Dates mit ernüchtendem Ausgang - heute keine Seltenheit Foto: nd3000/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Unter den Singles sind viele überzeugt, dass Amors Pfeil ohne WLAN den Weg nicht finden würde. Studien behaupten gar, dass Onlinekontakte zu befriedigenderen Beziehungen, kürzeren Verlobungszeiten und niedrigeren Scheidungsraten führen. Das unkomplizierte Fischen im virtuellen Datingpool hat jedoch auch einige unschöne Verhaltensmuster hervorgebracht.

Nicht so schnell

Drum prüfe, wer sich ewig date. Eine Studie hat Klischees und Vorurteile zum Thema Verbindlichkeit in der Liebe einem Faktencheck unterzogen. Neun von zehn Singles wünschen sich auch heute noch eine Beziehung. Und auch der Singleanteil an der Bevölkerung (30 Prozent) ist nicht größer geworden. Ein Trend ist jedoch deutlich erkennbar: Die Partnersuche wird heute als wesentlich unverbindlicher wahrgenommen. Bis der Sprung in die Exklusivität gewagt wird, tummeln sich Datingwillige weiter munter im Single­becken.

Ausgenutzt und abserviert

Bindungslosigkeit wird gelegentlich auch als Argument genützt, sich vor unangenehmen Gesprächen zu drücken. Wenn es früher hieß: "Wir müssen reden!", gibt es heute im besten Fall eine WhatsApp-Nachricht: "Viel zu tun, melde mich später." Radi­kaler: der plötzliche Kontaktabbruch ohne Angabe von Gründen (Ghosting) – ein Phänomen, mit dem Frauen deutlich öfter Bekanntschaft machen als Männer. Diese wiederum werden häufiger Opfer des sogenannten "Sneatings". Der Begriff setzt sich aus "sneaky" (hinterlistig) und "eating" zusammen. Ziel des Gegenübers ist nicht das ­romantische Kennenlernen, sondern das Abstauben einer Gratismahlzeit.

Wartebank

Nicht nur Bindungsunwille, sondern auch die Angst, etwas zu verpassen, befeuern fiese Verabredungstrends. Was, wenn es da draußen jemanden gibt, der noch attraktiver, noch sympathischer, noch begehrenswerter ist? Sich sporadisch zu melden, ohne konkret zu werden, ist eine der beliebtesten Warmhaltetaktiken. Das "Benching" ist alles andere als ein Randphänomen. Jeder Dritte hat einen Flirt schon mal in die Warteschleife verbannt. Noch eine Stufe gemeiner ist das "Hyping": zwangloses, auch mehrmaliges Daten, das zu gar nichts führen soll. Statt aus echtem Interesse verabredet man sich mit Lückenbüßern. Ihre Schwärmerei soll das eigene Selbstbewusstsein stärken, um sich Mr. oder Mrs. Right angeln zu können. Der oder die ­Gedatete ist quasi nur der Köder für den ganz großen Fisch.

Lichtblick

Die gute Nachricht zum Schluss: Der Sprung ins kalte Wasser ist durchaus lohnenswert. Haben sich österreichische Singles erst mal für einen Partner entschieden, stehen sie fast bedingungslos zu ihm und halten Schwierigkeiten aus, ohne die Beziehung infrage zu stellen.

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