Der Umgang mit Taschengeld hat einen großen Lerneffekt Foto: bowie15/iStock/Thinkstock

Kinder treten oft selbstständig an ihre Eltern heran und fragen nach Taschengeld. Hinter dieser Bitte steckt meist der Wunsch nach Eigenverantwortung und der Möglichkeit selbstständige Entscheidungen zu treffen. Dabei lernen die Kinder auch wichtige Lektionen für ihr zukünftiges Leben.

Taschengeld ist „Pädagogisches Geld“

Kinder können Geld sparen, verlieren, und es in Spaß oder Genuss umwandeln. Sie können es verprassen und viele kleine Dinge damit kaufen, oder warten und sich einen größeren Traum erfüllen. Durch den Erhalt von Taschengeld erleben Kinder auch das unangenehme Gefühl von „Pleite sein“ oder die Freude über das selbstständige Ermöglichen eines lang ersehnten Wunsches. Taschengeld zur Verfügung zu haben und nicht wegen jeder Kleinigkeit bei den Eltern nachfragen zu müssen, gibt den Kindern eine gewisse Freiheit in ihren Entscheidungen. Der Lieblingskaugummi oder der von Mama und Papa ungern gesehene Energydrink kann jetzt – ohne deren Zustimmung - gekauft werden. Eigenes Geld zu bekommen und zu verwalten, bedeutet aber auch die damit verbundenen Konsequenzen zu tragen. Wenn bestimmte Rahmenbedingungen seitens der Eltern und Kinder eingehalten werden, hat Taschengeld einen hohen Lerneffekt und bereitet die Sprösslinge auf das Leben in einer Konsumgesellschaft vor.

Was Kinder dabei lernen

Taschengeld ist limitiert und zeigt den Kindern, dass nicht alle Wünsche sofort in Erfüllung gehen können und für manche sehr lange gespart werden muss. Kinder beginnen außerdem verschiedene Möglichkeiten abzuwägen, da die Ausgaben die Einnahmen nicht überschreiten dürfen und sie trotzdem das Maximum aus ihrem Taschengeld herausholen möchten. Zu guter Letzt erkennen Kinder, dass eine Familie auch finanzielle Rücksicht aufeinander nehmen muss und, dass den Eltern weniger Geld zur Verfügung steht, wenn sie einen Teil an das Kind abgeben.

taschengeld-regeln-kinder-sparen
Sparen oder alles ausgeben? Foto: daoleduc/iStock/Thinkstock

1. Betrag und Bedingungen „verhandeln“

Wenn die Forderung nach Taschengeld aufkommt, sollten Eltern mit ihrem Kind eine gemeinsame Summe „verhandeln“. Es ist wichtig, dass beide Seiten am Ende mit dem vereinbarten Betrag einverstanden sind und auch einige Regeln für zukünftige Situationen aufgestellt werden. Das Taschengeld sollte beispielsweise unabhängig von schulischen Leistungen oder Mithilfe im Haushalt ausbezahlt werden und besondere Leistungen werden dafür mit einer speziellen Belohnung honoriert. Gleichzeitig darf das Taschengeld oder dessen Verweigerung keine Strafmaßnahme sein.

2. Kein Vorschuss - keine Ratenzahlung

Eine weitere Voraussetzung sollte lauten: „Wenn das Geld weg ist, gibt es keinen Vorschuss!“ An diesem Punkt sollten Eltern konsequent bleiben, ansonsten lernen Kinder nie das vorhandene Geld richtig einzuteilen. Wenn alles ausgegeben wurde, müssen sie mit dem unangenehmen Gefühl leben und sich im Verzicht üben. Im Gegenzug bekommen die Kinder das Taschengeld immer an einem vereinbarten Tag und auf einmal ausbezahlt. So sehen Kinder, dass sich auch Eltern an Vereinbarungen halten müssen. Außerdem kann unregelmäßiger Geldbezug Kinder dazu verleiten bei den Eltern Schulden anzusammeln und diese Angewohnheit sollte sich nicht breit machen.

3. Wie viel Geld ist angemessen?

Verschiedene Studien zeigen, dass Kinder unter sechs Jahren noch keinen Bezug zu Geld herstellen können. Daher wird empfohlen, den Kindern frühestens ab dem 6. Lebensjahr zwischen einem und zwei Euro pro Woche zu geben. Ab acht Jahren ist eine Summe von zwei bis drei Euro angemessen und wenn die Kinder das zehnte Lebensjahr erreicht haben, können monatliche Zahlungen von zwölf bis 16 Euro vereinbart werden. Zwischen zehn und 14 Jahren sind jährliche Erhöhungen sinnvoll, da die Kinder mit jedem Jahr mehr brauchen und selbstständiger werden. Als maximaler Betrag sind 26 Euro für 14-Jährige vollkommen ausreichend. Wenn die Kinder eine Lehre beginnen, dreht sich das Rad und Eltern sollten einen kleinen Haushalts-Beitrag vereinbaren, der monatlich abgegeben wird.

Kommentare 0