„Eine der großen Stärken von Altach ist es, unterschiedliche Charaktere unter einen Hut zu bringen.“ Peter Pfanner, Präsident SCR Altach Foto: Maurice Shourot

Weekend: Wie stellt sich für Sie der SCR Altach dar
Pfanner:
Grundsätzlich haben wir eine stabile Struktur, wir können auf bestehendes Knowhow zurückgreifen. Das Alltagsgeschäft läuft professionell ab.
Gunz: Ich war jetzt 10 Jahre nur noch Fan und Sponsor. Dadurch habe ich die Sichtweise von außen auf den Klub bekommen. In dieser Zeit hat sich sehr viel weiter entwickelt. Infrastruktur und Image sind weit besser geworden als zu meiner Präsidentenzeit (2006 bis 2009), sogar weit über die Landesgrenzen hinaus.

Weekend: Inwiefern haben Sie ihre neue Funktion davon abhängig gemacht, dass der jeweils andere auch mitmacht?
Pfanner:
Mit war wichtig, Werner Gunz mit ins Boot zu holen. Aus seiner beruflichen Position heraus und auch als Ex-Präsident.
Gunz: Diese Kombination war für beide der Auslöser, dass wir Verantwortung übernehmen.

Weekend: Herr Gunz, Sie haben 2019 nach drei Jahren als Präsident abgedankt, warum eigentlich?
Das Tempo, das der Klub damals ging, war sehr hoch. Nach nur zwei Jahren zweite Liga sind wir in die Bundesliga aufgestiegen. Die Herausforderungen waren gewaltig und kaum zu bewältigen. Trotzdem haben wir damals den Prozess der Neuausrichtung in einen Amateurverein mit einer Profiabteilung eingeleitet.

Weekend: Das Präsidium wird durch Harald Oberdorfer und Christoph Begle, die den Amateurverein ergänzen, ergänzt. Wie kam es zu dieser Konstallation.
Pfanner:
Vor eineinhalb Jahren haben wir einen Evaluierungsprozess gestartet, um die Zukunft des SCR Altach festzulegen. Es war der Wunsch der Vereinsmitglieder, dass es keine absolute Trennung zwischen Profiabteilung und dem Amateurverein geben soll. Die Profiabteilung muss von der Sport GmbH geführt sein. Es sollen im Präsidium alle Interessen vertreten werden können.  Was die Professionalität angeht, müssen wiruns in Österreich nicht schämen. Aber ohne eine funktionierende Vereinsstruktur wäre die Profiabteilung nicht aufrecht zu erhalten.
Gunz: Wir haben uns die Doppelspitze überlegt, Pfanner kommt von außen, ich aus Altach, wir teilen uns die Veranstaltungen auf. Unsere Mitglieder – das sind derzeit 750 – sind unser größtes Potential. Als Altacher bin ich sehr nahe an der Basis dran.

Weekend: Welche Zukunftsvisionen hat der Klub?
Pfanner:
Kurzfristig heißt es den Klassenerhalt schaffen. Langfristig ist das Ziel, zu einem Vorarlberger Klub zu werden, über die Grenzen von Altach hinaus. Das geht freilich nur, wenn wir uns langfristig in der Bundesliga etablieren.

Weekend: Was würde bei einem Abstieg passieren?
Pfanner:
Wir würden sicher nicht untergehen, weil wir so stabil sind. Ein Abstieg würde uns allerdings um Jahre zurückwerfen. Wir würden das sicher überleben. Werner und ich würden natürlich auch in der 2. Liga den Klub führen.

Weekend: Hat Ex-Präsident Karlheinz Kopf die Trainerentscheidungen mit Ihnen abgesprochen?
Wir waren mit Kopf und der Geschäftsführung in diese Entscheidungen eingebunden. Seit der Rücktrittsankündigung von Kopf haben wir de facto zusammen den Klub geführt.

Pfanner Gunz
Peter Pfanner und Werner Gunz. Foto: Maurice Shourot

Zu den Personen:

PETER PFANNER (li.)
Präsident SCR Altach

  • 53 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder
  • Geschäftsführer und Teilinhaber der Fa. Pfanner Fruchtsäfte in Lauterach

WERNER GUNZ (re.)
Vizepräsident SCR Altach

  • 59 Jahre alt, verheiratet, vier Kinder
  • Geschäftsführer der Fa. Gunz Warenhandels GmbH in Mäder