Raketen zu Silvester: ein buntes Vergnügen, aber nicht ohne Risiko Foto: thinkstockphotos.com

Jedes Jahr ist es das Gleiche: Zwischen Krampustag und Silvester knallt und kracht es immer wieder. Je mehr sich das Jahr dem Ende zuneigt, desto häufiger blitzen bunte Lichter am Himmel. Eine Gaudi soll es sein. Bei unsachgemäßer Bedienung und mit nicht korrekt hergestellten illegalen Knallkörpern kann daraus schnell tödlicher Ernst werden. Tragische Unfälle in der jüngsten Vergangenheit haben auch die Behörden auf den Plan gerufen.

Hochexplosiv

Tausende illegale Böller sind in Österreich im Umlauf, bestätigt das Innenministerium. Sie heißen Cobra 44, Cobra 55, Cobra 86 und Superböller – und sind hochgradig explosiv. Wer einen dieser Knallsätze zu Hause hat, sollte sofort die Polizei verständigen und die Kracher vor Zündquellen und Kindern fernhalten sowie ­Erschütterung vermeiden.

Beschriftung fehlt

Doch wie erkennt man, dass man einen illegalen Böller gekauft hat? "Als Privatperson ohne pyrotechnisches Hintergrundwissen kann man im ­Normalfall zulässige von nicht zulässigen Böllern nicht unterscheiden. Man muss sich im guten Glauben auf den Händler verlassen", sagt Thomas Cengel vom Entschärfungsdienst des Innenministeriums. Deshalb rät der ­Experte, pyrotechnische Produkte nur beim seriösen Fachhändler zu beziehen. Ein paar Hinweise gibt es aber: Wenn eine Kennzeichnung in deutscher Sprache gänzlich fehlt, sind die Knallkörper in Österreich mit Sicherheit nicht zugelassen. Dies trifft auf viele Produkte aus dem benachbarten Ausland zu. Viele sind dort noch bis Mitte 2017 erlaubt, in Österreich ­jedoch schon verboten.

Raketen zu Silvester: ein buntes Vergnügen, aber nicht ohne Risiko
Raketen zu Silvester: ein buntes Vergnügen, aber nicht ohne Risiko Foto: thinkstockphotos.com

Gefahrengut

Immer wieder stößt man auch im Netz auf Anbieter von Feuerwerkskörpern. Legal ist der Versandhandel an den Endverbraucher allerdings nicht. Klar, beim Transport von pyrotechnischen Gegenständen herrscht höchste Gefahr, vor allem bei unsachgemäßer Verpackung.

Strafe

Vorsicht ist nicht nur aus gesundheitlichen Gründen geboten. Wer mit illegalen Knallkörpern erwischt wird, dem droht laut Pyrotechnikgesetz 2010 eine Geldstrafe von bis zu 3.600 Euro oder bis zu drei Wochen Freiheitsentzug. Und spätestens da hört sich der Spaß dann auf.

Was ist erlaubt

Raketen und Böller werden in vier Kategorien eingeteilt, F1 bis F4. Als unbedarfter Laie kommen nur F1 (Wunderkerzen) und F2 (Knallkörper, Raketen, Fontänen) infrage, diese stellen laut Klassifizierung eine geringe Gefahr dar. Die Kategorie F3 beschreibt eine mittlere Gefahr, dazu zählen F2-Produkte mit höherer Explosionsgefahr. Feuerwerks­körper der Kategorie F4 sind nur was für Profis!

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