Foto: GEPA/RED BULL MEDIA

Das werde ich an Salzburg vermissen: Jede Menge. Salzburg hat eine enorm hohe Lebensqualität und ich habe in den sechs Jahren viele tolle Menschen kennengelernt – im privaten Bereich, in der Akademie, und bei den Profis in Taxham.

Mein persönlich größter Erfolg: Das kann ich nicht auf einen beschränken. Wir hatten viele unvergessliche Momente. Angefangen beim ersten Meistertitel in der U-16, der Sieg in der Youth League, bis hin zum Double und natürlich die Erfolge in der Europa League.

Mein größter Lernprozess: Ich denke, es war sehr wichtig, auf dem Weg zum Profitrainer im Nachwuchs starten bzw. arbeiten zu können. Weil du dort einfach auch Dinge falsch machen kannst, ohne dass die Öffentlichkeit dabei eine große Rolle spielt.

Diese Person hat mich in den Jahren besonders beeindruckt: Christoph Freund. Für mich ist er das Gesicht des Klubs – auch wenn es nicht immer so rüber kommt und er der Erste ist, der ins Gespräch gebracht wird, wenn etwas nicht funktioniert. Ich finde, er ist ein herausragender Sportdirektor, der sich zu einer großen Persönlichkeit entwickelt hat. In der Mannschaft hat mich Christoph Leitgeb besonders beeindruckt. Er hatte sportlich zuletzt keine leichten zwei Jahre und war trotzdem immer für das Team da.

Marco Rose
Christoph Freund beförderte Marco Rose einst vom Jugend- zum Cheftrainer – eine Entscheidung, die sich ausgezahlt hat. Foto: GEPA/RED BULL MEDIA

An Didi Mateschitz schätze ich: Ich finde, er ist einfach ein richtig cooler Typ, mit dem man über alles reden kann. Eine starke Persönlichkeit.

Wenn ich an meine neue Aufgabe bei Borussia Mönchengladbach denke: Verspüre ich Vorfreude. Viele Ideen sind bereits in meinem Kopf, die ich gerne umsetzen würde. Natürlich erlegt man sich damit aber auch selbst einen gewissen Druck auf.

Das Wichtigste, um eine Mannschaft zu führen: Man muss bereit sein, sich auf sein Team zu verlassen und Dinge abzugeben. Es braucht maximalen Respekt, großes Vertrauen und die Bereitschaft, unangenehme Dinge anzusprechen. Wenn all das funktioniert, ist das ein wichtiger Erfolgsfaktor. Als Trainer musst du ein Team führen können, darfst dich dabei nicht zu wichtig und auch das externe Drumherum nicht zu ernst nehmen. Authentisch zu sein, ist für mich die Grundvoraussetzung. Nur dann nehmen dir die Menschen, mit denen du arbeitest und zu tun hast auch ab, was du sagst.

Wenn mir jemand vor sechs Jahren vorausgesagt hätte, wohin sich alles entwickelt: Hätte ich gesagt, du bist ja ein echter Hellseher (schmunzelt). Ich bin keiner, der groß in die Zukunft sieht und sich Dinge ausmalt. Ich war schon immer ehrgeizig und setze mir hohe Ziele. Aber ich weiß auch, dass auf dem Weg viel passieren kann. In Deutschland müssen wir uns auch wieder neu beweisen.

Titel bedeuten mir: Schon viel, das muss ich ehrlich zugeben. Das sind besondere Momente, in denen du für etwas belohnt wirst, auf das du lange hingearbeitet hast.

Marco Rose
Bei der Meisterfeier kannte der Jubel in der Kabine keine Grenzen. Foto: GEPA/RED BULL MEDIA

Der Mannschaft wünsche ich für die Zukunft: Dass sie ihre Ziele erreicht und alle gesund bleiben. All das eben, was man Menschen wünscht, die man besonders gern hat. Vor allem natürlich auch viel Spaß in der Champions League und tolle Abende. Ich weiß ja, welche Energie in der Red Bull Arena bei internationalen Spielen herrscht und das sollen sie genießen. Ich würde jedenfalls nicht gern gegen diese Pressing-Monster aus Salzburg spielen wollen – die sind nämlich richtig krass (lacht).

Mein emotionalster Ausbruch: Da gab es einige (grinst). Vor allem nach wichtigen Toren. Im letzten halben Jahr bin ich sicher auch das eine oder andere Mal etwas übers Ziel hinaus geschossen, was die Schiedsrichter betrifft. Das realisiere ich dann aber meistens erst nach dem Spiel.

Meine letzten Worte als Salzburg-Coach: Vielen, vielen Dank an alle, die ich kennenlernen durfte und die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Ich hatte hier eine unvergessliche Zeit.