Wenn das Kind zum Außenseiter wird... Foto: shironosov/iStock/Thinkstock

Während die achtjährige Andrea am liebsten mit ihrer besten Freundin spielt, ist Thomas (7) meistens mit der ganzen Fußballmannschaft unterwegs. Karina (9) verkriecht sich nach der Schule in ihrem Zimmer und geht ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, dem Lesen. Dafür erzählt Phillip (9) beim Mittagessen fast jeden Tag von einem neuen Freund, dessen Namen die Eltern noch nie gehört haben. Kurz: Jedes Kind ist anders und braucht unterschiedlich viele Freunde, um glücklich zu sein. Problematisch wird die Situation der Kinder erst dann, wenn Eltern bemerken, dass sie darunter leiden.

Gründe, die Kinder zum Außenseiter machen

1. Körperliche Merkmale: Häufig werden die Kinder zum Außenseiter, die sich auf irgendeine Art von den anderen Kindern unterscheiden. Diejenigen, die beispielsweise übergewichtig sind oder sportlich nicht mit den Klassenkameraden mithalten können, werden schneller in die Außenseiterrolle gedrängt. In diesem Fall empfehlen Experten dem Kind Liebe, Geborgenheit und Rückhalt in der Familie zu geben. Selbstvertrauen aufbauen ist ebenfalls ein wichtiges Thema, das unter anderem durch Sport erlangt werden kann. Das Kind lernt auf Ziele hinzuarbeiten und erlebt dadurch stetige Erfolge. Durch das gesteigerte Selbstwertgefühl rückt das Kind meist von selbst aus der Außenseiterposition.

2. Schulischer Leistungsdruck: Unter- oder Überforderung in der Schule kann ebenfalls zu sozialer Ausgrenzung führen. Diejenigen, die hochbegabt sind, wollen sich nicht zum Außenseiter machen und geben entweder vor, gewisse Aufgaben nicht lösen zu können oder stören den Unterricht in dem sie laut und unruhig sind. Durch die ständige Aufmerksamkeit, die sie von den Lehrern bekommen, fühlen sich die anderen Schüler gestört und sind genervt, oder in manchen Fällen auch eifersüchtig. Die Kinder, die überfordert sind, sind ebenfalls unruhig, da sie Aufgaben nicht lösen können, die für ihre Klassenkameraden kein Problem darstellen. Um das zu kompensieren, machen sie Ärger und Lärm. Daraus ist abzuleiten, dass der passende Schultyp für die kindliche Entwicklung enorm wichtig ist. Die verantwortlichen Lehrern sind daher die passenden Ansprechpersonen, die auch über die nötige Expertise verfügen, um gemeinsam Lösungen zu finden.

3. Erziehung oder familiäre Gründe: Kinder, die Zuhause immer ihren Kopf durchsetzen, gehen meist davon aus, dass das auch in der Schule so sein wird. Im Klassenverbund bestehen aber andere Strukturen und Kinder müssen lernen, Kompromisse einzugehen. Dieser Lernprozess ist mit Widerstand und Streitereien zwischen den Kindern verbunden. Daher kann es sein, dass besonders sture Kinder ausgeschlossen werden, wenn sie sich auch nach Protest der anderen Schüler selbstbezogen und unsozial verhalten. Diese Problematik lässt sich in den meisten Fällen schnell aus der Welt schaffen, indem Eltern das Gespräch mit Lehrern und im Anschluss mit ihrem Kind suchen.

aussenseiter-kind-eltern.jpg
Verschiedene Gründe können ein Kind zum Außenseiter machen Foto: DGLimages/iStock/Thinkstock

Konkrete Tipps für Eltern:

  • Grund für Außenseiterrolle herausfinden
  • Selbstwertgefühl der Kinder stärken
  • Gespräch mit Lehrern und anderen Eltern suchen
  • Liebevoller Umgang in der Familie
  • Ein Schul- oder Klassenwechsel ist immer eine Option
  • Geduld ist wichtig für Eltern, da das Auflösen der Situation sehr intensiv ist

Mehr zum Thema:

Kommentare 0