„Die Versicherten und die Beitragszahler erwarten von uns zu Recht, dass ihre Beiträge ordentlich eingesetzt werden.“ Dr. Jürgen Kessler, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der ÖGK Foto: walser-image.com

Weekend: Mit welchen Zielen gehen Sie in Ihre Funktionsperiode?
Jürgen Kessler:
Unser gemeinsames Ziel ist es, die Beitragszahler in Vorarlberg bestmöglich zu vertreten. Das bedeutet einerseits, das Niveau der Gesundheitsversorgung für die Versicherten zu halten und zu verbessern. Und andererseits sind wir natürlich bemüht, die Services für die Dienstgeber ständig auszubauen.

Weekend: Vorarlberg war bisher immer sehr innovativ, wenn es um die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ging. Wird das in Zukunft auch gelingen?
Jürgen Kessler:
Davon ist auszugehen. Grundlage ist die Vorarlberger Art der Gesprächsbasis. Wir werden weiterhin mit Land, Ärztekammer und anderen Gesundheitsanbietern vor Ort zusammenarbeiten. Projekte wie sie schon bisher initiiert und umgesetzt wurden, werden auch künftig möglich sein. Die Mittel dafür kommen aus dem Innovationsfonds der ÖGK. Dort werden wir auf jeden Fall mitmischen. Kein Nachteil ist dabei, dass der dafür zuständige Fachbereich in Vorarlberg angesiedelt ist.

Weekend: Haben Sie schon konkrete neue Vorhaben, die sich für den Einsatz von Mitteln aus dem Innovationsfonds eignen?
Jürgen Kessler:
Das ist ein laufender Prozess, den wir mit unseren Partnern vorantreiben.

Weekend: Welchen Projekten werden Sie sich in nächster Zeit widmen?
Jürgen Kessler:
Wir widmen uns verstärkt der Einrichtung von Primärversorgungszentren. Die Gespräche dazu haben schon begonnen. Wir möchten diese bis Jahresende abgeschlossen haben. Weiters möchten wir den Einsatz neuer e-Tools vorantreiben und die Zusammenarbeit zwischen spitals- und niedergelassenem Bereich optimieren.

Weekend: Ein wenig Skepsis gegenüber der ÖGK ist da und dort noch zu vernehmen. Ist das gerechtfertigt?
Jürgen Kessler:
Wir blicken jetzt nach vorne, nicht mehr in den Rückspiegel. Wir haben unserer Einflussmöglichkeiten und werden diese im Interesse der Versicherten auch wahrnehmen.

Weekend: Die Kräfteverhältnisse zwischen Dienstnehmer- und Dienstgebervertretern haben sich in der ÖGK verändert. Beeinflusst das Ihre Arbeit?
Jürgen Kessler:
Nein. Wir sollten auch weniger über uns Funktionäre reden. Es geht bei unserer Arbeit ausschließlich darum, die Interessen der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zu vertreten. Die Versicherten und die Beitragszahler erwarten von uns zu Recht, dass ihre Beiträge ordentlich eingesetzt werden. Darüber besteht auch Einvernehmen zwischen Dienstgeber und Dienstnehmerkurie. Und das zeichnet uns auch in Vorarlberg aus, entspricht einer guten sozialpartnerschaftlichen Tradition.

Weekend: Sie sind auch Direktor des Wirtschaftsbundes in Vorarlberg. Wie gut lässt sich diese Aufgabe mit Ihrer neuen Funktion verbinden?
Jürgen Kessler:
Ich verbinde damit zwei Welten. Durch meine Tätigkeit als Direktor des Wirtschaftsbundes und zudem auch als Unternehmer kenne ich die Vorarlberger Wirtschaft sehr gut. Diese Erfahrungen kann ich bei der Arbeit für die ÖGK in Vorarlberg einbringen. Umgekehrt kann ich die Sichtweise der Gesundheitskasse in die Wirtschaft einbringen. Also eine win-win-Situation.

Kopie von Jürgen Kessler
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Zur Person: DR. JÜRGEN KESSLER

  • Vorsitzender des Landesstellenausschusses der ÖGK
  • Unternehmer, Direktor Wirtschaftsbund Vorarlberg
  • 1975, wohnhaft in Wolfurt
  • verheiratet, 3 Kinder
  • Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck, PGM Wirtschaftsuniversität Wien
  • Hobbies: Familie, Politik und alles rund um den Sport