieder vergessen. Kinder erleben Spaß, und lernen das Gefühl von Solidarität, Verantwortung, Rücksichtnahme und Unterstützung im Umgang mit Geschwistern.

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Durch Geschwetser lernen Kinder Mitgefühl kennen Foto: margaritabezkrovnaya/iStock/Thinkstock

3. Streiten und Rivalität

Streiten ist wichtig! Kinder lernen dadurch ihre eigenen Grenzen und auch die der anderen kennen. Sie lernen außerdem mutig und nachgiebig zu sein, je nachdem was die Situation erfordert. Sie bemerken, dass es wichtig ist die eigenen Gefühle auszudrücken, um verstanden zu werden. In Konflikten geht es außerdem darum die Meinung auszudrücken und die des Gegenübers nicht zu verletzen. Es soll eine Lösung für die Unstimmigkeit gefunden werden, ohne dass jemand untergraben wird. Häufig geht es Geschwistern bei Streitereien auch um die Aufmerksamkeit der Eltern. Sie wollen, dass die Mutter oder der Vater herbei eilen und als Schiedsrichter auftreten. Geschwister wollen nicht teilen und am liebsten immer das Spielzeug, das sich in den Händen des Bruders oder der Schwester befindet. Bevor ein Streit eskaliert, müssen Eltern eingreifen und gleichzeitig versuchen die Ruhe zu bewahren und sich nicht in den Streit hineinziehen zu lassen. Diese sollten sich aber eher als Vermittler sehen und möglichst keine Partei ergreifen. Eltern wünschen sich prinzipiell ein harmonisches Familienleben und sehen dieses durch nervige Streitereien der Kinder gestört. Trotzdem ist es wichtig, dass Kinder Unstimmigkeiten, soweit es geht, selbst klären, um zu selbewussten Erwachsenen zu werden. Streit fördert außerdem die Entwicklung von Moral, Mut, Kreativität und Loyalität.

4. Füreinander sorgen

Mit seinen Geschwistern muss man sich jeden Tag aufs Neue arrangieren. Die Spielsachen teilen, aufeinander aufpassen, wenn man auf Bäume klettert oder wenn andere Kinder am Spielplatz Ärger machen, durch diese Erfahrungen erlernen Kinder das Gefühl von Empathie und Loyalität gegenüber ihrem Geschwisterchen. Diese Fähigkeiten wirken sich auch auf das Umfeld außerhalb der Familie aus.

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Geschwister halten zusammen Foto: Choreograph/iStock/Thinkstock

5. Innige Beziehung

Viele Geschwister pflegen eine sehr innige Beziehung im Erwachsenenalter. Diese ist durch die gemeinsamen Erfahrungen der Kindheit und auch durch die elterliche Erziehung geprägt. Der Einfluss von Mutter und Vater kann aber auch einen gegenteiligen Effekt haben. Erfahrungen, die die Eltern in der Kindheit mit ihren Geschwistern gemacht haben, können sich auf die Beziehung der Kinder übertragen. Manchmal reagieren Eltern überempfindlich auf Verhalten der Kinder, wenn sie beispielsweise selbst von einem Geschwisterchen niedergemacht wurden und immernoch darunter leiden oder auch eine innige Beziehung bei den eigenen Kindern erzwingen wollen. Zu viel Druck führt nur in seltenen Fällen zu einem engen Verhältnis. Die spätere Beziehung kann aber auch vom Altersunterschied abhängig sein. Je näher das Alter der Geschwister zusammenhängt, desto intensiver erleben sie einzelne Phasen der Kindheit gemeinsam. Es gibt allerdings auch mehr Rivalität.

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Eltern können geschwisterlichen Zusammenhalt stärken Foto: angie7/iStock/Thinkstock

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