Michaela Posch war die erste Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr Rum Foto: Conny Pipal

Michaela Posch erinnert sich: „In der Volksschule machten wir einen Ausflug zur Feuerwehr. Als der Kommandant das Blaulicht bei einem Feuerwehrauto einschaltete und gleich darauf das Folgetonhorn ertönte, war ich Feuer und Flamme.“ Ende der 90er-Jahre wurde das neue Feuerwehrhaus in Rum gebaut und damit eine neue Ära eingeläutet. Michaela hat sich sofort beworben: „Bei uns in Rum war ich im Jahr 1999 mit 14 das erste Mädchen, das dabei war. Heute sind wir elf aktive weibliche Freiwillige und vier Mädchen bei der Feuerwehrjugend“, berichtet sie nicht ohne Stolz: „Ich musste mich aber erst beweisen, um akzeptiert zu werden und habe mich vor keiner Arbeit gedrückt.“ Bevor sie bei einem richtigen Einsatz dabei sein durfte, musste sie einen Grundlehrgang an der Landesfeuerwehrschule Tirol absolvieren: „Da lernt man alles von der Pike auf: Das Verhalten im Einsatz, Unfallverhütung, Gerätekunde, Brand- und Löschlehre, die Gruppe im Einsatz, Gefahrstoffkunde, Gefahren an der Einsatzstelle, das Arbeiten mit tragbaren Leitern und vieles mehr.“

Explosiver Einsatz

Gleich zwei Einsätze sind ihr noch besonders in Erinnerung geblieben. Der eine war ein Großbrand im Olympischen Dorf im Jahr 2014. Auf dem Dach des 12-stöckigen Hauses sind mehrere Gasflaschen explodiert: „Unsere Truppe war zuständig für die Sicherung der Gasflaschen. Mir war plötzlich bewusst, wie gefährlich diese Situation ist, da schon einige Gasflaschen in die Luft gegangen sind. Wir sind Stockwerk für Stockwerk hinaufgelaufen, als uns im 10. Stock ein Kamerade von der Berufsfeuerwehr entgegenkam und schrie, wir sollen alle in Deckung gehen, da die nächsten Flaschen explodieren. Ich habe mich unter einen Türstock gestellt, bis die Meldung kam, dass es die Feuerwehrkameraden geschafft haben, die Flaschen herunter zu kühlen. Wir sind dann auf das Dach und haben die restlichen Gasflaschen mit weiteren Atemschutztrupps wie ein rohes Ei hinuntergetragen“, erzählt Michaela. Doch sie ist nicht nur da, wenn es brennt. Sie kümmert sich auch um die Gemütlichkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. So hat sie ein leeres Eck‘ in eine heimelige Lounge verwandelt. Die männlichen Kollegen waren erst skeptisch und sind jetzt begeistert.

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