Mrs. Sporty Chefin Isabella Kling ist in Linz-Urfahr, Leonding, Enns, Gallneukirchen und Steyr, sowie in Villach mit frauenexklusiven Fitnesstudios vertreten. Foto: Mrs.Sporty
Mit Live-Trainings und vielen anderen Möglichkeiten können ihre Mitgliederinnen während der Corona-Ausgangsbeschränkungen zuhause weitertrainieren. Foto: Mrs.Sporty
Neben Fitnesstipps und interaktivem Training bietet Mrs. Sporty auch Ernährungsberatung für die Mitglieder an. Foto: Mrs.Sporty

Weekend: Fr. Kling, wie geht es Ihnen und Ihren Betrieben in dieser Zeit der Unsicherheit?

Kling: Schon vor dieser schwierigen Zeit waren wir sehr interaktiv ausgestattet. In unseren Studios stehen interaktive Terminals die unsere Mitgliederinnen spielerisch anleiten und ihnen die Übungen näherbringen. Insofern können wir das recht einfach auf andere Plattformen wie Smartphone oder Tablet umlegen. Trotzdem ist es natürlich nicht leicht sechs Studios zuzusperren, denn ich habe trotzdem Kosten die mir entstehen. Außerdem bin ich von den Behörden schwer enttäuscht!

Weekend: Warum?

Kling: Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer haben unsere Mitglieder stark verunsichert. Wir wurden mit Anrufen geflutet in denen die Mitgliederinnen uns gefragt haben ob sie weiterzahlen sollen, da ja die Empfehlungen anders lauten. Ich habe alle Mitgliederinnen gebeten uns treu zu bleiben und werde die entgangenen Zeiten später kompensieren. Dazu haben wir die meisten meiner 2.500 zahlenden Kundinnen telefonisch kontaktiert mit der Bitte weiterzuzahlen, denn sonst schaffe ich die nächste Zeit nicht. Ich hätte mir auch gewünscht, dass Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer mich als Inhaber fragt, wie wir weitertun. Wir bieten interaktive Kurse an, betreuen unsere Mitglieder so gut wir können in dieser Situation und dann kommt nur die Empfehlung nicht zu zahlen, ohne zu hinterfragen ob da nicht doch viel angeboten wird als Kompensation. Da fühle ich mich von meiner Vertretung und auch der Arbeitnehmervertretung schwer im Stich gelassen. 

 

Weekend: Stichtwort Kompensationszahlungen, haben Sie eine Idee wann da die ersten Beträge fließen?

Kling: Ich habe keine Info wann die ersten Zahlungen kommen und auch noch keine Formulare dahingehend gesehen. Ich habe keinen einzigen meiner 37 Mitarbeiter gekündigt, sondern in Kurzarbeit geschickt. Trotzdem brauche ich die angekündigte Hilfe schnell und unbürokratisch. Sehr hilfreich sind da bisher nur meine Mitgliederinnen, denn rund 80 Prozent zahlen aus Loyalität zu uns ihre Beiträge weiter. Das hilft natürlich, aber ich habe trotzdem Ausgaben und im Gegensatz zu vielen anderen Mitbewerbern in der Branche sind meine Mitarbeiter alle angestellt und nicht freie Dienstnehmer. Ich will alle halten, aber ohne schnelle und unbürokratische Hilfe wird das auf Dauer nicht gehen.

Weekend: Sie haben gesagt, sie bieten viele interaktive Möglichkeiten an weiterzutrainieren, wie wird das angenommen?   

Kling: Bei unseren Live-Trainings über das Internet haben wir hunderte Frauen die mit uns trainieren. 70 - 80 Prozent nutzen zusätzlich noch unsere Plattform die wir anbieten. Und das erfreuliche dabei ist noch dazu, dass viele unserer Mitglieder jetzt viel öfter trainieren, weil sie daheim die Zeit haben. Das freut uns, denn unsere Empfehlung 2-3 mal pro Woche zu trainieren wird jetzt meistens übertroffen. Viele trainieren bis zu 4 mal um sich zuhause fit zu halten. Für uns ist diese Situation insofern positiv, da wir sehen, dass die neue digitale Art des Trainings angenommen wird und wir zukünftig noch mehr anbieten wollen. Für mich ist das die Zukunft des Trainings, zusätzlich zu den tollen Angeboten die wir natürlich weiterhin in den Studios anbieten werden.


Weekend: Was machen Sie als Inhaberin mit der Zeit?

Kling: Ich versuche jetzt, sofern möglich, viele Arbeiten zu erledigen die vorher nur nebenbei gegangen sind. Ich habe Firmen beauftragt die unsere Studios von Grund auf reinigen und desinfizieren. Ich möchte zukünftig kontaktlose Desinfektion anbieten und vieles mehr. Dafür bleibt jetzt etwas mehr Zeit und ich kann die Zeit ohne Mitglieder in den Studios insofern auch realtiv gut nutzen.