Wenn Schwiegereltern zur Beziehungsbelastung werden ... Foto: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Thinkstock

Eifersucht, Missverständnisse, überempfindliche Reaktionen oder einfach nicht auf einer Wellenlänge sein: Es gibt viele Ursachen, die zu Problemen mit Schwiegereltern führen. Oft entstehen Konflikte zwischen den Generationen, wenn das erste Enkelkind geboren wurde. Die ungewohnte Situation kann zu einer neuen Rollenverteilung innerhalb der Familie führen, die Spannungen zwischen der frischgebackenen Mutter und Oma auslöst.

Vier Schwiegermutter-Typen:

Die Eifersüchtige: Diese Schwiegermutter buhlt um den Sohn und auch die Enkelkinder. Sie ist eifersüchtig auf die Schwiegertochter und stört bewusst, aktiv und manchmal auch auf aggressive Weise den Familienfrieden.

Die Fürsorgliche: Diese Großmutter hat eine fürsorgliche Ader und kümmert sich gerne um das Enkelkind, um die Schwiegertochter zu entlasten. Hier und da bleiben allerdings unterschwellige Kritik oder gut gemeinte Ratschläge bezüglich Kind oder Haushalt nicht aus.

Die Besserwisserin: Die ersten Wochen mit einem Neugeborenen sind anstrengend und Mütter sind unter Umständen sehr dünnhäutig, was Kiritk von Schwiegermüttern betrifft. Die besserwissende Oma hat unzählige Tipps zum besseren Umgang mit Baby , die die Mutter verunsichern - und auch nerven. Meist sind diese Großmütter auch sehr in den Tagesablauf des Kindes eingebunden.

Die Defensive: Es gibt auch Großmütter, die eher wenig Interesse zeigen und eine defensive Haltung gegenüber dem Neugeborenen und der Schwiegertochter einnehmen. Manche Schwiegertöchter wünschen sich hier mehr Aufmerksamkeit oder größeres Interesse am Alltag des Enkels.

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Es gibt verschiedene Typen von Schwiegereltern Foto: Zoran Zeremski/iStock/Thinkstock

Lösungsansätze

Problem Eifersucht: Wenn Frauen bemerken, dass die Schwiegermutter nach der Geburt des Kindes immer häufiger eifersüchtig reagiert, sollte das mit dem Ehepartner besprochen werden. Allerdings sind die Art der Kritik und auch der Tonfall entscheidend, da der Ehemann nicht das Gefühl haben sollte, in die Ecke gedrängt zu werden. Wenig zielführend ist es, den Ehemann gegen die eigenen Eltern aufzustacheln. Berechtigte Kritik sollte so sachlich und ruhig wie möglich an ihn herangetragen werden. Es kann bereits helfen, wenn er sich an seine Eltern wendet, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Wenn sich boshafte Bemerkungen gegenüber der Schwiegertochter häufen, hilft meist dieser Satz: "Du musst sie nicht lieben, aber ich tue es. Also bitte behandle sie nett und respektvoll." Diese Bitte löst meist ein schlechtes Gewissen aus und definiert Grenzen des Handelns.

Problem Missverständnisse: Wenn neue Mamas das Gefühl haben, ständig unterschwellige Kritik und belehrende Kommentare seitens der Schwiegermutter zu hören, führt kein Weg daran vorbei, das Problem offen anzusprechen. So schwer es fallen mag, ohne Vorwürfe, Beschuldigungen und Beleidigungen. Wenn die eigenen Gefühle formuliert werden, entwickeln Schwiegermütter in der Regel doch mehr Verständnis für gewisse Situationen und halten Kritk zukünftig eher zurück. Schwiegertöchter sollten im Gegenzug nicht jedes Wort auf die Waagschale legen oder überempfindlich reagieren. Manche Ratschläge können tatsächlich gut gemeint sein, ohne eine Kritik zu enthalten.

Problem Grundverständnis: Manche Menschen verstehen sich einfach nicht. Es gibt keine Gemeinsamkeiten, Gespräche wollen nicht so recht ins Rollen kommen und irgendwie bleibt immer eine unangenehme Spannung bestehen, sobald man sich begegnet. Sollten Schwiegermutter und Schwiegertochter einfach nicht auf einer Wellenlänge sein, ist es entscheidend, die Grundregeln der Höflichkeit zu wahren und einen freundlichen Umgang zu pflegen. Umso mehr Zeit vergeht, desto besser lernt man einander kennen. 

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Kinder brauchen ihre Großeltern Foto: olesiabilkei/iStock/Thinkstock

Die neun wichtigsten Tipps für Schwiegertöchter

1. Kompromissbereitschaft heißt das Zauberwort: Jeder hat eigene Einstellungen und Wege, mit gewissen Situationen umzugehen. Es ist nicht nötig immer einen klaren Standpunkt zu vertreten und auszudiskutieren. In der jeweiligen Situation hilft es, sich selbst die Frage nach der Wichtigkeit des Themas zu stellen.

2. Absprachen sind das A und O: Was dürfen die eigenen Kinder und inwiefern gelten diese Regeln auch bei den Großeltern? Diese Frage sollte mit den Schwiegereltern geklärt werden, um unangenehmen Konflikten vorzubeugen.

3. Von Anfang an klare Grenzen setzen: Haben die Schwiegereltern einen Schlüssel für die Wohnung des Sohnes und benutzen sie diesen auch? Sollen Schwiegermutter ungefragt in der eigenen Wohnung den Staubsauger benützen, wenn es ihnen zu schmutzig erscheint? Wenn nein, sollte das angesprochen und klar definiert werden. Umso später diese Grenzen gezogen werden, desto schwieriger sind sie durchzusetzen.

4. Angebote ablehnen: Finanzspritzen der Schwiegereltern oder Unterstützung beim Babysitten gehen meist mit Verpflichtungen einher. Großeltern fordern dann häufig ein Mitspracherecht bezüglich der Kindererziehung ein und können bestimmte Grenzen nicht mehr wahren. Daher sollten sich frisch gebackene Eltern gut überlegen, wie viel Hilfe sie annehmen und manche Angebote lieber ablehnen.

5. Nichts erwarten: Niemand kann ein bestimmtes Verhalten bei einer anderen Person voraussetzen. Gerade in Familien ist Kommunikation ein essentielles Element für ein harmonisches Miteinander.

6. Positive Gedanken: Großeltern meinen es prinzipiell gut. Manchmal schießen sie jedoch über das Ziel hinaus. Dabei sollte nie vergessen werden, dass Schwiegereltern in der Regel nicht von Grund auf böse sind. Außerdem tut den Kindern ein inniges Verhältnis zu Oma und Opa gut.

7. Loyalität von Ehepartner einfordern: Konflikte mit den Schwiegereltern betreffen auch den Ehepartner. Meist ist er der Einzige, der seine eigenen Eltern zur Einsicht bewegen kann. Daher ist es auch seine Aufgabe, Loyalität gegenüber der Ehefrau einzufordern. Konflikte mit den Schwiegereltern können die Beziehung belasten, vor allem wenn die Ehefrau sich allein gelassen und missverstanden fühlt.

8. Abstand nehmen: Wenn die Fronten verhärtet sind und jedes Wort als Beleidigung aufgefasst wird, tut Distanz gut. Wenn etwas Zeit vergangen ist, haben sich die Gemüter meist auch wieder beruhigt.

9. Familientherapie in Anspruch nehmen: Wenn alle Stricke reißen und keine gemeinsame Lösung gefunden werden kann, sollte Hilfe von außen in Anspruch genommen werden. Mediatoren oder Familientherapeuten können in diesen Fällen Wunder wirken.

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