Kultur-Stadträtin Doris Lang-Mayrhofer im „Training 2038“ des ungarischen Beitrags von „Kitchen Budapest“ Foto: Ars Electronica/Martin Hieslmair

Der Fortschritt der Technologie im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist eine Tatsache – ob man nun will oder nicht. „Aber wir können und dürfen es nicht der Wirtschaft alleine überlassen, in welche Richtung sie sich entwickelt“, fordert Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter des Ars Electrica Center.

„Die Meschen aufrütteln“

Darum habe man sich entschieden, die Künstliche Intelligenz zum Motto des diesjährigen Ars-Electronica-Festivals zu machen, welches am 7. September startet. Stocker: „Es geht nicht darum, die Sorgen der Menschen vor dem Fortschritt der Künstlichen Intelligenz zu zerstreuen. Im Gegenteil: Viele haben natürlich Sorge, weil der Fortschritt so schnell geht und die Technologie schwer verständlich ist.“

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Gerfried Stocker Foto: Ars Electronica/Robert Bauernhansl

Es gelte zu verhindern, dass sich die Menschen in einigen Jahrzehnten wünschen, sie hätten ihre Stimmen schon zur Anfangszeit der Künstlichen Intelligenz erhoben. „Wir müssen uns jetzt auf die Füße stellen, die Menschen aufrütteln.“ Dafür gäbe es keinen anderen Weg, als sie neue mit kompetentem Info-Personal an der Hand zu nehmen und die Entwicklung anschaulich zu erklären: „Wie gestalte ich die Künstliche Intelligenz, sodass der Mensch etwas damit anfangen kann?“

Anwendungsbereiche veranschaulichen

Genau das ist das Ziel des Ars-Electronica-Festivals. Beiträge aus aller Welt beleuchten das Thema von allen denkbaren Seiten. Das Forscher-Team um Hiroshi Ishii von der renommierten Bostoner Technologie-Universität MIT präsentiert etwa mögliche Anwendungsbereiche von selbstfaltenden Strukturen. „Etwa für Möbelstücke, die sich besonders rückenschonend verformen“, erklärt Forscher Jifei Ou.

Die Brücke zwischen K.I. und Mensch wird auch in vielen Virtual-Reality-Projekten geschlagen. Nicht nur, dass man auf diese Weise Denkansätze besonders gut veranschaulichen kann, nein, es ist dies generell ein boomendes Feld.

Auseinandersetzung mit der Zukunft

„Der größte Wert des Ars Electronica ist es, die Basis zu schaffen für eine inhaltliche Auseinsndersetzung mit einer Zukunft, die bereits passiert“, so der Linzer Bürgermeister Klaus Luger. „Man muss Dinge ganz neu denken“, bestätigt auch Gerfried Stocker, „nicht nur alte Ideen mit neuer Technologie auskleiden!“

Das Programm und alle weiteren Informationen zum Ars Electronica Festival 2017 vom 7. bis 11. September mit dem Motto „Artificial Intelligence – Das andere Ich“ finden sich auf der Homepage des AEC.