Eine moderne Ausstattung ist heutzutage für jedes Weiterbildungsinstitut verpflichtend Foto: Wavebreakmedia/iStock/Getty Images Plus

Unsere (Arbeits-)Welt wird momentan von einer Revolution erfasst, die in den kommenden Jahren elementare Neustrukturierungen beinahe aller unserer Lebensbereiche und –gewohnheiten mit sich bringen wird. Der digitale Wandel führt zu grundlegenden Veränderungen unseres Sozialverhaltens sowie unserer Art zu kommunizieren und zu arbeiten. Die Ausprägung zukünftiger Kompetenzprofile sowie deren Vermittlung und Aneignung sind davon ebenfalls betroffen, was auch Erwachsenenbildungseinrichtungen vor neue Herausforderungen stellt.

Gut ausgestattet

Dies beginnt bereits bei der technischen Grundausstattung: WLAN, Beamer, PCs, Tablets und ein hochwertiges Videoequipment gelten mittlerweile als selbstverständlich, genauso wie ein kompetentes Lehrpersonal, das die digitalen Systeme kreativ in den Unterricht integriert und weniger technikaffine Schüler bei deren Nutzung anleitet. Idealerweise ist es für Kursteilnehmer mit einem schwächeren sozialen Background außerdem möglich, die für den jeweiligen Lehrgang benötigte Ausrüstung von dem Weiterbildungsinstitut auszuleihen.

Online & Offline

Ein digitalisiertes Bildungsangebot trägt darüber hinaus den veränderten Lebenszyklen seiner Schüler Rechnung. So gestalten sich z.B. die Arbeitszeiten vieler Menschen immer flexibler, weshalb es ihnen nicht mehr möglich ist, Lehreinheiten regelmäßig zur selben Zeit am selben Ort zu besuchen. Da Präsenzveranstaltungen jedoch aufgrund des hohen Stellenwerts der sozialen Interaktion innerhalb des Lernprozesses nach wie vor unerlässlich sind, geht der Trend in Richtung „Blended Learning“ (Integriertes Lernen). Dabei kommt es zu einer Kombination klassischer Präsenzveranstaltungen mit modernen Formen des E-Learnings, woraus sich ein bunter Lehrmethodenmix aus Präsenzunterricht, Gruppenarbeiten und Selbststudien mit Videokonferenzen, Livestreams, Onlinevorlesungen, Social-Media-Gruppen u. v. m. ergibt.

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Digitale Unterrichtskonzepte ermöglichen zeitlich und räumlich ungebundene Lehreinheiten Foto: insta_photos/iStock/Getty Images Plus

Lernbegleiter

Der vielfältige Wandel macht selbst vor der Rolle des Lehrers nicht halt. Dieser wird künftig immer seltener als Vortragender und immer häufiger als Lernbegleiter in Erscheinung treten. Als solcher konzipiert er individuelle Lernwege, die auf dem persönlichen Lernbedarf und Lernverhalten des jeweiligen Schülers basieren. Ferner überträgt er seinen Schützlingen praxisnahe Aufgaben zur selbständigen Bearbeitung, fördert sie auf der Grundlage ihrer spezifischen Defizite und motiviert sie zu einem beständigen Weiterlernen.

Zukunftstauglich

Die großen Kärntner Erwachsenenbildungsinstitutionen haben sich bereits auf diese Entwicklung eingestellt und ihre Strukturen einer Frischzellenkur unterzogen: So kommt beispielsweise in dem Roboterprogrammierkurs des WIFI ein kärntenweit einzigartiger Industrieroboter zum Einsatz und das Institut arbeitet an einem umfangreichen Ausbau seines Streaming-Angebots, über das Kurse künftig aufgezeichnet und live übertragen werden sollen. Das E-Learning-Angebot der Volkshochschulen wird ebenfalls stetig erweitert und an die Arbeitsrhythmen der Teilnehmer angepasst. Alles Kurse können bereits online gebucht werden und zudem ist ein Portal für den Austausch der ehrenamtlichen Trainer im Entstehen.

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Der digi:check der Arbeiterkammer ermittelt online das ideale personalisierte Weiterbildungsangebot für jeden Teilnehmer Foto: Colourbox.de

Digicheck

Äußerst kreativ fällt auch der brandaktuelle digi:check der Arbeiterkammer aus. Über die Beantwortung themenspezifischer Wissensfragen auf www.akdigicheck.at bekommt jedes AK-Mitglied ein maßgeschneidertes Kursangebot vorgeschlagen, aus dem es zwei Kurse auswählen und diese gratis besuchen kann. Die Inhalte reichen dabei von basalen Kompetenzen wie Online-Banking und Smartphone-Nutzung bis hin zu dem richtigen Umgang mit Cybermobbing oder dem Arbeiten mit InDesign sowie in der mobilen Cloud. Der Unterricht geht einerseits klassisch vonstatten, andererseits kommt jedoch bereits die „Blended Learning-Philosophie“ zum Zug, ergänzt um ausgewählte Online-Lernangebote. Der digi:check erfreute sich bereits in den ersten Monaten seines Bestehens großer Beliebtheit – von September bis Dezember 2019 wurden über 1.000 Kursbuchungen verzeichnet. Daher werden auch 2020 wieder 1,7 Millionen Euro für die Weiterführung des Service aufgewandt. Das neue Kursangebot kann bereits online gebucht werden!